Kultur & Dokumentation

Gemeinschaftsblog Ordensgeschichte

Die ordenshistorische Forschung ist im deutschsprachigen Raum sehr vielfältig, oft sehr spezialisert auf inhaltliche oder regionale Fachthemen und in mehreren Disziplinen, von der Geschichte über die Kunstgeschichte bis hin zu den Literaturwissenschaften, angesiedelt. Aus der Universität Regensburg kam nun die Initiative zur Vernetzung all dieser ordens- und klostergeschichtlichen Spezialforschung. Maria Rottler, Dissertantin am Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte und Mitarbeiterin im Projekt Netzwerke gelehrter Mönche. St. Emmeram im Zeitalter der Aufklärung betreut den interdiziplinären Gemeinschaftsblog Ordengeschichte. Der Blog hat seinen Auftritt unter dem Dach von hypotheses.org, einer Plattform für akademische Blogs, die es ermöglicht, Entwicklungen in der Forschung rascher und einfacher zu kommunizieren als es mit den gedruckten Fachzeitschriften möglich ist. Betreut wird die Plattform vom Centre for Open Electronic Publishing in Frankreich.

 

Volkersberger Kurs

Von Juni 2012 bis November 2013 bietet die Bundeskonferenz der kirchlichen Archive in Deutschland wieder den Volkersberger Kurs an. Dieser Lehrgang dient der Aus- und Fortbildung für Mitarbeitende in kirchlichen Archiven, Registraturen und Dokumentationen.
Der Kurs ist in eine zweiwöchige Blockphase im Juni und November 2012 und eine vierteilige Modulphase im Laufe des Jahres 2013 gegliedert..

Einige Module sind auch einzeln buchbar, und zwar:

Modul 1: Aussonderung, Bewertung, Übernahme und Erschließung (23.-26.6.2013)
Modul 2: Ordensarchivspezifika (26.-28.6.2013)
Modul 3: IT-gestützte Schriftgutverwaltung (3.-5.11.2013)
Modul 4: Bestandserhaltung (6.-8.11.2013)

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.kirchliche-archive.de.

Die ARGE der Ordensarchive Österreichs

Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Ordensarchive Österreichs wurde am 11. Mai 2004 bei der 2. österreichischen Ordensarchivtagung in Salzburg gegründet. Sie wird von einem ehrenamtlichen Vorstand geleitet, der alle vier Jahre neu gewählt wird. Die ARGE Ordensarchive besteht innerhalb des Bereichs Kultur und Dokumentation (früher: Referat für die Kulturgüter der Orden) und arbeitet mit der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ordensarchive (AGOA) zusammen. Es finden jährlich Jahrestagungen statt.

Der Vorstand besteht derzeit aus folgenden Mitgliedern:

Dr. Gerald Hirtner (Vorsitzender)
Archiv der Erzabtei St. Peter
St. Peter-Bezirk 1, 5020 Salzburg

Mag. Irene Kubiska-Scharl BA MA
Fachreferentin für Archive und Bibliotheken im Referat für die Kulturgüter der Orden
Ordensgemeinschaften Österreich
Freyung 6/1/2/3, 1010 Wien

Mag. Karin Mayer
Leiterin des Referats für die Kulturgüter der Orden
Ordensgemeinschaften Österreich
Freyung 6/1/2/3, 1010 Wien

Sr. Clara Maria Neubauer
Archiv der Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis (Vorauer Marienschwestern)
Spitalstraße 101, 8250 Vorau

Dr. Irene Rabl
Stiftsarchivarin und -bibliothekarin im Zisterzienserstift Lilienfeld
Klosterrotte 1, 3180 Lilienfeld

Mag. Maximilian Alexander Trofaier, MA
Archiv des Schottenstifts
Freyung 6, A-1010 Wien

Mag. Miriam Trojer
Ordensarchivarin Innsbruck

P. Dr. Peter van Meijl (stv. Vorsitzender)
Provinzarchiv der Salvatorianer
Habsburgergasse 12, 1010 Wien

Jubiläumsjahr für Ordensgemeinschaften

Im Jahr 2012 blicken einige weibliche Gemeinschaften auf ihr langjähriges Bestehen zurück:

