11. Februar 2013

Themenheft Ordensnachrichten 02/2006: Tradition konkret - Österreichs Ordensarchive

Das Heft 02/2006 der Ordensnachrichten widmet sich dem Thema "Tradition konkret - Österreichs Ordensarchive".

Mit Beiträgen von:
Helga Penz und Johann Tomaschek
Richtlinien zur Sicherung und Nutzung der Ordensarchive

Ordensarchivare im Gespräch

Christian Kuhn:
Rechtliche Aspekte der Zusammenlegung von Ordensprovinzen

Papst Benedikt XVI. zum Weltgebetstag um geistliche Berufe

02. Februar 2013

Records Management - Studientag 2013

Die Fachgruppe der Archive der Kirchen und Religionsgemeinschaften lud ihre Mitglieder am 1. Februar 2013 zu einer Studientagung über Records Management nach Salzburg ein. Die digitale Langzeitarchivierung elektronischer Unterlagen braucht als Voraussetzung eine effiziente Ordnung in der Schriftgutverwaltung. Bewertung und Aussonderung müssen vor der Übergabe an das Archiv stattfinden. Zugleich ist zu berücksichtigen, dass zunehmend nicht nur aktenmäßige Unterlagen das Gedächtnis einer Institution darstellen, sondern viele andere Aufzeichnungen. Das kommt im Begriff Records Management zum Ausdruck.

Wollen Archivarinnen und Archivare die Überlieferung archivwürdiger Unterlagen ihrer Trägerinstitution auch im digitalen Zeitalter sicherstellen, dann müssen sie die schriftgutproduzierenden Stellen beraten. Wie eine solche Beratung aussehen kann und soll, ist Thema dieser Studientagung. Referent ist Dr. Christoph Popp aus dem Stadtarchiv Mannheim.

Nähere Informationen finden Sie im Programmfolder.

29. Januar 2013

Ordensjubiläen 2013

2013 gibt es viele Anlässe zum Gedenken und Bedenken in den österreichischen Ordensgemeinschaften.

Jubiläen in den Männerorden

Auf die längste Tradition blickt dieses Jahr der Malteser Ritterorden zurück, der am 9.2. das 900jährige Jubiläum seiner Anerkennung als Ordensgemeinschaft feiert.

Vier Stifte feiern heuer ein Jubiläum: die Klöster St.Georgenberg-Fiecht und Wilten begehen ihr 875-Jahr-Jubiläum. Im Stift Zwettl wird zur 875-Jahr-Feier die langjährige Kirchenrenovierung abgeschlossen. Stift Vorau besteht seit 850 Jahren und hat aus diesem Anlass eine Festschrift herausgegeben.

Die Gesellschaft Jesu hat ebenfalls ein rundes Jubiläum zu feiern: Vor 450 Jahren errichtete der Jesuitenorden eine eigene österreichische Provinz.

Vor 125 Jahren wurde in Salzburg-Liefering das älteste Missionshaus im deutschsprachigen Raum von den Herz-Jesu-Missionaren errichtet.

Vor 100 Jahren übernahmen die Herz-Jesu-Priester (Dehonianer) die Seelsorge an der neuen Heilig-Geist-Kirche (Pfarre Schmelz) und errichteten ihre älteste Niederlassung in Wien. Josef Jan Litomisky (1888–1956), der aus Prag stammende Priester, der 1922 die Gemeinschaft der Tröster von Gethsemani gründete, wurde vor 125 Jahren geboren. Die Palottiner feiern 50 Jahre Heiligsprechung ihres Gründers Vinzenz Palotti (1795 –1850) .


Jubiläen in den Frauenorden
Vor 125 Jahren gründete Therese von Wüllenweber nach einer Begegnung mit P. Jordan die Gemeinschaft der Salvatorianerinnen, den weiblichen Zweig der Gesellschaft des Göttlichen Heilands, die bereits letztes Jahr mehrere Jubiläen beging. Im gleichen Jahr 1888 brach Sr. Maria Bernarda Bütler mit sechs weiteren Schwestern zur Mission nach Ecuador auf und gründete dort die Kongregation der Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf. Vor 75 Jahren wurde die benediktinische Gemeinschaft der Josephsschwestern von Mombasa von Bischof Johan Hefferman in Tansania gegründet.

