Von 16.-18. April 2012 gibt es eine gemeinsame Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ordensarchive (AGOA) und der Arbeitsgemeinschaft der Ordensarchive Österreichs (welche im Referat für die Kulturgüter angesiedelt ist). Es ist das zweite gemeinsame Treffen nach der Tagung „50 Jahre Superiorenkonferenz“ 2009 in Wien. Eingeladen wird nach Freising in das Kardinal-Döpfner-Haus. Geplant sind kirchenhistorische und archivfachliche Referate und Exkursionen, aber auch Begegnung und Gespräch werden ihren Platz finden. Die ARGE Ordensarchive Österreichs wählt bei dieser Tagung einen neuen Vorstand. Wahlvorschläge sind schriftlich bis zum 30. April 2012 beim Referat für die Kulturgüter der Orden einzubringen.
P. Josef Höcherl, Provinzarchivar der Herz-Jesu-Missionare, widmet eine Veröffentlichung seinem 1985 verstorbenen Mitbruder Josef Weigl. Er gehörte zu den ersten Missionaren im Kongo, wo er ab 1955 wirkte und 1961 zur Gründung der Diözese Ikela beitrug, der er dann selbst als Bischof vorstand.
Für Ordenshistorikerinnen und Ordenshistoriker – und solche, die es werden wollen – gibt es bei Tagungen die Gelegenheit, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten und Neues aus der Forschung zu erfahren. Auf der Website http://ordensgeschichte.hypotheses.org wird auf interessante Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum hingewiesen.
Für Österreich sei hier auf Folgendes verwiesen:
Im Diözesanarchiv St. Pölten wird ein Symposium zum Thema „Ordenshistoriographie in Mitteleuropa“ am 23.-24. September 2014 vorbereitet. Die Tagung wird gemeinsam mit dem Landesarchiv Brünn veranstaltet. Hier gehts zum Programm: http://ordensgeschichte.hypotheses.org/6911
Im Schloss Hartheim findet von 23. bis 24. Mai 2014 ein Symposium zur Geschichte der Pflegeberufe statt, bei dem auch die Geschichte von Pflegeorden wie den Barmherzigen Schwestern behandelt werden wird. Nähere Informationen gibt es auf der Website des Veranstalters unter http://www.geschichtswelten.info.
In Stift Heiligenkreuz leitet von 13. bis 15. Februar 2014 P. Alkuin Schachenmayr, Stiftsarchivar und –bibliothekar sowie Vorstand des Instituts für Cistercienserforschung, ein Kolloquium zur Geschichte des Zisterzienserordens. Es referieren junge Nachwuchsforscherinnen und –forscher über ihre Doktorarbeiten aus Aspekten der Ordensgeschichte vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Hier geht’s zum Programm.
2014 gibt es viele Anlässe zum Feiern, aber auch zum Gedenken und Bedenken in den österreichischen Ordensgemeinschaften.
Auf die längste Tradition blickt heuer das Stift Melk zurück, das im Jahr 2014 seit 925 Jahren Bestand hat. Stift Klosterneuburg feiert sein 900-Jahr-Jubiläum. Am 12. Juni 1114 erfolgte die Grundsteinlegung für die Kirche des von Markgraf Leopold III. gegründeten Chorherrenklosters. Vor 850 Jahren wurde die Klosterkirche des ehemaligen Augustiner-Chorherrenstifts, heute Benediktinerklosters Seckau geweiht. Stift Seitenstetten feiert 2014 den 400. Geburtstag des Gnadenbildes in der Wallfahrtskirche am Sonntagberg.
1224 kamen die ersten Minoriten nach Wien, 1239, also vor 775 Jahren, wurde die österreichische Provinz des Ordens errichtet. Vor 400 Jahren wurde in Wien die erste Hospitalniederlassung der Barmherzigen Brüder gegründet.