140 Jahre Don Bosco Schwestern

Drei Jahre vor dem großen 200-Jahr Jubiläum des Ordensgründers feiern die Don Bosco Schwestern ihr 140jähriges Bestehen. Don Bosco, der sich vor allem für junge Menschen einsetzte, gründet 1872 gemeinsam mit der hl. Maria Dominica Mazzarello einen weiblichen Zweig der Salesianer Don Boscos. Die Kongregation der ""Töchter Mariä Hilfe der Christen"" ist im deutschen Sprachraum als „Don Bosco Schwestern“ bekannt und war besonders für die Mädchenerziehung gegründet worden. In Österreich nahmen die ersten Don Bosco Schwestern ihre Tätigkeit 1928 in Jagdberg in Vorarlberg auf. Heute existieren in Österreich fünf Niederlassungen, an denen 74 Schwestern tätig sind. Weitere Informationen zu der Gemeinschaft erhalten Sie hier.

130 Jahre Dominikanerinnenkloster des hl. Rosenkranzes

Im Jahr 1882 gründete Pater Anselmi, der Prior der Dominikaner in Graz, einen Frauenkonvent in Gleisdorf bei Graz. Die Gründung baute auf eine Stiftung der Hofdame Therese Hoyos, Gräfin von Sprinzenstein, auf, die nach ihrem Eintritt in den Augsburger Dominikanerinnenkonvent den Namen Sr. Aquinate annahm. Nach einem mehr als 100jährigen Bestehen musste das Kloster des hl. Rosenkranzes den Standort in Gleisdorf aufgeben und in den Dominikanerkonvent Graz übersiedeln. 1968 schloss sich die Gemeinschaft mit anderen Dominikanerinnen zur „Union der Dominikanerinnen“ zusammen. Dieses Jahr feiern die Schwestern des Grazer Konvents ihr 130jähriges Bestehen.

120 Jahre Schwestern von der Schmerzhaften Mutter in Wien

Die Gründerin der Gemeinschaft, Franziska Streitel, war ursprünglich Franziskanerin und später Karmelitin in Würzburg, bevor sie von Pater Johann Baptist Jordan, dem Gründer der Salvatorianer, nach Rom eingeladen wurde, um dort seinen Orden um einen weiblichen Zweig zu erweitern. Es kam jedoch zu unterschiedlichen Ansätzen und Schwester Franziska unterstellte ihre Gemeinschaft Georg Jacquemin, dem Rektor der Anima, der deutschen Nationalstiftung in Rom. Nach dem Ausarbeiten eigener Statuten erfolgte die päpstliche Anerkennung und ein schnelles Anwachsen der Kongregation in Europa und den USA. 1904 wurde die Gemeinschaft an den Franziskanerorden angegliedert. Die erste Niederlassung in Österreich wurde vor 120 Jahren 1892 in Wien errichtet. Weitere Informationen zur Gemeinschaft erhalten Sie hier.

800 Jahre Klarissen

Auf eine besonders lange Tradition blicken heuer weltweit die Klarissen zurück. Im Jahr 1212 verließ die damals kaum 20jährige Klara das wohlhabende Elternhaus und gelobte ein Leben in Armut. Die päpstliche Anerkennung wurde ihr lange verwehrt, erst kurz vor ihrem Tod 1253 wurde die Ordensregel von Papst Innozenz IV. bestätigt. Am 11. August, dem Sterbetag der hl. Klara, feierten auch die österreichischen Klarissen ihr 800jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums sei noch auf folgende Publikation verwiesen: Martina Kreidler-Kos / Ancilla Röttger OSC, Gewagtes Leben. 800 Jahre Klara und ihre Schwestern, Herder Verlag 2011.

Grundkurs für Kirchliche BibliothekarInnen

21 österreichische und deutsche BibliothekarInnen aus 18 wissenschaftlichen Diözesan-, Stifts-, und Klosterbibliotheken haben von 16. bis 20. Juli 2012 an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz den Grundkurs für Kirchliche BibliothekarInnen (BibKom+) besucht und erfolgreich abgeschlossen. Wegen des großen Anklangs wurde beschlossen, jährlich Grundkurse an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz abzuhalten.

