Kultur & Dokumentation

Aufbaukurs 2012

Es waren engagierte Archivarinnen und Archivare, die von 27. bis 30. 9. 2012 ein verlängertes Wochenende „opferten“, um sich im Bildungshaus Stift Vorau zum Aufbaukurs der Fachgruppe der Archive und Religionsgemeinschaften zu treffen. Die Kursinhalte hatten die TeilnehmerInnen – vertreten waren neben Stifts- und Kongregationsarchiven auch Diözesanarchive, das Archiv der Evangelischen Kirche und jenes der Israelitischen Kultusgemeinde – bei der Anmeldung selbst wählen können. Nachgefragt und im Aufbaukurs behandelt wurden die Themen: Bewertung, Beständeübersichten, Archivmanagement, Handschriftenkunde und Transkriptionsrichtlinien sowie digitale Bilder und Fotoarchive. Es referierte das Kursteam bestehend aus Helga Penz (Referat für die Kulturgüter der Orden) und Peter Wiesflecker (Steiermärkisches Landesarchiv), sowie als geladene Referentinnen Juliane Mikoletzky (Leiterin der VÖA-Arbeitsgruppe Aus- und Weiterbildung) und Elisabeth Schöggl-Ernst (Steiermärkisches Landesarchiv). Einen öffentlichen Abendvortrag über die Stellung der anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich hielt Stefan Schima von der Juridischen Fakultät der Universität Wien.
Der Aufbaukurs bot den AbsolventInnen des VÖA-Grundkurses bzw. anderer Ausbildungen die Möglichkeit, sich in archivfachliche Themen zu vertiefen und die Umsetzung der Theorie in die Praxis mit anderen zu erörtern. Fragen der Bewertung oder der Ordnung im Archiv wurden an den konkreten Beispielen der TeilnehmerInnen diskutiert. Besonders die offene Fachdiskussion erlebten alle als sachlich informativ und persönlich bereichernd. Das Ambiente des barocken Stiftes – getagt wurde im „Fürstenzimmer“ – trug sehr zum Gelingen des Kurses bei.

Gemeinschaftsblog Ordensgeschichte

Die ordenshistorische Forschung ist im deutschsprachigen Raum sehr vielfältig, oft sehr spezialisert auf inhaltliche oder regionale Fachthemen und in mehreren Disziplinen, von der Geschichte über die Kunstgeschichte bis hin zu den Literaturwissenschaften, angesiedelt. Aus der Universität Regensburg kam nun die Initiative zur Vernetzung all dieser ordens- und klostergeschichtlichen Spezialforschung. Maria Rottler, Dissertantin am Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte und Mitarbeiterin im Projekt Netzwerke gelehrter Mönche. St. Emmeram im Zeitalter der Aufklärung betreut den interdiziplinären Gemeinschaftsblog Ordengeschichte. Der Blog hat seinen Auftritt unter dem Dach von hypotheses.org, einer Plattform für akademische Blogs, die es ermöglicht, Entwicklungen in der Forschung rascher und einfacher zu kommunizieren als es mit den gedruckten Fachzeitschriften möglich ist. Betreut wird die Plattform vom Centre for Open Electronic Publishing in Frankreich.

 

Volkersberger Kurs

Von Juni 2012 bis November 2013 bietet die Bundeskonferenz der kirchlichen Archive in Deutschland wieder den Volkersberger Kurs an. Dieser Lehrgang dient der Aus- und Fortbildung für Mitarbeitende in kirchlichen Archiven, Registraturen und Dokumentationen.
Der Kurs ist in eine zweiwöchige Blockphase im Juni und November 2012 und eine vierteilige Modulphase im Laufe des Jahres 2013 gegliedert..

Einige Module sind auch einzeln buchbar, und zwar:

Modul 1: Aussonderung, Bewertung, Übernahme und Erschließung (23.-26.6.2013)
Modul 2: Ordensarchivspezifika (26.-28.6.2013)
Modul 3: IT-gestützte Schriftgutverwaltung (3.-5.11.2013)
Modul 4: Bestandserhaltung (6.-8.11.2013)

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.kirchliche-archive.de.

Die ARGE der Ordensarchive Österreichs

Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Ordensarchive Österreichs wurde am 11. Mai 2004 bei der 2. österreichischen Ordensarchivtagung in Salzburg gegründet. Sie wird von einem ehrenamtlichen Vorstand geleitet, der alle vier Jahre neu gewählt wird. Die ARGE Ordensarchive besteht innerhalb des Bereichs Kultur und Dokumentation (früher: Referat für die Kulturgüter der Orden) und arbeitet mit der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ordensarchive (AGOA) zusammen. Es finden jährlich Jahrestagungen statt.