Die Gesellschaft Jesu feiert 2014 das 200-Jahr-Jubiläum ihrer Wiedererrichtung. Aus diesem Anlass ist vor kurzem ein umfangreiches Werk des renommierten Kirchenhistorikers Klaus Schatz SJ zur Geschichte der deutschen Jesuiten seit 1814 erschienen.
Dem Thema „Sicherheit in Archiven, Bibliotheken und Sammlungen“ widmete sich die Informationstagung des Referats für die Kulturgüter am 27.11.2013 im Rahmen der alljährlichen Herbsttagung der Ordensgemeinschaften Österreich.
Katrin Schöne von der „Konferenz nationaler Kultureinrichtungen“ in Deutschland stellte den Sicherheitsleitfaden Kultur (SiLK) vor. Es handelt sich dabei um Informationspakte zu den Themen: Allgemeines Sicherheitsmanagement, Brand, Flut, Diebstahl, Vandalismus, Unfälle, Abnutzung, Klima, Licht, Schädlinge, Schimmel, Schadstoffe, Unwetter, Erdbeben und Gewalttaten. In Form eines Fragebogens auf der Website kann man die Situation in der eigenen Institution betreffend Sicherheit evaluieren und enthält außerdem praktische Hinweise und Tipps zur Verbesserung der Lage.
Die Inspektoren Gerhard Klein und Herbert Kohl von der Abteilung Kriminalprävention im Landeskriminalamt Wien gaben Erklärungen zur Sicherheitsanalyse und zu Präventionsmaßnahmen. Es wurde darauf hingewiesen, dass man sich in jedem Landeskriminalamt beraten und auch um eine Ortsbegehung, wie auch mit der Feuerwehr, ersuchen kann.
Oliver Behrens, der Kunstversicherungsmakler der Ecclesia-Versicherung, referierte über Spezialversicherungen für Kunstobjekte. In der Regel ist man gegen Schäden durch Brand oder Diebstahl mit der allgemeinen Versicherung abgedeckt, man kann aber eigene Versicherungen für besondere Schadensfälle an wertvollen Objekte abschließen.
Zum Abschluss der Tagung sprach Gisela Fleckenstein, Ordenshistorikerin und Archivarin der Deutschen Oberenkonferenz und im Stadtarchiv Köln, über „Werbung mit Orden – Orden in der Werbung, oder: Eine ordentliche Einkaufstour“. Sie zeigte auf vergnügliche Weise, bei welchen Produktionen Bilder von Ordensleuten in der Werbung eingesetzt werden (es sind vor allem Genussmittel …).
Die 14. Tagung des Arbeitskreises Ordensgeschichte 19./20. Jahrhundert an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar fand 2014 von Freitag, 31. Jänner bis Sonntag, 2. Februar 2014 statt. In Hinblick auf das 100jährige Gedenkjahr zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 stand die Tagung unter dem Thema „Orden im Ersten Weltkrieg“. Die Veranstaltung wurde wie jedes Jahr von Gisela Fleckenstein und Joachim Schmiedl veranstaltet und bot neben dem Schwerpunktthema viele weitere interessante Vorträge und eine Buchpräsentation. Genaue Informationen zum Programm entnehmen Sie bitte dem Folder.
Manfred Massani (Bibliothekar der Kapuziner): Die Provinzbibliothek der Kapuziner in Innsbruck Philipp Gahn (Hochschulbibliothek Benediktbeuern): Organisation einer One-Person-Library Karin Schamberger (Diözesanbibliothek Salzburg): Bibliotheks- und Benützungsordnungen Stefan Dorninger (Bibliothek der KTU Linz): Strategien zum Umgang mit Dubletten Claudia Schretter (ULB Tirol): Verzeichnisse der Handschriftenbestände im Tiroler Raum und ihre Erschließung Ursula Stampfer: Tiroler Handschriften im Webportal www.manuscripta.at. Fallbeispiel Projekt „Erschließung der Handschriften in der Stiftsbibliothek Neustift und der Priesterseminarbibliothek in Brixen“
Eine Zusammenfassung der Vorträge finden Sie hier.