Ziel des gemeinsam von der Landesgruppe Österreich/Schweiz/Südtirol der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Theologischer Bibliotheken (AKThB), des Referates der Kulturgüter der österreichischen Superiorenkonferenz und der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz durchgeführten Fortbildungskurses BibliotheksKompetent+ (BibKom+) für kirchliche BibliothekarInnen war die Vermittlung eines breiten bibliothekarischen Grundwissens unter Berücksichtigung der Anforderungen in kleineren wissenschaftlichen Bibliotheken in kirchlicher Trägerschaft.

Weil durch die großen strukturellen Veränderungen sowohl in den Diözesen als auch in den Orden deren wissenschaftliche Bibliotheken vor großen Herausforderungen stehen, diese aber kaum durch eigene Ressourcen bewältigen können, hat sich die Troika zur Aufgabe gemacht, die oft unzureichende bibliothekarische Ausbildung der BibliothekarInnen zu verbessern. Diese soll in Form eines modularen Systems mit einem zertifizierten Grundmodul und anschließenden diversen Aufbaumodulen erfolgen, um den BibliothekarInnen das nötige Instrumentarium in die Hand zu geben, die Fragen der alltäglichen Bibliotheksarbeit, der öffentlichen Positionierung und Imagepflege, der Profilbildung insbesondere der Diözesanbibliotheken und den Funktionswandel von Konventsbibliotheken und vieles mehr zu bewältigen.

Der Schwerpunkt des an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz durchgeführten Grundmoduls BibliotheksKompetent+ (BibKom+) lag auf der Vermittlung von formalen Katalogisierungsstandards. Die Lehrinhalte des Grundmoduls beinhalteten die Grundlagen des kirchlichen Bibliothekswesens (Mag. Andreas Hepperger/Leiter der Bibliothek der Fachhochschulstudiengänge Burgenland in Eisenstadt), Medienkunde (Mag.a Sonja Führer/St. Peter in Salzburg), Formalerschließung (Maria Baumann/UB Innsbruck und Dr.in Karin Schamberger/Diözesanbibliothek Salzburg), Sacherschließung (Dipl.-Theol. Ingo R. Glückler, M.A. (LIS), M.Th. (Abdn.)), Bestandserhaltung (OR Dipl.-Ing. Manfred Maier/Universitätsbibliothek Graz), Bestandsaufbau (Dr. Philipp Gahn/Philosophisch-Theologische Hochschule Benediktbeuern) und Bibliotheksrecht (Dr. Josef Pauser/Leiter Bibliotheksmanagement und Interne Kommunikation (Abt. I/7) sowie stv. Leiter Interne Information und Kommunikation (Bereich I/B/1), Verfassungsgerichtshof, Wien).

Besuche auf dem Pöstlingberg, in der neu erbauten Oberösterreichischen Landesbibliothek inklusive einer kundigen und abwechslungsreichen Führung durch die Sammlungen durch den Leiter der Landesbibliothek Dr. Christian Enichlmayr, der den SchulungsteilnehmerInnen Einblicke in seine Arbeit und in die Bestände des Hauses gewährte, sowie ein Empfang an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz mit einem heiteren Grillabend standen ebenfalls auf dem Programm.
Viele Themen konnten nur angerissen werden und werden die kirchlichen Bibliothekarinnen und Bibliothekare auch weiterhin beschäftigen. Die aus der Schulung erwachsenen Inhalte für die Aufbaumodule zur Vertiefung des im Grundkurs Gelernten sind die regelgerechte Formal- und Sachkatalogisierung nach RAK-WB/RDA und RSWK, die Katalogisierung von wertvollen historischen Manuskripten, Altem Buch und Non-Book-Materialien, das Drittmittel- und Projektmanagement, die Öffentlichkeitsarbeit und Web 2.0 Anwendungen in kirchlichen Bibliotheken.
Die jährliche TeilnehmerInnenzahl wurde zunächst auf 21 Personen beschränkt um ein effektives Arbeiten zu ermöglichen – dies hat sich bewährt. Grundsätzlich ist der jährlich einwöchige Kurs für alle kirchlichen BibliothekarInnen offen, die in wissenschaftlichen Bibliotheken tätig sind. Eine Wiederholung ist für Juli 2013 geplant.

Quelle: Ingo Glückler / Bibliotheksdirektor KTU Linz

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