Auf den Spuren der Babenberger: Das Schottenstift und die Geschichte Wiens

Die Kirche, die Kunstwerke, die Sammlungen und das Archiv des Schottenstifts machen sichtbar, wie eng geistliches Leben und die Entwicklung der Stadt miteinander verbunden sind. © ÖOK/km
Dabei wird die Geschichte an diesem besonderen Ort sichtbar. Das Schottenstift ist eng mit jener Zeit verbunden, in der Wien zum politischen Zentrum der Babenberger wurde.
Das Schottenstift und Heinrich II. Jasomirgott
Im Jahr 1155 verlegte Herzog Heinrich II. Jasomirgott seine Residenz von Klosterneuburg nach Wien. Im selben Jahr gründete er das Schottenstift und holte irische Benediktiner nach Wien. Die Klostergründung steht damit unmittelbar im Zusammenhang mit dem Aufstieg Wiens zur Residenz- und späteren Hauptstadt.
Eine besondere Verbindung zu seinem Gründer findet sich bis heute in der Krypta unter der Schottenkirche: Dort befindet sich das Grab Heinrichs II. Jasomirgott und seiner Gemahlin Theodora. Auch ihre Tochter Agnes ist Teil dieses besonderen Erinnerungsortes. Das Grabmal macht die Geschichte des Babenbergerherzogs unmittelbar am Ort seiner Klostergründung erfahrbar.

Mit einem Klick verfügbar: Die „Grätzlgschicht“ über das Wiener Schottenstift kann rund um die Uhr online nachgeschaut werden (Link siehe ganz unten). © KURIER TV /Canva
Bis heute erinnert das Schottenstift an diese frühe Phase der Wiener Stadtgeschichte. Seine Kirche, die Kunstwerke, die Sammlungen und das Archiv bewahren Zeugnisse aus vielen Jahrhunderten und machen sichtbar, wie eng geistliches Leben und die Entwicklung der Stadt miteinander verbunden sind.
Geschichte, die bis heute lebendig ist
Im Gespräch mit Pater Augustinus Zeman OSB wird deutlich, dass das Schottenstift nicht nur ein historischer Schauplatz ist. Als Kloster ist es bis heute ein lebendiger Ort geistlichen Lebens und zugleich ein Bewahrer bedeutender kultureller Überlieferung. Gerade darin liegt eine besondere Qualität der Klöster: Geschichte wird nicht allein museal bewahrt, sondern bleibt an den Orten selbst erfahrbar. Die Spuren der Vergangenheit verbinden sich mit dem Leben der Gegenwart.