Neue Publikation zur Heiligen Erentrudis

Vor kurzem erschien eine Publikation über die Feierlichkeiten zum 400-jährigen Jubiläum der heiligen Erentrudis als Landesmutter von Salzburg. (c) ÖOK
Erentrudis war die erste Äbtissin von Stift Nonnberg, dem ältesten noch bestehenden Frauenkloster im deutschen Sprachraum. Sie ist an einem 30. Juni etwa um das Jahr 718 (?) verstorben. Wie eine Untersuchung ihrer Gebeine 1924 ergab, ist sie höchstens 55 Jahre geworden, war von zierlicher, fast mädchenhafter Gestalt, hatte goldblonde Haare, was auf iroschottische Herkunft hindeuten könnte. Ihre Gebeine wurden in einem Reliquienschrein gefasst und befinden sich heute im Klausurbereich des Klosters. Die Verehrung der Heiligen Erentrudis setzte früh, nämlich schon kurz nach ihrem Tod ein. Bereits in einer Urkunde aus dem Jahr 788 wird sie als Heilige (sancta) tituliert. Zusammen mit den Heiligen Rupert und Virgil ist sie Diözesan- und Landespatronin von Salzburg und wird mit Stab und Kirche dargestellt.
Die nun vorliegende Publikation mit dem Titel „Heilige Erentrudis - 400 Jahre Landesmutter: Feierlichkeiten zum 400-Jahr-Jubiläum der zweiten Translatio vom 4. bis 8. September 2024“ wurde von Gerda Dohle und Oskar Dohle, dem Direktor des Salzburger Landesarchivs und von Landtagsabgeordnetem Josef Schöchl herausgegeben. Es erschien in der Schriftenreihe des Salzburger Landesarchivs Nr. 37. Inhaltlich stützt sich das Werk vor allem auf Recherchen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Salzburger Landesarchiv, die so umfangreich waren, dass aus dem ursprünglich geplanten Folder eine Broschüre wurde.
Im ersten Teil beleuchtet Wolfgang Neuper die Vita der heiligen Erentrudis sowie die zu ihr überlieferten archivalischen Quellen und setzt ihren „Aufstieg“ zur Heiligen und Landespatronin in den historischen Kontext. Danach werden vor allem die „Erentrudisfeiern“ des Jahres 1924 in den Mittelpunkt gestellt. Diese Schilderungen enthalten auch die Aufzeichnungen der Ordensfrau Maria Rafaela Brentano zu den Feierlichkeiten im Jahr 1924, die in dem Band erstmals vollständig ediert wurden (Edition von Gregor Dohle).
Der zweite Abschnitt des Buches berichtet detailliert über das Jahrhundertfest im September 2024 und gibt die Festpredigt und Festreden wieder. Das Bestreben der Herausgeber war es hier, die Aktivitäten rund um die zweite Translatio der Heiligen ausführlich darzustellen und gleichsam für die Nachwelt zu dokumentieren.
Die Publikation ist im Salzburger Landesarchiv erhältlich.