Im Rahmen der alljährlichen Herbsttagung des österreichischen Ordensgemeinschaften fand am 23. November 2011 die Informationstagung des Referats für die Kulturgüter der Orden statt, an der rund 50 Ordensleute bzw. ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilgenommen haben. Die Stimmung war sehr gut, die Diskussion sehr lebhaft.
Thema war die Handhabung und Pflege von Kulturgut in Archiven, Bibliotheken und Sammlungen.
Ilse Entlesberger, Restauratorin im Niederösterreichischen Landesarchiv, referierte über die richtige Archiveinrichtung, Lagerung und Verpackung von Archivalien.
Susanne Fröhlich aus dem Österreichischen Staatsarchiv behandelte in ihrem Vortrag das Projekt der digitalien Langzeitarchivierung.
Die Mitarbeiter von P. Peter van Meijl, Provinzarchiver der Salvatorianer, Doris Fries und Robert Passini, berichteten über die Inventarisierung und Identifizierung von Fotos von Ordensleuten.
Eva Voglhuber vom Kunstreferat der Diözese Linz gab praktische Hinweise zur richtigen Aufbewahrung und Pflege von Bildern, Statuen, Paramenten und liturgischem Gerät. Zu diesem Thema wird sie ausführlicher auch beim Seminar ""Einführung in die Sammlungspflege"" am 22-23. März 2012 in Linz sprechen.
Anton Knoll von der Österreichischen Nationalbibliothek behandelte das Thema ""Bücher im Gebrauch - Bibliotheksbestand fit machen für die Benützung.""
Am 22. November 2010 hat Univ. Prof. Dr. Wolfang Wieshaider vom Institut für Rechtsphilosophie, Religions- und Kulturrecht im Rahmen der Herbsttagung der Ordensgemeinschaften einen Vortrag über die Bestimmungen des Denkmalschutzes betreffend die Kulturgüter, also die „beweglichen Dankmale“, gehalten und dabei Fragen der Veränderungen von Kulturgütern durch Restaurierungen, rechtliche Aspekte von Transporten und Verlagerungen sowie von Eigentümerwechseln erläutert. Der Vortrag ist eine nützliche Interpretationshilfe zu den Bestimmungen des Österreichischen Denkmalschutzgesetzes. Der Vortrag ist in den „Ordensnachrichten“ 1/2011, S. 35-41 erschienen.
Die Fotogeschichte ist mittlerweile eine Wissenschaft für sich, aber nun gibt es ein Handbuch, mit dem man im Archiv selbst eine Bestimmung seiner Bilder vornehmen kann. Der renommierte Fotohistoriker Timm Starl hat einen übersichtlichen, gut verständlichen Ratgeber für die Identifizierung und Datierung von Fotografien von 1839 bis 1945 vorgelegt.
Das Handbuch dient als Begleitbuch für die Heimat- und Familienforscherkurse des Niederösterreichischen Landesarchivs und ist ein sehr nützliches Werkzeug für jeden Geschichtsforscher, der seiner näheren Orts- und Familiengeschichte nachspürt.
Sr. Erentrud Dirngrabner hat das Schicksal der Schulen (Linz, Gmunden, Steyr u.a.), des Krankenhauses (Wels) sowie anderer Ordensniederlassungen in Oberösterreich erforscht.
Martin Rotheneder, Stift Melk: Restaurieren und Leben. Die Erzählung einer siebzehnjährigen Restaurierungsgeschichte in vielen Bildern. Festschrift zum Abschluss der großen Stiftsrestaurierung (1978-1995).
önnen aus historischen Schriftstücken „herausgelesen“ werden.
Die Entwicklung der Schrift
Als Referentin war Frau Mag. Heidemarie Bachhofer vom Niederösterreichischen Landesarchiv eingeladen, die in ihrem Vortrag auf die Entwicklung der Schrift mit dem Schwerpunkt 18.-20. Jahrhundert einging. Zu Beginn stellte sie die Geschichte und Entwicklung der Schrift von der Antike bis hin zur Kurrentschrift des 20. Jahrhunderts dar. Besonderheiten, wie das Verbot der Kurrentschrift im Jahr 1941 durch die NSDAP wurden dabei erwähnt.
Anschließend las die Gruppe gemeinsam den in Kurrentschrift geschriebenen Text „Vanillebrod“, der gerade zu Beginn beim Lesen doch einigen Problemen bereitete.
Mehr und mehr kamen die Teilnehmer*innen in das Lesen hinein und schafften es mittels Lupen und viel Geduld einige Wörter gemeinsam zu lesen. Dabei gab Heidemarie Bachhofer noch wertvolle Tipps für die Herangehensweise beim Transkribieren (lesbare Buchstaben als „Lückentext“ schreiben, Vergleich mit schon transkribierten Wörtern).
Gemeinsam alte Schriften lesen
Nach einem gemeinsamen Austausch bei Kaffee und Kuchen wurden Beispiele aus dem Diözesanarchiv Wien (Ausschnitt Pfarrchronik Mariahilf von 1865 und ein Beispiel aus dem Bestand der Ordinariatsakten) gemeinsam erarbeitet. Zuerst versuchte jede/r Teilnehmer*in, die Texte selbst anhand der Handreichung zu lesen. Heidemarie Bachhofer, Johanna Kößler und Iris Forster unterstützten die Teilnehmer*innen bei der „Detektivarbeit“ und gaben Tipps. Final wurde aufgelöst und die Beispiele gemeinsam vorgelesen.
Zum Abschluss des ersten Moduls erhielten die Besucher*innen eine Teilnahmebestätigung und es war noch Raum für Fragen und Anregungen. Das Feedback zum Kurs war sehr positiv.