Der Vorstand besteht derzeit aus folgenden Mitgliedern:

Dr. Gerald Hirtner (Vorsitzender)
Archiv der Erzabtei St. Peter
St. Peter-Bezirk 1, 5020 Salzburg

Mag. Irene Kubiska-Scharl BA MA
Fachreferentin für Archive und Bibliotheken im Referat für die Kulturgüter der Orden
Ordensgemeinschaften Österreich
Freyung 6/1/2/3, 1010 Wien

Mag. Karin Mayer
Leiterin des Referats für die Kulturgüter der Orden
Ordensgemeinschaften Österreich
Freyung 6/1/2/3, 1010 Wien

Sr. Clara Maria Neubauer
Archiv der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis (Vorauer Marienschwestern)
Spitalstraße 101, 8250 Vorau

Dr. Irene Rabl
Stiftsarchivarin und -bibliothekarin im Zisterzienserstift Lilienfeld
Klosterrotte 1, 3180 Lilienfeld

Mag. Maximilian Alexander Trofaier, MA
Archiv des Schottenstifts
Freyung 6, A-1010 Wien

Mag. Miriam Trojer
Ordensarchivarin Innsbruck

P. Dr. Peter van Meijl (stv. Vorsitzender)
Provinzarchiv der Salvatorianer
Habsburgergasse 12, 1010 Wien

Jubiläumsjahr für Ordensgemeinschaften

Im Jahr 2012 blicken einige weibliche Gemeinschaften auf ihr langjähriges Bestehen zurück:

140 Jahre Don Bosco Schwestern

Drei Jahre vor dem großen 200-Jahr Jubiläum des Ordensgründers feiern die Don Bosco Schwestern ihr 140jähriges Bestehen. Don Bosco, der sich vor allem für junge Menschen einsetzte, gründet 1872 gemeinsam mit der hl. Maria Dominica Mazzarello einen weiblichen Zweig der Salesianer Don Boscos. Die Kongregation der ""Töchter Mariä Hilfe der Christen"" ist im deutschen Sprachraum als „Don Bosco Schwestern“ bekannt und war besonders für die Mädchenerziehung gegründet worden. In Österreich nahmen die ersten Don Bosco Schwestern ihre Tätigkeit 1928 in Jagdberg in Vorarlberg auf. Heute existieren in Österreich fünf Niederlassungen, an denen 74 Schwestern tätig sind. Weitere Informationen zu der Gemeinschaft erhalten Sie hier.

130 Jahre Dominikanerinnenkloster des hl. Rosenkranzes

Im Jahr 1882 gründete Pater Anselmi, der Prior der Dominikaner in Graz, einen Frauenkonvent in Gleisdorf bei Graz. Die Gründung baute auf eine Stiftung der Hofdame Therese Hoyos, Gräfin von Sprinzenstein, auf, die nach ihrem Eintritt in den Augsburger Dominikanerinnenkonvent den Namen Sr. Aquinate annahm. Nach einem mehr als 100jährigen Bestehen musste das Kloster des hl. Rosenkranzes den Standort in Gleisdorf aufgeben und in den Dominikanerkonvent Graz übersiedeln. 1968 schloss sich die Gemeinschaft mit anderen Dominikanerinnen zur „Union der Dominikanerinnen“ zusammen. Dieses Jahr feiern die Schwestern des Grazer Konvents ihr 130jähriges Bestehen.

120 Jahre Schwestern von der Schmerzhaften Mutter in Wien

Die Gründerin der Gemeinschaft, Franziska Streitel, war ursprünglich Franziskanerin und später Karmelitin in Würzburg, bevor sie von Pater Johann Baptist Jordan, dem Gründer der Salvatorianer, nach Rom eingeladen wurde, um dort seinen Orden um einen weiblichen Zweig zu erweitern. Es kam jedoch zu unterschiedlichen Ansätzen und Schwester Franziska unterstellte ihre Gemeinschaft Georg Jacquemin, dem Rektor der Anima, der deutschen Nationalstiftung in Rom. Nach dem Ausarbeiten eigener Statuten erfolgte die päpstliche Anerkennung und ein schnelles Anwachsen der Kongregation in Europa und den USA. 1904 wurde die Gemeinschaft an den Franziskanerorden angegliedert. Die erste Niederlassung in Österreich wurde vor 120 Jahren 1892 in Wien errichtet. Weitere Informationen zur Gemeinschaft erhalten Sie hier.

800 Jahre Klarissen

Auf eine besonders lange Tradition blicken heuer weltweit die Klarissen zurück. Im Jahr 1212 verließ die damals kaum 20jährige Klara das wohlhabende Elternhaus und gelobte ein Leben in Armut. Die päpstliche Anerkennung wurde ihr lange verwehrt, erst kurz vor ihrem Tod 1253 wurde die Ordensregel von Papst Innozenz IV. bestätigt. Am 11. August, dem Sterbetag der hl. Klara, feierten auch die österreichischen Klarissen ihr 800jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums sei noch auf folgende Publikation verwiesen: Martina Kreidler-Kos / Ancilla Röttger OSC, Gewagtes Leben. 800 Jahre Klara und ihre Schwestern, Herder Verlag 2011.

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