Universität Salzburg: Auf den Spuren des „steinreichen“ Franziskaners Julius Gremblich

Bernhard Fügenschuh, Rektor der Universität Salzburg, sprach in einem Vortrag über den Franziskanerpater Julius Gremblich. (c) Bettina Tóth
Mit spürbarem Herzblut wob Rektor Fügenschuh das Lebensbild des Tiroler Ordensmannes in die Wissenschaftsgeschichte ein. Er zeigte eindrucksvoll, wie sich Theologie und Geologie in einer Seele vereinen lassen und welche historischen „Kleinodien“ in unserer Region noch zu heben sind.
Der „steinreiche“ Pater Julius zog einst streng nach dem franziskanischen Armutsideal zu Fuß über die Jöcher, speiste im „Hotel Sonne“ unter freiem Himmel und schleppte bis zu 70 kg schwere Steinplatten im Rucksack ins Tal, um eine der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Sammlungen Tirols aufzubauen. Sein Credo lautete: Per creata ad creatorem – „Durch die Schöpfung zum Schöpfer!“
Vom Schicksalsschlag zur Feldforschung: Gestern und heute
Besonders eindrucksvoll wurden jene biografischen Schlüsselerlebnisse herausgearbeitet, die Gremblichs wissenschaftlichen Lebensweg prägten – darunter das Aufwachsen neben einem Güterbahnhof, ein einschneidendes Bergwerksunglück oder der geschlossene Eintritt einer halben Schulklasse in den Franziskanerorden. Mithilfe moderner Google-Maps-Visualisierungen der historischen Routen machte Rektor Fügenschuh die unglaublichen körperlichen Strapazen und die immense Motivation des Ordensmannes für das Publikum greifbar.
Gleichzeitig unterstrich der Vortrag die zeitlose Bedeutung solcher frühen Citizen Science-Projekte und spannte den Bogen zur Gegenwart: Er zeigte den enormen Erkenntnisfortschritt seit der Zeit von Pater Julius auf und verdeutlichte, wie unerlässlich die klassische Feldforschung nach wie vor ist – und wie scharf der Blick heutiger Geologinnen und Geologen geschult sein muss.
Quelle: Universität Salzburg