Der Geburtstag von Katharina Lins (1788–1836), Gründerin der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul, jährt sich heuer zum 225. Mal. Maria Theresia Ledochowska (1863–1922), Gründerin der Missionsschwestern vom hl. Petrus Claver wurde vor 150 Jahren geboren.

Von den neuen Gemeinschaften begeht die Geistliche Familie Das Werk ihren 75. Geburtstag.

Totengedenktage 2013
19. Jänner: 250. Todestag von Maria Theresia Zechner (1697–1763), Gründerin der Kongregation der Schulschwestern vom III. Orden des hl. Franziskus.

31. Jänner 2013: 125. Todestag von Giovanni Bosco, genannt Don Bosco (1815–1888), Gründer der Salesianer Don Boscos.

5. März: 125. Todestag von Robert Spiske (1821–1888), Stifter der Hedwigschwestern.

30. März: 70. Todestag der Seligen Sr. Restituta Kafka (1894–1943) von den Hartmannschwestern. 

27. Mai: 875. Todestag von Hadmar von Kuenring, Gründer des Stiftes Zwettl.

16. Juni: 125. Todestag von Maria Theresia Scherer (1825–1888), Gründerin der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz.

15. Juli: 925. Todestag von Erzbischof Gebhard von Salzburg, Gründer des Stiftes Admont.

20. September: 75. Todestag von Maria Teresa Tauscher (1855–1938), Gründerin der Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu.

23. November 2012

Herbsttagung 2012

Zur Tagung des Referats für die Kulturgüter der Orden am 19. November 2012 waren rund 40 TeilnehmerInnen gekommen. Das Treffen fand im Rahmen der jährlichen Herbsttagung der österreichischen Ordensgemeinschaften im Kardinal König-Haus in Wien statt.

50 Jahre II. Vaticanum: Das Konzil und die Orden

Der Vormittag war dem Jubiläum zur Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren gewidmet. Prof. Dr. Joachim Schmiedl von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar und Leiter des Arbeitskreises „Ordensgeschichte 19./20. Jahrhundert“ stellte in einem spannenden Re-Reading des Konzilsdekrets über die Erneuerung des Ordenslebens Perfectae caritatis die Frage nach den Möglichkeiten und Herausforderungen des Dekrets für ein Aggiornamento der Orden in der Gegenwart. Bischof Maximilian Aichern berichtete aus eigenen Erfahrungen und Erlebnissen bei der Umsetzung der Konzilsbeschlüsse in Österreich. Er betonte, dass gerade die Eigenart der Orden – ihre Vielfalt, die Kollegialität ihrer Leitungsorgane, ihre Charismen und Apostolate – einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der Kirche leisten. Beide Referate werden in der nächsten Ausgabe der Ordensnachrichten gedruckt erscheinen.

Praxis der Kulturgutpflege

Der Nachmittag widmete sich praktischen Themen. Der Lehrer und Archivar des Benediktinerstifts Lambach Dr. Christoph Stöttinger referierte über Grundsätze und Modelle einer Archivpädagogik im Kloster, wie er sie selbst für Lambach entwickelt hat, und plädierte dafür, archiv-, museums- und kirchenpädagogische Bemühungen zu einer eigenen „Klosterpädagogik“ weiterzuentwickeln.

Auf die Bedeutung der Musikarchive in den Ordensgemeinschaften verwiesen Dr. Karl Mitterschiffthaler vom Musikarchiv Vorau und Univ. Doz. Dr. Hildegard Hermann-Schneider vom Internationalen Quellenlexikon der Musik RISM, Landesleitung Tirol-Südtirol, die unter anderem an der Katalogisierung der Musikarchive des Stiftes Stams und der Österreichischen Franziskanerprovinz „Austria“ arbeitet.  Die beiden Referenten setzten sich engagiert für eine Erhaltung von Musikhandschriften und –drucken in den Ordensgemeinschaften ein, und zwar auch jener einfachen Liederbücher, die Einblick in die Gestaltung der Liturgie im Zeitenwandel geben.

