02. Oktober 2026

„Hier bin ich Mensch …“ – Aufatmen in Kirche(n)Räumen

Vom 17. bis 19. September 2026 fand in Erfurt die Jahrestagung des Bundesverbandes Kirchenpädagogik e. V. statt. Unter dem Titel „Hier bin ich Mensch … – Aufatmen in Kirche(n)Räumen“ widmeten sich die rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Frage, wie Kirchenräume Menschen heute ansprechen und ihnen Raum für Wahrnehmung, Begegnung und persönliche Erfahrungen geben können.

Von 17. bis 19. September 2026 fand in Erfurt die Jahrestagung des Bundesverbandes Kirchenpädagogik e. V. statt.

Von 17. bis 19. September 2026 fand in Erfurt die Jahrestagung des Bundesverbandes Kirchenpädagogik e. V. statt. (c) ÖOK/km

 

Erfurt mit seiner reichen Kirchen- und Klostergeschichte bot dafür einen besonderen Rahmen. Bei Erkundungen verschiedener Kirchenräume und Workshops konnten unterschiedliche Zugänge zu sakralen Räumen erfahren werden. Dabei ging es nicht nur um die Vermittlung von Kunst, Architektur und Geschichte, sondern auch um die Frage, was Kirchenräume darüber hinaus eröffnen können: Räume für Begegnung, für Fragen, für Spiritualität und für das eigene Menschsein.

 

In einem Workshop beschäftigten sich die Teilnehmer:innen damit, wie kirchenpädagogische Kompetenzen in Prozessen der Kirchenumnutzung eingebracht werden können.

In einem Workshop beschäftigten sich die Teilnehmer:innen damit, wie kirchenpädagogische Kompetenzen in Prozessen der Kirchenumnutzung eingebracht werden können. (c) ÖOK/km

 

Besonders vielfältig war das Workshopangebot, das die Teilnehmenden an unterschiedliche Orte der Erfurter Kirchenlandschaft führte. Ein Schwerpunkt lag auch auf der Frage, welchen Beitrag Kirchenpädagogik in Veränderungsprozessen leisten kann. Der Workshop „Kirchenpädagogische Kompetenzen in Prozessen der Kirchenumnutzung einbringen“ beschäftigte sich damit, wie theologische, historische und pädagogische Kompetenzen für sensible und zukunftsorientierte Lösungen fruchtbar gemacht werden können. Mit einem Positionspapier wurde ein wichtiger Schritt für die zukünftige Arbeit und die Rolle der Kirchenpädagogik in diesen Prozessen gesetzt.

 

Die weiteren Workshops eröffneten ein breites Spektrum: Sie führten zu Bonifatius und zur Kunst des Erfurter Doms, zu den frühen Spuren der Elisabethverehrung und zur jüdischen Geschichte Erfurts. Andere Angebote widmeten sich der sinnlichen Wahrnehmung und Stille, der Symbolik von Pflanzenmotiven, dem Kirchenraum als Ort der Demokratiegeschichte oder dem Kolumbarium als Raum zwischen Tod und Leben. Auch Barrierefreiheit und Teilhabe wurden aufgegriffen – etwa durch Angebote zu Kirchenführungen für gehörlose Menschen und zur Leichten Sprache. Ein Workshop erinnerte zudem an die Geschichte der Friedensgebetskreise in Erfurt und deren Bedeutung für die Friedensbewegung in der DDR.

 

Die Workshops führten die Teilnehmer.innen an unterschiedliche Orte der Erfurter Kirchenlandschaft.

Die Workshops führten die Teilnehmer.innen an unterschiedliche Orte der Erfurter Kirchenlandschaft. (c) Gertraud Schaller-Pressler

 

Neuer Vorstand gewählt

Im Rahmen der Mitgliederversammlung am 19. September 2026 wurde der Vorstand für die kommenden drei Jahre neu gewählt. Michael Schock aus Stuttgart übernimmt den Vorsitz. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Sandra Jankowski aus Hannover und Christian Kainzbauer-Wütig aus Bamberg gewählt. Karin Mayer von der Österreichischen Ordenskonferenz wurde für das Amt der Schriftführerin gewählt und Marina Wesner aus Berlin für das Amt der Schatzmeisterin.

 

Die Tage in Erfurt boten vielfältige Anregungen und machten einmal mehr deutlich, welches Potenzial in der Begegnung mit Kirchenräumen liegt. Kirchenpädagogik verbindet kulturelles Erbe mit Gegenwart und schafft Möglichkeiten, sakrale Räume nicht nur zu betrachten, sondern sie mit allen Sinnen wahrzunehmen und persönlich zu erleben.