Deutscher Orden: Hochmeister Frank Bayard wiedergewählt

Frank Bayard wurde am 17. Februar 2026 als Hochmeister des Deutschen Ordens wiedergewählt. (c) Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
Nach der Wahl des Hochmeisters wurde P. Christian Blümel, derzeit Generalprokurator mit Sitz in Rom, zum ersten Generalrat und gleichzeitig Stellvertreter des Hochmeisters gewählt. Das Generalkapitel tagt seit 16. Februar und noch bis 27. Februar 2026 am Sitz des Hochmeisters in Wien. Es ist das oberste Entscheidungsorgan des Deutschen Ordens und tritt alle sechs Jahre zusammen. Diesmal befasst sich das Kapitel insbesondere mit einer umfassenden Reform der Regel und der Statuten des Deutschen Ordens in enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Dikasterium des Heiligen Stuhls, wie der Orden am 18. Februar 2026 mitteilte.
Ziel ist es demnach, die Regeltexte an die in den vergangenen Jahren umgesetzten Strukturveränderungen anzupassen und die Voraussetzungen zu stärken, „damit Brüder und Schwestern das Charisma des Ordens – Helfen und Heilen – auch in Zukunft in Seelsorge, Pflege und caritativen Aufgaben wirksam leben können“.
Zur Person
Hochmeister Frank Bayard wurde am 11. Oktober 1971 in Püttlingen im deutschen Saarland geboren. Er absolvierte zunächst eine Bankausbildung bevor er im Jahr 2000 in den Deutschen Orden eintrat. Am 19. September 2004 legte er die Ewigen Gelübde ab und band sich damit für immer an den Orden. Von 2001 bis 2008 absolvierte er Studien in Theologie, Geschichte und „Health Care Management“ in Innsbruck und Wien. Am 22. Juli 2006 weihte ihn der damalige Münchner Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter in der Stiftskirche Weyarn zum Priester. Danach hatte P. Frank Bayard im Orden bereits eine Reihe von wichtigen Ämtern inne, bevor er 2018 erstmals zum Hochmeister gewählt wurde.

Derzeit tagt das Generalkapitel des Deutschen Ordens. (c) Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
Der Deutsche Orden
Der Deutsche Orden, dessen Mitglieder sich nach dem ehemaligen deutschen Spital in Jerusalem „Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem“ nannten, wurde 1190 in Akkon gegründet, zunächst als Spitalbruderschaft und seit 1198 auch als ritterliche Gemeinschaft zum Schutz der Pilger im Heiligen Land. Nach Johannitern und Templern war der Deutsche Orden der dritte der großen geistlichen Ritterorden der Kreuzzugszeit. Am 6. Februar 1191 wurde der Orden von Papst Clemens III. als Hospitalbruderschaft anerkannt und unter päpstlichen Schutz gestellt.
Heute ist der Orden in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Tschechien und der Slowakei vertreten und widmet sich neben der Seelsorge vor allem der Sorge um Kranke, Behinderte und alte Menschen. In der Gemeinschaft wirken rund 300 Priester und Ordensschwestern sowie rund 950 „Familiaren“ – Laienmitglieder, die sich den Ordensidealen durch ein Versprechen gegenüber dem Hochmeister verpflichten – an. Das Ordensgewand zeigt ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund. Niederlassungen in Österreich gibt es in Wien, Gumpoldskirchen, Wildbad, Spannberg, Palterndorf und Friesach. Österreich und Italien bilden eine gemeinsame Provinz, ebenso Tschechien, die Slowakei und Slowenien.
Sitz des Hochmeisters in Wien
Seit 1809 ist der Sitz des Hochmeisters und damit das Zentrum des Deutschen Ordens in der Singerstraße in der Wiener Innenstadt. Damit gehört der „Ordo Teutonico“ zu den wenigen kirchlichen Institutionen, deren Generaloberer seine Residenz nicht in Rom hat. Bei den Deutschordensschwestern gibt es zwei selbstständige Häuser in Lana (Südtirol) und Passau (Bayern).
Quellen: kathpress, Deutscher Orden