20. August 2026

Festschrift zum 800-Jahr-Jubiläum der Dominikaner in Wien erschienen

Das Wiener Dominikanerkloster S. Maria Rotunda feiert 2026 sein 800-jähriges Bestehen. Das 1225/1226 gegründete Dominikanerkloster in Wien gehört zu den ältesten im deutschen Sprachraum und ist einer der wenigen Konvente weltweit, der seit der Errichtung des Predigerordens ununterbrochen existiert. Es ist der am drittlängsten durchgehend bewohnte Konvent des Predigerordens. Nun ist die Jubiläumsfestschrift mit dem Titel „Wortgewandt, kunstsinnig und standhaft – 800 Jahre Dominikaner in Wien“ erschienen. Sie ist ein beeindruckender Sammelband, der aus den spannenden wissenschaftlichen Vorträgen über den Wiener Konvent aus kirchen- und kunsthistorischer Sicht 2024 im Rahmen des „5. Isnard-Wilhelm-Frank-Kolloquiums“ entstand.

Zum 800-Jahr-Jubiläum der Dominikaner in Wien erschien die Festschrift „Wortgewandt, kunstsinnig und standhaft – 800 Jahre Dominikaner in Wien“.

Zum 800-Jahr-Jubiläum der Dominikaner in Wien erschien die Festschrift „Wortgewandt, kunstsinnig und standhaft – 800 Jahre Dominikaner in Wien“. (c) Aschendorff Verlag Wissenschaft und Forschung/Canva

 

Neues Licht auf die Geschichte des Wiener Dominikanerkonvents

„Wir freuen uns, diese Publikation nach über zweijähriger Entstehungszeit nun präsentieren zu können“, erklärte Mitherausgeber P. Viliam Štefan Dóci OP, Präsident des Historischen Instituts des Predigerordens (Rom) und ehemaliger Prior des Wiener Dominikanerkonvents bei der Buchpräsentation Ende Juni in Wien. „Die Arbeit der Konzeption, Abstimmung und Ausgestaltung des Sammelbandes, der die Ergebnisse des 5. Isnard-Wilhelm-Frank-Kolloquiums vereinigt, haben sich allemal gelohnt. Unter verschiedenen Aspekten und Zugängen wird neues Licht auf die Geschichte des Wiener Dominikanerkonvents geworfen. So entstand eine Lektüre, die bestimmt nicht nur für Historikerinnen und Historiker von Interesse ist.“

 

Das „5. Isnard-Wilhelm-Frank-Kolloquium“, eine wissenschaftliche Historiker-Tagung zur Geschichte des Wiener Dominikanerkonvents, fand vom 16. bis 18. Mai 2024 in eben dessen Mauern statt. Ein international hochkarätig besetzter Kreis an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen beleuchtete dabei die Geschichte des Hauses. Zudem präsentierten sie Einblicke in die jüngste Kirchenrestaurierung (2020-2022) und in Inventarisierungen von Bibliothek, Archiv und Kunstsammlung.

 

Im Rahmen des Kolloquiums 2024 wurde auch eine Führung durch den Wiener Dominikanerkonvent angeboten. Dabei konnten sie zum Beispiel im Kapitelsaal bei einer Handschriften- und Inkunabelpräsentation ausgewählte historische Dokumente in Augenschein ne

Im Rahmen des Kolloquiums 2024 wurde auch eine Führung durch den Wiener Dominikanerkonvent angeboten. Dabei konnten sie zum Beispiel im Kapitelsaal bei einer Handschriften- und Inkunabelpräsentation ausgewählte historische Dokumente in Augenschein nehmen. (c) Dominikanerkonvent

 

Eine umfassende Geschichte der Predigerbrüder in Wien soll mit diesem Band nicht vorgelegt werden. Vielmehr, so erklären P. Dr. Viliam Dóci und Mitherausgeber Univ.-Prof. Dr. Thomas Prügl (Institut für historische Theologie, Universität Wien) im gemeinsamen Vorwort „soll der historische Zusammenhang der institutionellen Entwicklungen und kulturellen Leistungen, des materiellen wie auch des ideellen Erbes, des alltäglichen wie auch des geistlichen Lebens, des öffentlichen Wirkens wie auch der internen Vollzüge in dem einen historischen Phänomen zum Vorschein kommen.“

 

Über die Herausgeber

Viliam Štefan Dóci ist Mitglied des Dominikanerordens. Seit 2015 ist er Präsident des Historischen Instituts des Predigerordens in Rom. Er lehrt Kirchen- und Theologiegeschichte an der Päpstlichen Universität des hl. Thomas von Aquin.
Thomas Prügl ist seit 2008 Professor für Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien. Zuvor unterrichtete er sieben Jahre an der University of Notre Dame (USA).

 

Initiale aus dem sogenannten Heuner Missale (Ausschnitt) – angefertigt 1476/1477, Pagina 475 -, die den Ordensgründer Dominikus wahrscheinlich vor der alten gotischen Wiener Dominikanerkirche darstellt.

Initiale aus dem sogenannten Heuner Missale (Ausschnitt) – angefertigt 1476/1477, Pagina 475 -, die den Ordensgründer Dominikus wahrscheinlich vor der alten gotischen Wiener Dominikanerkirche darstellt. (c) Dominikanerkonvent


Armand Tif war langjähriger Mitarbeiter am Pächt-Archiv/Forschungsstelle für mittelalterliche Buch- und Bildkultur am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien. Über Jahre hinweg betreute er als ehrenamtlicher Bibliothekar die historischen Sammlungen des Wiener Dominikanerkonvents und war Mitorganisators der Tagung von 2024. Er verstarb im Juni 2025.

 

Das Buch „Wortgewandt, kunstsinnig und standhaft – 800 Jahre Dominikaner in Wien“, Hrsg. Viliam Štefan Dóci OP, Thomas Prügl, Armand Tif (†), ist im Aschendorff Verlag Wissenschaft und Forschung, Münster, im Sommer 2026 erschienen.