Eine Anleitung für gezieltes Recherchieren im Internet, insbesondere für ArchivarInnen, BibliothekarInnen und SammlungskustodInnen, gab zum Abschluss der Tagung HR Mag. Hubert Schlieber, Leiter der Bibliothek der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft.

dav
17. Oktober 2012

Neue Archivarin der Kapuziner

Für die Erschließung ihres kulturellen Erbes hat der Orden der Kapuziner eine neue Mitarbeiterin für das Archiv der Provinz Österreich-Südtirol in Innsbruck angestellt. Miriam Trojer ist gebürtige Südtirolerin und hat in Innsbruck und München Geschichte und Historische Hilfswissen- schaften studiert. Sie war bereits in mehreren Projekten wissenschaftlich tätig, zuletzt in der Bestandsaufnahme der epigraphischen Zeugnisse des Mittelalters und der Frühen Neuzeit in Brixen.

davMiriam Trojer im Archiv der Kapuziner (c) Ordensgemeinschaften

Der Kapuzinerorden hat eine reiche, bis in das 16. Jahrhundert zurückgehende Tradition und Geschichte. Das Kloster in Innsbruck wurde von Erzherzog Ferdinand II. gegründet und ist das älteste des Ordens im deutschsprachigen Raum. Die Überlieferung an historischem Schriftgut, aber auch an künstlerischen Werken, ist außergewöhnlich und von hohem Wert für die Frömmigkeitsgeschichte nicht nur Tirols.

 

17. Oktober 2012

Neuer Kustos in Klosterneuburg

Zum neuen Kustos im Stift Klosterneuburg wurde MMag. Dr. Nicolaus Urs Buhlmann CanReg. bestellt. Ihm wurde damit von Abtprimas Propst Bernhard Backovsky die Verantwortung für das Archiv, die Bibliothek, das Museum und die Schatzkammer des Stiftes übertragen. H. Nicolaus war nach seinem Geschichtestudium in Deutschland als Journalist und Pressesprecher tätig, bevor er Theologie studierte und 2004 zum Priester geweiht wurde. Er trat 2008 in das Stift Klosterneuburg ein.

Der reiche Sammlungsbestand des Stiftes wird von einem Team mit mehreren Mitarbeitern betreut. Insgesamt umfasst das Museum mit der Schatzkammer rund 950 Gemälde, 700 Original- und 15.000 Druckgrafiken, 250 Skulpturen und rund 1100 kunstgewerbliche Objekte. Die Bibliothek mit rund 300.000 Bänden – darunter mehr als 1.200 Handschriften und Inkunabeln – stellt die größte nichtstaatliche Bibliothek des Landes dar.

H. Nicolaus Buhlmann löst in seiner Funktion als Kustos Univ.Prof. DDr. Floridus Röhrig CanReg ab, der dieses Stiftsamt durch 53 Jahre innehatte. Ihm verdanken zahlreiche HistorikerInnen und ArchivarInnen und mit ihnen die kirchenhistorische Forschung in Österreich wesentliche Impulse und Erkenntnisse.

13. September 2012

820 Jahre Deutscher Orden

Anlässlich seines 50jährigen Priesterjubliäums hat Bernhard Demel, langjähriger Leiter des Zentralarchivs des Deutschen Ordens in Wien, Einzelstudien zur Geschichte seines Ordens herausgegeben. Die fünf im Buch enthaltenen Beiträge sind Vorträge, die der Autor in den letzten Jahren gehalten hat. Sie werfen Schlaglichter auf die Geschichte Europas, die der Deutsche Orden wesentlich mitgeprägt hat:

1) Die Bemühungen des Deutschen Ordens um seine Exemtion an der päpstlichen Kurie.
2) Die bi- und schließlich trikonfessionelle Ballei Hessen des Deutschen Ordens zwischen Luther und Napoleon und die Ordenspfarre Reichenbach in Nordhessen von 1207 bis 1809.
3) Die Reformation in ihrer Auswirkung auf den Deutschen Orden in Thüringen unter Berücksichtigung von Kardinal Christian August von Sachsen-Zeitz.
4) Die Reichs- und Kreispolitik des Hoch- und Deutschmeisters 1524 bis Ende 1805 – ein Überblick.
5) Die Ausbildungsmöglichkeiten der Kleriker in den mährisch-schlesischen Deutschordensherrschaften vom 17. Jahrhundert bis 1918.

Wer sich näher für die Geschichte des Deutschen Ordens interessiert, erhält hier in wissenschaftlich fundierten Einzelstudien einige der wichtigsten Stationen dieser so geschichtsträchtigen Ordensgemeinschaften dargestellt.

Bernhard Demel, 820 Jahre Deutscher Orden. 1190 – 2010. Fünf Referate über eine lange Geschichte Europas. Wien: Selbstverlag 2011, 160 S., 8 Abb., 1 Karte, ISBN 978-3-9501732-9-1.