Kultur & Dokumentation

Frauenklöster im Alpenraum

Das Südtiroler Kulturinstitut und das Historische Institut der Universität Innsbruck widmeten im September 2008 eine Fachtagung dem Thema „Frauenklöster im Alpenraum“. Daraus entstand der vorliegende Band. Er versammelt eine bunte Vielfalt an Beiträgen zur Geschichte von Frauengemeinschaften vor allem im Tiroler und innerösterreichischen Raum. Die Spannbreite der Themen reicht von einem Überblick über die mittelalterlichen Frauenklöster Tirols und des Trentino bis zu einem Beitrag über den „filmischen Blick auf die Nonne“. Einen Schwerpunkt bildet das selten behandelte Thema der Geschichtsschreibung und der Chroniken frühneuzeitlicher Frauenkonvente. Einzelstudien widmen sich den Brixener und Meraner Klarissen, den Klöstern Säben und Sonnenburg sowie den Tertiarschwestern des Heiligen Franz und ihrer Gründerin Maria Hueber (1653–1705). Das Schlusswort hat Sr. Klara Rieder aus der letztgenannten Ordensgemeinschaft, und sie fragt, inwieweit die Tradition auch ein Hemmschuh für den „Sprung nach vorne“ sein kann. So bleibt die Frage nach der Geschichte immer im Spannungsfeld zwischen der Suche nach dem Gründungscharisma, den Erfahrungen vorangegangener Generationen und der Frage nach der Zukunft. Das Buch bietet zu diesen Fragen viele gute Ansätze und Anregungen.

Brigitte Mazohl / Ellinor Forster (Hg.), Frauenklöster im Alpenraum (Schlern-Schriften 355), Innsbruck: Universitätsverlag Wagner  2012, 277 Seiten, ISBN: 978-3-7030-0491-9, Preis: € 39.

How many Jesuits ….

… does it take to change a light bulb? Unter diesem Titel referierte Helga Penz am 36. Österreichischen Archivtag 2011 in Eisenstadt vor über 100 Archivarinnen und Archivaren über die österreichischen Ordensarchive. Manche falsche Vorstellungen über die Archive der Klöster und Ordensgemeinschaften konnten dabei richtig gestellt und der Fachkollegenschaft ein Bild über die Vielfalt und die Bedeutung der Ordensarchivlandschaft in Österreich vermittelt werden. Der Vortrag ist in der Zeitschrift Scrinium 66 (2012) erschienen und kann untenstehend heruntergeladen werden. Im gleichen Heft findet sich auch ein sehr informativer Beitrag über das Archiv der Franziskanerinnen von Vöcklabruck, verfasst von Christoph Stöttinger. Mitglieder des Verbands österreichischer Archivarinnen und Archivare erhalten die Zeitschrift kostenlos zugesandt.

Stift Lambach in der Frühen Neuzeit

Die Teilnehmer des im November 2009 abgehaltenen Symposions zur Geschichte des Stifts Lambach in der Frühen Neuzeit haben ihre Vorträge zu Papier gebracht und präsentieren ein facettenreiches Bild der Klostergeschichte: Über barocke Kunst im und rund um das Stift, Theater, Musik, das dichterische Schaffen eines Stadelschreibers, den Umgang mit Geheimprotestanten im Raum Lambach, das Lambacher St. Josephsspital und die Rosenkranzbruderschaft, Wissenschaft und klösterliche Gelehrsamkeit, Schriftlichkeit im klösterlichen Lebensraum und den Lebensalltag der Mönche und Menschen Lambachs spannt sich der Bogen der behandelten Themen.
Schon die Tagung, die mit dem vollen Einsatz des Lambacher Abtes Maximilian Neulinger stattfand, war eine sehr gelungene Veranstaltung, und das nun erschienene Buch steht diesem Erfolg um nichts nach. Der gewichtige Band ist schon jetzt ein Standardwerk der österreichischen Klostergeschichte.
Die erfolgreiche Idee des Stiftes Lambach, eine Fachtagung mit hochkarätigen Beiträgern aus verschiedenen Disziplinen und Universitäten im Kloster zu veranstalten und damit weitere Forschung anzuregen, hat bereits Nachahmer gefunden. Ermutigt durch die gelungene Veranstaltung in Lambach war auch das Stift Herzogenburg anlässlich seines 900-jährigen Jubiläums im vergangenen Herbst Gastgeber einer historischen Tagung, deren Ergebnisse noch heuer publiziert werden sollen. Weitere Tagungen in anderen Klöstern werden folgen.

Stift Lambach in der Frühen Neuzeit. Frömmigkeit, Wissenschaft, Kunst und Verwaltung am Fluss. Tagungsband zum Symposion im November 2009. Hrsg. von Klaus Landa, Christoph Söttinger und Jakob Wührer (Linz: OÖ Landesarchiv 2012), 688 S., 38,00 Euro, ISBN 978-3-902801-10-4.

 

Zwei Hefte der Ordensnachrichten zum Thema Ordensarchive

Im Rahmen der Herbsttagung der Orden 2005 fand am 22. November dieses Jahres die 1. Informationstagung der „ARGE Ordensarchive“ statt. In diesem Zusammenhang wurde ein eigenes Themenheft der Ordensnachrichten zum Thema „Tradition konkret – Österreichs Ordensarchive“ (Ordensnachrichten 2/2006) gestaltet.

Im Jahr 2009 fand anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Superiorenkonferenz“ die erste gemeinsame Tagung der „ARGE Ordensarchive Österreichs“ statt. Die Vorträge der Fachtagung von 27. bis 30. April 2009 im Kardinal-König-Haus in Wien wurden im Jubiläumsheft der Ordensnachrichten (Ordensnachrichten 5+6/2009) publiziert.

Praktische Archivkunde

Handbücher zum Archivwesen sind rar, umso erfreulicher ist die nützliche Handreichung, die das Westfälische Archivamt für die in Ausbildung befindlichen Mitarbeiter von Archiven herausgegeben hat. Auch wenn historische und rechtliche Ausführungen naturgemäß vor allem das Bundesland Nordrhein-Westfalen behandeln, ist doch der überwiegende Teil auch für österreichische Neueinsteiger in die archivische Arbeit ein nützliches Einstiegs- und Nachschlagewerk. Es macht vertraut mit den Grundfragen und Fachbegriffen des Archivwesens, beschreibt die archivischen Arbeiten von der Schriftgutverwaltung über das Erfassen und Bewerten bis hin zum Erschließen von Archivgut, führt in den Aufbau einer Archivbibliothek und die richtige Anwendung von Archivtechnik ein und gibt nützliche Hinweise zur Frage der Archivbenützung durch Dritte. Das Handbuch kann keine archivische Grundausbildung ersetzen, ist aber bereits jetzt ein Standardwerk der Einführung in die Archivkunde.

Praktische Archivkunde: ein Leitfaden für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste  - Fachrichtung Archiv. Im Auftrag des Archivamtes für Westfalen hrsg. von Norbert Reimann. Red. Wolfgang Bockhorst (Münster, 2., überarb. Aufl. 2008), 376 S., ISBN 978-3-87023-255-9, Preis: ca. € 30.

 

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