Das Kloster der Salesianerinnen am Rennweg in Wien beherbergt eine umfassende Sammlung barocker Thesenblätter, die wohl zu einer der bedeutendsten ihrer Art gehört. Thesenblätter waren in der Barockzeit gedruckte Ankündigungen gelehrter Dispute, meist die Verteidigung der Thesen eines Doktoranden. Sie waren mit oft sehr künstlerischen und eindrucksvollen Bildern geschmückt und wurden daher gerne als Dektorationsstücke gerahmt und aufgehängt.
Das Jubiläum zum 300jährigen Bestehen des Klosters im Jahr 2017 war Anlass für eine Publikation (Das Kloster der Kaiserin, Hg. Helga Penz), in der die erwähnten druckgrafischen Werke von Werner Telesko neu ins Licht der Aufmerksamkeit gerückt wurden. In seinem Beitrag berichtet er unter anderem vom schlechten Erhaltungszustand einzelner Blätter, die einer umfassenden Restaurierung bedürfen.
Mit dieser Information im Gepäck nahm die Kunsthistorikerin Eva Voglhuber während ihres Besuches im „Kloster auf Zeit“ die Sammlung der Thesenblätter in genauen Augenschein und setzte durch ihr Engagement ein umfassendes Restaurierungsprojekt in Gang. In Zusammenarbeit mit der Akademie der Bildenden Künste in Wien und dem Bundesdenkmalamt wurde ein Konzept zur Erhaltung der Sammlung erarbeitet, dessen Umsetzung für die nächsten Jahre geplant ist und durch Spenden finanziert werden soll.
Über 80 Druckgrafiken, die sich an den Wänden der Klostergänge befinden, wurden von Sigrid Eyb-Green aus dem Fachbereich Papierrestaurierung und Ihren Studentinnen vor Ort befundet. Dabei wurde festgestellt, dass die Verglasungen zum Großteil noch original aus dem 18. Jahrhundert erhalten sind. Aus diesem Grund wurde Robert Geyer-Kubista von den Glaswerkstätten im Stift Schlierbach zur fachlichen Begleitung hinzugezogen.
Die Schwesterngemeinschaft der Salesianerinnen sieht dem Beginn der Restaurierungsarbeiten mit Freude entgegen, die nicht nur zum Erhalt von bemerkenswertem kulturellen Erbe beitragen, sondern auch herangehenden RestauratorInnen ermöglichen, Kunstwerke in ihrem gelebten Umfeld zu erforschen und ein Stück Wissen über das Leben im Kloster mit nach Hause zu nehmen.
Das Historische Institut der Akademie der Wissenschaften, das Diözesanarchiv St. Pölten und das Mährische Landesarchiv Brno veranstalten vom 24. bis 26. September 2018 im Rahmen der Tagungsreihe Monastica historia eine internationale Konferenz über: ORDEN UND STADT, ORDEN UND IHRE WOHLTÄTER.
Abt Reinhold Dessl gewährte den Mitgliedern des Beirats für Denkmalschutzfragen der Ordensgemeinschaften Österreich einen Einblick in das einzigartige Archiv seines Hauses: Das einzige runde Klosterarchiv Österreichs.
Eine Fachtagung im Wiener Schottenstift am 16./17. April 2018 widmete sich dem Thema „Klösterliche Handschriften- und Buchverkäufe in der Zwischenkriegszeit“. Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hörten insgesamt 18 Vorträge und Berichte von Ordensleuten, deren Mitarbeiter/innen und von Fachleuten und Wissenschafter/innen.
""Zu Beginn des 14.Jahrhunderts errichtet, überdauerte das gotische Dachwerk der Malteserkirche 700 Jahre lang unbemerkt alle Stadtbrände, Kriegsereignisse und Bautätigkeiten im Zentrum von Wien. Hanna A. Liebich (Bundesdenkmalamt) und Michael Grabner (Universität für Bodenkultur) berichten von seiner Entdeckung"", und zwar in der Zeitschrift ""Die Malteser - Der Sourveräne Malteser-Ritter-Orden und seine Werke in Österreich"", Ausgabe 1/2018.
Die Bäume, die für den Dachstuhl verwendet wurden, sind sogar noch älter und stammen aus dem 11. Jahrhundert. Für die Fachleute ist die Entdeckung des Alters der Dachkonstruktion eine Sensation, hatte man doch bisher angenommen, der Dachstuhl stamme aus dem 19. Jahrhundert. Erst im Zuge der Arbeiten am ""Dachkataster Wien"" wurden die Baupläne genauer unter die Lupe genommen, und der Lokalaugenschein sowie die dendrochonologische Untersuchung brachten dann Gewissheit: Der Dachstuhl der Malteserkirche wurde im 14. Jahrhundert gebaut und ist damit einer der ältesten bekannten Dachstühle.
""Ein Dachwerk mit einem Alter von 700 Jahren stellt für Wien eine Sensation dar"", sagt Michael Grabner im Interview. ""Älter ist nur der Dachstuhl der Salvatorkapelle im Alten Rathaus."" Und Hanna Giebich fügt hinzu: ""Am Beginn des Projekts haben wir kaum zu hoffen gewagt, Dächer aus der Zeit vor dem Barock zu finden. Wir können nun aber die Entwicklungsgeschichte der Dachwerke über ganze sieben Jahrhunderte nachzeichnen. Und am Beginn dieser Geschichte steht ein ganz eigener Wiener Typus, der sich in der Malteserkirche in beeindruckender Größe und Vollständigkeit erhalten hat."" Derzeit wird der Dachstuhl von Studierenden der Technischen Universität Wien genau vermessen und nach besonderen Konstruktionsmerkmalen hin untersucht.
Quelle: Die Malteser, 1/2018, S. 48, Artikel von Katharina Stögner
„Damit in allem Gott verherrlicht werde“, schreibt der Heilige Benedikt in seiner Regel im Kapitel über die Mönche als Handwerker. – Was dient dem Lob Gottes? Was ist würdig für den Gottesdienst?
Dass sehr viele österreichische Klöster in der wirtschaftlich schwierigen Zeit zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg Kunstgegenstände verkauft haben, ist eine zwar allgemein bekannte, bisher aber noch nicht wirklich systematisch untersuchte Tatsache.
Bei den Schwestern vom Göttlichen Erlöser in Wien haben sich im Laufe der letzten Jahrzehnte viele Dinge in den Depoträumen angesammelt. Fein säuberlich verwahrt, erzählen sie von ehemaligen Standorten und Werken der Schwesterngemeinschaft.