Deutscher Orden: Gründungsfest und Wiedereröffnung der Schatzkammer

Am 8. Februar 2026 wurde die Schatzkammer des Deutschen Ordens von Hochmeister Frank Bayard wiedereröffnet. (c) Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
In der Schatzkammer des Deutschen Ordens wurde in den vergangenen Monaten ein neues, umfassendes Beleuchtungskonzept umgesetzt. Es soll den Besucher:innen ermöglichen, die Kunstschätze und historischen Exponate noch besser zu betrachten. Die Geschichte der Schatzkammer reicht bis ins frühe 16. Jahrhundert zurück. Im Lauf der Jahrhunderte wurden zahlreiche Kostbarkeiten zusammengetragen, die aus dem Besitz verschiedener Hochmeister und anderer Ordensritter stammten. Die Sammlung umfasst heute profane und liturgische Werke der Goldschmiedekunst, orientalische Prunkwaffen, Uhren und Insignien. Hinzu kommen Porträts verschiedener Hochmeister und spätgotische Tafelbilder sowie Münzen und Medaillen. Ab 16. Februar 2026 ist die Schatzkammer wieder für Besucher:innen geöffnet.
Der Deutsche Orden
Der Deutsche Orden, dessen Mitglieder sich nach dem ehemaligen deutschen Spital in Jerusalem „Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem“ nannten, wurde 1190 in Akkon gegründet, zunächst als Spitalbruderschaft und seit 1198 auch als ritterliche Gemeinschaft zum Schutz der Pilger im Heiligen Land. Nach Johannitern und Templern war der Deutsche Orden der dritte der großen geistlichen Ritterorden der Kreuzzugszeit. Am 6. Februar 1191 wurde der Orden von Papst Clemens III. als Hospitalbruderschaft anerkannt und unter päpstlichen Schutz gestellt.

Durch das neue Beleuchtungskonzept können die Kunstschätze und historischen Exponate in der Schatzkammer noch besser betrachtet werden. (c) Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
Heute ist der Orden in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Tschechien und der Slowakei vertreten und widmet sich neben der Seelsorge vor allem der Sorge um Kranke, Behinderte und alte Menschen. In der Gemeinschaft wirken rund 300 Priester und Ordensschwestern sowie rund 950 „Familiaren“ – Laienmitglieder, die sich den Ordensidealen durch ein Versprechen gegenüber dem Hochmeister verpflichten – an. Das Ordensgewand zeigt ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund. Niederlassungen in Österreich gibt es in Wien, Gumpoldskirchen, Wildbad, Spannberg, Palterndorf und Friesach. Österreich und Italien bilden eine gemeinsame Provinz, ebenso Tschechien, die Slowakei und Slowenien.
Zentrum des Ordens in Wien
Seit 1809 ist der Sitz des Hochmeisters und damit das Zentrum des Deutschen Ordens in der Singerstraße in der Wiener Innenstadt. Damit gehört der „Ordo Teutonico“ zu den wenigen kirchlichen Institutionen, deren Generaloberer seine Residenz nicht in Rom hat. Bei den Deutschordensschwestern gibt es zwei selbstständige Häuser in Lana (Südtirol) und Passau (Bayern). In diesem Jahr sollen auf einem Generalkapitel die Strukturen des Ordens überarbeitet werden.
Mehr Fotos vom Gründungsfest sind in der Bildergalerie zu finden:
Quellen: kathpress, Deutscher Orden