Im Konferenzteil der ARGE Ordensbibliotheken wurde die Auswertung der Fragebögen, die an alle Orden ergingen, präsentiert und ausgehend davon weitere Aktivitäten diskutiert. Viele Ordensbibliotheken wünschen sich Unterstützung bei der Katalogisierung, häufig sind hier Rückstände aufzuholen. Dazu werden allerdings Fördergelder wie beim EHB-Projekt in Südtirol benötigt.
Auch über eine engere Zusammenarbeit in einem Internetverbund wurde gesprochen, aber viele Ordensbibliotheken haben noch gar kein Bibliotheksprogramm. Im Konferenzteil hat ein Vertreter der Firma ExLibris das Bibliotheksprogramm "Alma" sowie die Suchsoftware "Primo", die auch bei der Verbundsuchmaschine in Österreich verwendet wird, vorgestellt. Die derzeit am häufigsten benützten Bibliotheksprogramme in österreichischen Klöstern sind Dabis und Bibliotheca. Von der Arbeitsgruppe der Ordensbibliotheken wurde das Modell eines Verbundes, ausgeführt durch die Firma OCLC, vorgestellt.
Zur nächsten gemeinsamen Tagung der ARGE Ordensbibliotheken und der AKThB Österreich-Sütirol-Schweiz hat uns Herr Petrus nach Stift Schlägl eingeladen. Die Tagung wird am 16./17. Juni 2014 stattfinden.
Zum alljährlichen Treffen der österreichischen Ordensarchivarinnen und Ordensarchivare kamen am 22. und 23. April 2013 über 40 TeilnehmerInnen nach Wien in das Kolleg der Salvatorianer an der Michaelerkirche. Den Eröffnungsvortrag hielt der Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs Wolfgang Maderthaner zum Thema „Archiv und Transgression“. Darauf folgte ein Referat von Kirsten Oboth über „Wandlungsprozesse von Frauenorden im 20. Jahrhundert“. Über die Anfänge des Salvatorianerordens in der ehemaligen Barnabitenpfarre St. Michael berichtete sehr spannend und anschaulich P. Peter van Meijl, Provinzarchivar der Salvatorianer. Sehr interessant waren die Führungen nicht nur durch die Michaelerkirche mit ihrer einmaligen Gruft, sondern auch durch die Archive: das barocke Barnabitenarchiv, das Pfarrarchiv mit einem der ältesten Matrikenbücher Österreichs und das Provinzarchiv der Salvatorianer. Siehe dazu den Bericht des Medienbüros der Ordensgemeinschaften Österreich auf www.ordensgemeinschaften.at.
Neben den theoretischen und historischen Vorträgen und Besichtigungen widmete sich die Tagung auch archivpraktischen Themen: Martin van Oers von der Unitas Solidaris hielt einen Vortrag über „Wirtschaftsarchive – Dokumente aus Rechts- und Wirtschaftsstellen in Ordensgemeinschaften erfassen, verstehen, bewerten und archivieren“. Herr van Oers erklärte, welche Dokumente bei Rechtsgeschäften anfallen und welche Bedeutung sie haben. Seine Präsentationsunterlagen bilden ein regelrechtes kleines Handbuch zu allen Textsorten, die in Wirtschaftsarchiven der Orden begegnen. Mit der Frage der Archivierung digitaler Unterlagen setzten sich Helga Penz vom Referat für die Kulturgüter und Alexander Hecht vom ORF auseinander. Helga Penz trug unter dem Titel „Wie archiviere ich E-Mails“ Grundregeln der elektronischen Schriftgutverwaltung vor, Alexander Hecht referierte über digitale Fotografien. Die Unterlagen dieser Referate können Sie hier herunterladen: