Dankesfeier für Erzabt em. Korbinian Birnbacher

Ein großes D-A-N-K-E für die „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ kam von Sr. Franziska Madl. (c) ÖOK/emw | Download
Unter den zahlreichen Gästen befanden sich Bischof Wilhelm Krautwaschl, Weihbischof Franz Scharl, der Generalsekretär der Österreichischen Bischofskonferenz Peter Schipka sowie zahlreiche Ordensobere und Ordensoberinnen aus ganz Österreich. Darunter waren auch mehrere seiner Vorgänger und Vorgängerinnen als Vorsitzende der Ordenskonferenz, etwa Propst Maximilian Fürnsinn, Sr. Beatrix Mayrhofer und Sr. Franziska Bruckner, ebenso wie seine Nachfolgerin Sr. Franziska Madl und die Bürogemeinschaft der Österreichischen Ordenskonferenz. Sie alle waren gekommen, um Erzabt em. Korbinian Birnbacher persönlich für sein engagiertes Wirken zu danken.

Erzabt Korbinian Birnbacher: Abschied und Dank mit Freude, aber auch Wehmut. (c) ÖOK/emw | Download
Verantwortung in einer Zeit des Übergangs
Erzabt em. Korbinian Birnbacher war von 2019 bis Ende November 2025 Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz und prägte diese entscheidend in einer Zeit des Übergangs. Als erster Vorsitzender nach der Fusion der Männer- und Frauenorden – der früheren Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften und der Vereinigung der Frauenorden Österreichs – übernahm er Verantwortung in einer Phase, in der vieles neu war und zahlreiche Strukturen erst zusammenfinden mussten. Die Festredner:innen würdigten in diesem Zusammenhang besonders seinen Mut, seinen zukunftsgerichteten Blick und sein konsequentes Fördern von Frauen.

Erzabt Korbinian Birnbacher über seine Rolle als Vorsitzender der ÖOK: „Diese Aufgabe war für mich ein großes Geschenk.“ (c) ÖOK/emw | Download
Echte Augenhöhe
In ihrer Dankesrede beschrieb Sr. Franziska Madl, Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz und von 2022 bis 2025 stellvertretende Vorsitzende an der Seite von Erzabt em. Korbinian Birnbacher, anhand der Buchstaben des Wortes DANKE, was ihn besonders auszeichnet: Dialogfähigkeit, Ausdauer, Nachfolge, Kollegialität und Ermutigung. Sie sagte: „Ich habe mich neben dir nie klein gefühlt. Die Augenhöhe war immer echt. Und vor allem, dass du mich ermutigt hast, dass es Zeit für eine Frau als Vorsitzende der Ordenskonferenz ist, hat mich bestärkt.“

Erzabt Korbinian war sichtlich gerührt über die vielen Dankesbekundungen. (c) ÖOK/emw | Download
Propst Anton Höslinger, seit November 2025 zweiter Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz, schickte eine Videobotschaft aus den USA, wo er sich derzeit auf Besuch bei Mitbrüdern des Stiftes Klosterneuburg befindet. Er dankte Erzabt em. Korbinian Birnbacher für sein Wirken in der Ordenskonferenz: „Du hast die damals neu entstandene Ordenskonferenz durch zwei Amtsperioden geleitet. Und hast mit großer Umsicht, mit großer und spürbarer Liebe zu den Menschen diesen Dienst getan. Ganz nach dem Motto deines Buchtitels ‚Weites Leben, Weites Herz‘ hast du für das Ordensleben in Österreich in diesen sechs Jahren sehr viel getan.“
Einer, der das Ordensleben liebt
Auch Ordenskonferenz-Generalsekretärin Sr. Christine Rod und Geschäftsführer Peter Bohynik brachten ihren Dank zum Ausdruck. Sr. Christine Rod betonte: „Du bist einer, der das Ordensleben liebt – mit einem Bewusstsein für das Schöne, für die Geschichte und für Kontinuität“, und fügte mit einem Schmunzeln hinzu: „Kein Wunder bei 1.300 Jahren Geschichte in der Erzabtei St. Peter.“ Peter Bohynik erinnerte an die Anfänge der Ordenskonferenz im Jahr 2019: „Vieles war neu, vieles geschah zum ersten Mal. Du hast Verantwortung übernommen und gezeigt, wie die neue Ordenskonferenz funktionieren kann. Wir danken dir für dein Vertrauen, deine Klarheit und deine Gelassenheit, die du dem Büro und der gesamten Ordenswelt spüren hast lassen.“

Auch ehemalige Weggefährten waren anwesend, darunter Sr. Franziska Bruckner, die in seiner ersten Amtsperiode als Vorsitzender der ÖOK seine stellvertretende Vorsitzende war. (c) ÖOK/emw | Download
Ordensleute sind Stachel in der Kirche
Zum Abschluss der Feier ergriff Erzabt em. Korbinian Birnbacher selbst das Wort. In seinen Dankesworten zeigte er sich sichtlich bewegt: „Diese Aufgabe war für mich ein großes Geschenk – vor allem durch die vielen Begegnungen mit Ordensfrauen und Ordensmännern in ganz Österreich.“ Die Ordenskonferenz habe er stets als gemeinsames Projekt verstanden: „Ich habe dieses Amt nie allein ausgeübt, sondern immer im Miteinander – mit meinen Stellvertreterinnen, dem Vorstand, dem Generalsekretariat und vielen engagierten Menschen im Hintergrund.“

Unter den Gästen: Abt Petrus Pilsinger und Bischof Wilhelm Krautwaschl. (c) ÖOK/emw | Download
Er betonte die besondere Bedeutung des gemeinsamen Wirkens von Frauen und Männern: „Die Ordenskonferenz zeigt, dass Frauen und Männer – in all ihren Unterschiedlichkeiten – gemeinsam gut etwas weiterbringen können. Ordensleute gehören ja zur Kategorie der Propheten, wir sind ein bisschen wie ein Stachel in der Kirche. Andererseits stehen wir für Kontinuität, Stabilität und Bewährtheit. Wir Orden bieten Stabilität in unserer Vielfalt und in der prophetischen Ausrichtung unserer Wirkungsfelder.“ Weiters sagte der ehemalige Vorsitzende, dass es immer seine Hoffnung war, „dass ich eine Nachfolgerin bekommen. Schön, dass es mit Sr. Franziska Madl als Vorsitzende so gekommen ist.“

Ein gutes Team: Sr. Christine Rod, Sr. Franziska Madl, Erzabt Korbinian Birnbacher und Peter Bohynik. (c) ÖOK/emw | Download
Neue Aufgaben in Rom
Zugleich gab Erzabt em. Korbinian Birnbacher einen Ausblick auf seinen weiteren Weg: Im Herbst 2026 wird er nach Rom übersiedeln und dort neue Aufgaben übernehmen. Er wird Ökonom der Primatialabtei Sant’Anselmo sowie Schatzmeister der Benediktinischen Konföderation. Es freue ihn sehr, dass Abtprimas Jeremias Schröder ihm diese verantwortungsvollen Aufgaben für den Gesamtorden der Benediktiner anvertraut habe; mit besonderer Freude blicke er auch der Rückkehr an seinen früheren Studienort Sant’Anselmo auf dem Aventin entgegen. (siehe auch Artikel: Erzabt em. Korbinian Birnbacher übernimmt Aufgaben in Rom)