Bischof Maximilian Aichern im Stift St. Lambrecht beigesetzt

Der verstorbene Linzer Altbischof und frühere Abt des Stifts St. Lambrecht, Maximilian Aichern, wurde am 9. Februar 2026 in seinem Heimatstift beigesetzt. (c) Sonntagsblatt/Gerd Neuhold
Bischof Wilhelm Krautwaschl fand bei der ersten Einsegnung sehr persönliche Worte: „Kurz nach Deiner Ernennung haben wir beide uns hier in diesem Haus kennengelernt, lieber Bischof Maximilian. Mir begegnete damals – ich war Seminarist im ersten Semester – ein offenherziger Mensch, der davon geprägt war, das Evangelium im Heute zu leben und alles daran zu setzen, dass der Mensch ein Mensch bleibt. Danke für Dein Leben und Dein Lebenszeugnis.“
Großer Menschenfreund
Abtpräses Johannes Perkmann sprach in seiner Predigt einmal mehr vom großen „Menschenfreund“ Maximilian Aichern, für den Freundschaft so wichtig war – mit den Menschen und mit Jesus Christus. „Maximilian Aichern war der jüngste Abt von St. Lambrecht, er war zeit seines Lebens bescheiden und einfach, immer besorgt um seine Mitbrüder und die Menschen in seiner Umgebung. Immer war er Hirte, guter Vater und väterlicher Freund“. Aichern habe auch viel Bitterkeit ertragen müssen, übertauchte dies jedoch mit seiner Freude am Guten und durch den Kontakt per Telefon und mit vielen Briefen, die er bis zuletzt geschrieben habe. „Danke, Bischof Maximilian, für Deine Freundschaft“, sagte Abtpräses Johannes Perkmann.

Abtpräses Johannes Perkmann stand dem Requiem in der Stiftskirche St. Lambrecht vor. (c) Sonntagsblatt/Gerd Neuhold
Für das Land Steiermark formulierte Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Kohm Worte des Gedenkens: „Er war ein glühender Europäer, der meinte, wir müssen die Menschen hereinlassen, statt sie auszugrenzen. Bis zuletzt hat er gemeint, nicht volle Moscheen machen im Sorgen, sondern leere Kirchen. Er war ein guter Zuhörer, immer wertschätzend, immer unterstützend, immer ein Freund und immer interessiert an St. Lambrecht. Dort war er zu Hause.“
Bischof und Abt
Die Beisetzung in der Äbtegruft der renovierten Stiftskirche übernahm der Abt des Stifts St. Lambrecht, Alfred Eichmann. Er erzählte, dass Aichern vor rund einem Jahr in Linz sein 70. Professjubiläum gefeiert habe. Die Professerneuerung habe er mit „Maximilian Aichern, Altabt von St. Lambrecht und Altbischof von Linz“ unterschrieben. Dies habe deutlich gemacht, wie wichtig ihm beide Ämter gewesen seien. „St. Lambrecht war seine erste Berufung, seine erste Liebe. Linz war seine zweite Berufung – auch dort hat er mit Herzblut gewirkt, geliebt und wahrscheinlich auch gelitten. Ich bin dankbar, dass Bischof Maximilian sein Versprechen gehalten hat – dass er nicht vergessen hat, wo er hingehört und dass er hier in St. Lambrecht seine Heimat hat“, sagte Abt Alfred Eichmann. Sein Dank galt auch der Diözese Linz: „Ihr habt ihm in Oberösterreich eine Heimat gegeben.“ Bischof Manfred Scheuer dankte er für die umsichtige, einfühlsame Begleitung von Bischof Maximilian, gerade auch in dessen letzter Lebenszeit.

Abt Alfred Eichmann übernahm die Beisetzung in der Äbtegruft der renovierten Stiftskirche in St. Lambrecht. (c) Sonntagsblatt/Gerd Neuhold
Am Ende des Requiems wurde der Sarg mit dem Leichnam von Bischof Maximilian Aichern in der Äbtegruft der Stiftskirche vor den ehemaligen Thomasaltar beigesetzt, wo bereits vier Äbte ruhen, unter ihnen auch Aicherns Vorgänger als Abt, Wilhelm Blaindorfer. Zahlreiche Mitfeiernde erwiesen dem Verstorbenen an der offenen Gruft die letzte Ehre.
Viele Bischöfe und Ordensober:innen dabei
Neben vielen Gläubigen aus nah und fern nahmen am Begräbnis u.a. auch Erzbischof Franz Lackner (Salzburg), die Bischöfe Wilhelm Krautwaschl (Graz-Seckau), Manfred Scheuer (Linz), Josef Marketz (Gurk), Ägidius Zsifkovics (Eisenstadt), Ivo Muser (Bozen-Brixen), Bischof em. Stanislav Lipovsek aus Slowenien und der Grazer Weihbischof Johannes Freitag teil.

Der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl nahm die erste Einsegnung vor. (c) Sonntagsblatt/Gerd Neuhold
Die Ordenskirche war vertreten durch Abtpräses Jeronim Marin (Cocovac/Kroatien), Erzabt Jakob Auer (St. Peter in Salzburg) und seine beiden Vorgänger Edmund Wagenhofer und Korbinian Birnbacher (St. Peter in Salzburg), Abt Maximilian Neulinger (Lambach), Abt Petrus Pilsinger (Seitenstetten) und sein Vorgänger Berthold Heigl, Abt Nikolaus Poch (Schottenstift in Wien), Abt Philipp Helm (Rein), Abt Nikolaus Thiel (Schlierbach), Abt Maksimilijan File (Sticna/Slowenien), Prälat Rupert Kroisleitner (Vorau), sowie Äbtissin Marija Zrinka Roglić (Rab/Kroatien) und die Vorsitzende der Ordensgemeinschaften Sr. Sonja Dolesch (Franziskanerinnen/Graz) und weitere Ordensfrauen und Ordensmänner aus österreichischen Klöstern.
In Äbtegruft beigesetzt
Maximilian Aichern war 1954 in das Stift St. Lambrecht eingetreten und stand ihm von 1977 bis 1982 als Abt vor. Er wurde auf eigenen Wunsch in der Äbtegruft beigesetzt; dort, wo sein Vorgänger als Abt, Wilhelm Blaindorfer, 1977 bestattet worden war. Aichern ist am 31. Jänner 2026 im 94. Lebensjahr verstorben.
Bereits am 7. Februar 2026 hatte im Linzer Mariendom ein feierliches Requiem unter der Leitung von Bischof Manfred Scheuer stattgefunden, bei dem die Kirche und das Land Oberösterreich Abschied von Altbischof Maximilian Aichern nahmen.
Quellen: kathpress, Diözese Graz-Seckau, Diözese Linz