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29. Mai 2026

Universität Salzburg: Auf den Spuren des „steinreichen“ Franziskaners Julius Gremblich

In der Salzburger Universitätsbibliothek fand vor kurzem ein Vortrag von Bernhard Fügenschuh, dem Rektor der Universität Salzburg, statt. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand ein Mann, dessen Lebensbild ebenso kontrastreich wie faszinierend ist: Pater Julius Gremblich (1851–1905) – Franziskaner, Lehrer und leidenschaftlicher Geologe. Der Vortrag bot faszinierende Einblicke in ein fast vergessenes Kapitel der regionalen Wissenschaftsgeschichte.

Bernhard Fügenschuh, Rektor der Universität Salzburg, sprach in einem Vortrag über den Franziskanerpater Julius Gremblich.

Bernhard Fügenschuh, