Zum neuen Kustos im Stift Klosterneuburg wurde MMag. Dr. Nicolaus Urs Buhlmann CanReg. bestellt. Ihm wurde damit von Abtprimas Propst Bernhard Backovsky die Verantwortung für das Archiv, die Bibliothek, das Museum und die Schatzkammer des Stiftes übertragen. H. Nicolaus war nach seinem Geschichtestudium in Deutschland als Journalist und Pressesprecher tätig, bevor er Theologie studierte und 2004 zum Priester geweiht wurde. Er trat 2008 in das Stift Klosterneuburg ein.
Der reiche Sammlungsbestand des Stiftes wird von einem Team mit mehreren Mitarbeitern betreut. Insgesamt umfasst das Museum mit der Schatzkammer rund 950 Gemälde, 700 Original- und 15.000 Druckgrafiken, 250 Skulpturen und rund 1100 kunstgewerbliche Objekte. Die Bibliothek mit rund 300.000 Bänden – darunter mehr als 1.200 Handschriften und Inkunabeln – stellt die größte nichtstaatliche Bibliothek des Landes dar.
H. Nicolaus Buhlmann löst in seiner Funktion als Kustos Univ.Prof. DDr. Floridus Röhrig CanReg ab, der dieses Stiftsamt durch 53 Jahre innehatte. Ihm verdanken zahlreiche HistorikerInnen und ArchivarInnen und mit ihnen die kirchenhistorische Forschung in Österreich wesentliche Impulse und Erkenntnisse.
Anlässlich seines 50jährigen Priesterjubliäums hat Bernhard Demel, langjähriger Leiter des Zentralarchivs des Deutschen Ordens in Wien, Einzelstudien zur Geschichte seines Ordens herausgegeben. Die fünf im Buch enthaltenen Beiträge sind Vorträge, die der Autor in den letzten Jahren gehalten hat. Sie werfen Schlaglichter auf die Geschichte Europas, die der Deutsche Orden wesentlich mitgeprägt hat:
1) Die Bemühungen des Deutschen Ordens um seine Exemtion an der päpstlichen Kurie. 2) Die bi- und schließlich trikonfessionelle Ballei Hessen des Deutschen Ordens zwischen Luther und Napoleon und die Ordenspfarre Reichenbach in Nordhessen von 1207 bis 1809. 3) Die Reformation in ihrer Auswirkung auf den Deutschen Orden in Thüringen unter Berücksichtigung von Kardinal Christian August von Sachsen-Zeitz. 4) Die Reichs- und Kreispolitik des Hoch- und Deutschmeisters 1524 bis Ende 1805 – ein Überblick. 5) Die Ausbildungsmöglichkeiten der Kleriker in den mährisch-schlesischen Deutschordensherrschaften vom 17. Jahrhundert bis 1918.
Wer sich näher für die Geschichte des Deutschen Ordens interessiert, erhält hier in wissenschaftlich fundierten Einzelstudien einige der wichtigsten Stationen dieser so geschichtsträchtigen Ordensgemeinschaften dargestellt.
Bernhard Demel, 820 Jahre Deutscher Orden. 1190 – 2010. Fünf Referate über eine lange Geschichte Europas. Wien: Selbstverlag 2011, 160 S., 8 Abb., 1 Karte, ISBN 978-3-9501732-9-1.
Im Rahmen der Herbsttagung der Orden 2005 fand am 22. November dieses Jahres die 1. Informationstagung der „ARGE Ordensarchive“ statt. In diesem Zusammenhang wurde ein eigenes Themenheft der Ordensnachrichten zum Thema „Tradition konkret – Österreichs Ordensarchive“ (Ordensnachrichten 2/2006) gestaltet.
Im Jahr 2009 fand anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Superiorenkonferenz“ die erste gemeinsame Tagung der „ARGE Ordensarchive Österreichs“ statt. Die Vorträge der Fachtagung von 27. bis 30. April 2009 im Kardinal-König-Haus in Wien wurden im Jubiläumsheft der Ordensnachrichten (Ordensnachrichten 5+6/2009) publiziert.
Der Gründer der Salvatorianer und Salvatorianerinnen, Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan, war in seiner Lebensentwicklung und Persönlichkeit durch ein dichtes Beziehungsnetz geprägt. In diesem neuen Buch legt Pater Peter van Meijl SDS dieses Netz offen.
Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ordensarchive (AGOA) und die ARGE Ordensarchive Österreichs veranstalteten von 16. – 18. April 2012 ihre zweite gemeinsame Jahrestagung in Freising. Im Rahmen der Tagung erfolgte auch die Neuwahl des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Ordensarchive, dazu mehr hier.
Das Tagungsprogramm bot folgende Vorträge: Margit Ksoll-Marcon, Generaldirektorin der Staatlichen Archive Bayerns: „Das Archivwesen in Bayern – Herausforderungen und Zukunftsperspektiven."" Helga Penz, Referat für die Kulturgüter der Orden: „Internationale Erschließungsstandards“. Heinz Dopsch, emeritierter Professor für Vergleichende Landesgeschichte der Universität Salzburg: „Salzburg als Metropole der Kirchenprovinz Bayern.“ Annemarie Fenzl, Diözesanarchiv Wien: „Die Konzilsakten von Kardinal Franz König.“ Guido Treffler, Erzbischöfliches Archiv München: „Die Konzilsakten von Kardinal Julius Döpfner.“ Peter Pfister, Archiv und Bibliothek des Erzbistums Freising und München: „Schimmelschock in der Freisinger Dombibliothek.“ Gerhard Fürmetz, Referat Bestandserhaltung im Bayerisches Hauptstaatsarchiv: „Schadensbilder im Archiv: Erkennen, Bewerten, Maßnahmen.“ Einen ausführlichen Bericht über die Tagung finden Sie auf der Website der AGOA. Den Vortrag von Helga Penz können Sie hier herunterladen.
Am 18. April 2012 erfolgte im Rahmen der Jahrestagung der Ordensarchive in Freising die Neuwahl des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Ordensarchive. Diesem gehören nunmehr als gewählte Mitglieder an: P. Dr. Peter van Meijl (Provinzarchiv der Salvatorianer, Wien), Sr. Illuminata Blümelhuber (Provinzarchiv der Kreuzschwestern, Wels), Dr. Christoph Stöttinger (Stiftsarchiv Lambach), Dr. Gerald Hirtner (Archiv der Erzabtei St. Peter). Zur Kooptierung bereit erklärt hat sich erneut Frau Dr. Christine Schneider, Historikerin.
Nach zwei Amtsperioden im Vorstand verabschieden wir uns von Sr. Dr. Christine Öhlinger (Provinzarchiv des Sacré Coeur, Bregenz), der wir ein unermüdliches Mitwirken zu verdanken haben, das uns Achtung und Respekt abgerungen hat, ein immer wieder neues Nachgehen und Vorantreiben, dem wir viele Fortschritte in der Teamarbeit schulden, und eine große und tiefe Begeisterung für das Anliegen der Ordensarchive, die uns inspiriert hat. Liebe Sr. Christl – ein herzliches Dankeschön!
Am 6. April 2012 wurde P. Dr. Benedikt Wagner, seit 1969 Archivar des niederösterreichischen Benediktinerstiftes Seitenstetten, mit 83 Jahren abberufen. Mit ihm verliert die Archiv- und Forschungswelt eine markante Persönlichkeit. P. Benedikt Wagner (Taufname: Franz) erblickte am 17. März 1929 in Sonntagberg, Bezirk Amstetten, auf dem Hof in der „Kleinen Wolföd“ das Licht der Welt. Schon in jungen Jahren kam er in Kontakt mit dem Superior der Wallfahrtskirche am Sonntagberg P. Bonifaz Hoinigg. P. Bonifaz gab auch den Anstoß, den schon 16jährigen, kränkelnden jungen Mann zum Studium in das Stift Seitenstetten zu senden, wo er 1951 maturierte. Der junge Sonntagberger trat im gleichen Jahr in das Stift ein und erhielt den Namen des Ordensgründers Benedikt von Nursia. Der begabte junge P. Benedikt Wagner wurde zum Studium an die Universität Salzburg entsandt, wo er Theologie und Philosophie belegte. 1957 empfing er in Seitenstetten die Priesterweihe und übernahm die Stiftspfarre Aschbach ein Jahr als Kaplan, bevor P. Benedikt vom Stift an die Universität Wien entsandt wurde um Latein und Griechisch für das Lehramt zu studieren. In den Jahren 1962/63 amtierte der junge Geistliche auch aushilfsweise als Präfekt der Juvenisten. Im folgenden Jahr verfasste P. Benedikt seine erste große wissenschaftliche Arbeit, eine in Latein gehaltene Abhandlung über die Wallfahrtskirche am Sonntagberg – Ziel war die Erhebung zur „basilica minor“, was auch im Jahre 1964 gelang. Im Jahr 1965 arbeitete er als Aushilfe auf dem Sonntagberg und trat im gleichen Jahr in das Lehrerkollegium des Stiftes ein (Lehramtsprüfung 1968). Im gleichen Jahr reichte P. Benedikt seine Dissertation ein (Thema: „Isokrates und der Mythos“) und promovierte zum Dr. phil. Ab dem Jahr 1969 begann P. Benedikt sich intensiv um die Geschichte seines Hauses und der Heimatkunde des nö. Mostviertels zu kümmern. In seine Aufgabenbereiche fielen neben der Seelsorge die Leitung des Stiftsgymnasiums, das Archiv und auch die Stiftsbibliothek. Zahlreiche Publikationen belegen den enormen Fleiß P. Benedikts u.a. die erstmals 1980 herausgegebene Geschichte des Stiftes „Seitenstetten – Udalschalks Erbe im Wandel der Zeit“. Daneben bearbeitete er viele Urkunden seines Hauses und schrieb dazu die Regesten. Mit 65 Jahren nahm P. Benedikt Wagner Abschied vom Schuldienst, doch ging seine Forschertätigkeit daneben unermüdlich weiter. Im Jahre 2003 erfuhr er von seinem Krebsleiden, das ihm seine Arbeit immer mehr erschwerte und ihn sichtlich zeichnete. Am 6. April dieses Jahres wurde er endgültig von dieser Welt abberufen. Am 13. April 2012 geleiteten ihn seine Brüder, Kollegen und viele Trauernde in Seitenstetten zur ewigen Ruhe. In Erinnerung wird P. Benedikt Wagner der Fachwelt als fleißiger, energischer, hochprofessioneller und sehr genauer Forscher und Archivar bleiben. Sein wissenschaftliches Werk prägte die Geschichtsforschung des westlichen Niederösterreichs entscheidend, das von ihm betreute Stiftsarchiv in Seitenstetten gibt davon beredtes Zeugnis.
Im Archiv des Schottenstiftes wurde Ende 2011 eine Originalurkunde Kaiser Friedrichs II. (1212–1250) gefunden. Es handelt sich dabei um ein Stück, das 1889 in Paris versteigert wurde und dessen Verbleib seitdem unbekannt war. Die äußere Form der Urkunde ist recht schlicht und entspricht der einfachen Ausfertigung der staufischen Diplome.
Frömmigkeit, Wissenschaft, Kunst und Verwaltung am Fluss
Die Beiträge zur frühneuzeitlichen Geschichte des Benediktinerklosters üräsentieren die Ergebnisse eines 2009 abgehaltenen Symposiums. Diese ergeben ein facettenreiches Bild.