15 Familien sind aus dem Ausland zurückgekehrt

annie aleppo 120"Fünf Ordensfrauen kümmern sich um hunderte christliche Familien in Aleppo, denen es an allem fehlt: Lebensmittel, Strom, Gas und ärztliche Versorgung. In Aleppo leben noch rund 35.000 Christen." Schwester Annie Dermerijan aus Aleppo berichtete im Schottenstift in der Langen Nacht der Kirchen über die Situation in der syrischen Stadt.

 

"15 Familien sind aus dem Ausland zurückgekehrt, seit die syrische Stadt Ende 2016 von der Armee aus den Händen der Islamisten befreit wurde." In den Heimkehrern aus Frankreich, Deutschland und Venezuela erblickt Schwester Annie vom Orden der Schwestern Jesu und Mariens (mit Sitz in Rom) ein Zeichen der Hoffnung, dass die Christen nach Vertreibung und jahrelangem Krieg noch eine Zukunft in Syrien haben. Zigtausende Christen waren in den Kriegsjahren aus Aleppo geflohen.Die verbliebenen Angehörigen diverser Kirchengemeinden arbeiten im Überlebenskampf eng zusammen. „Wir helfen einander“, meint die Ordensfrau. Sie selbst ist ein ökumenisches Beispiel: Vater Armenier, Mutter griechisch-orthodox, sie selbst Katholikin.

Wechsel in die humanitäre Hilfe

Bei Kriegsausbruch zögerten die Schwestern nicht: Sie wechselten vom Schuldienst zur humanitären Hilfe. Freiwillige Helfer wurden rekrutiert. Die kirchliche NGO „Kirche in Not“ startete Hilfsprojekte und spendete Geld für die Notleidenden. Als wichtiges Projekt nennt die Ordensfrau Tankwägen, mit denen die Wassertanks aufgefüllt werden. Stromausfälle sind häufig, Treibstoff ist horrend teuer. Schwester Annie: „Seit drei Jahren zahlen wir für hunderte Familien.“ In Kooperation mit „Kirche in Not“ werden die Familien mit Wasser, Strom und Gas versorgt. Die 52-jährige Ordensschwester, die mit ihren Mitschwestern zwischen Damaskus und Aleppo pendelt, nennt Zahlen: 2.000 Familien wurden mit Wasser versorgt, 700 mit Treibstoff, fast 800 Familien erhielten Bargeld, für über 80 Familien, deren Häuser zerstört waren, wurden Mietwohnungen bezahlt. Dazu kommt die medizinische Hilfe. Zu Kriegsbeginn seien Ärzte geflohen, etliche entführt worden. Aber jetzt funktionierten wieder viele Spitäler.

Mission der JournalistInnen ist Wahrheit verbreiten

„Man fragte nicht, ob jemand Christ oder Muslim war. Wir wuchsen miteinander auf, respektierten einander.“ Der Krieg habe die Menschen gespalten. Doch in Landesteilen, die nicht von Islamisten, sondern der Assad-Regierung beherrscht werden, kämen Christen und Muslime weiter gut miteinander aus. Zur Politik will sich die Ordensfrau nicht direkt äußern. Nur so viel: „Vieles, was in Syrien geschah, kam von außen, Gewalt und Hass.“ Ob es in Syrien auch gemäßigte Rebellen gebe? Sie könne keine sehen, meinte sie. Von Moderaten erwarte man, dass sie am Tisch sitzen, um zu verhandeln. Kritik übt die Schwester an den Medien, die von Kriegsbeginn an oftmals falsche Stories und Bilder im Westen verbreitet und überhaupt „parteiisch“ und „einseitig“ berichtet hätten. „Journalisten haben eine Mission. Sie sollen die Wahrheit verbreiten.“ Auf die Chancen einer Rückkehr von Flüchtlingen angesprochen, sagt Schwester Annie, für eine Aussöhnung bedürfe es des Dialogs. Kirchenvertreter und andere Engagierte bemühten sich darum. „Das braucht Zeit.“ Viele Seelen seien in dem grausamen Krieg zerbrochen. Erfreuliches berichtet sie über die öffentlichen Marien-Prozessionen in Damaskus und Aleppo zum 100-jährigen Fatima-Jubiläum. Viele Muslime hätten dies positiv aufgenommen. Am 13. Mai wurde Aleppo der Muttergottes geweiht.

Kirche in Not

[fk]

 

 

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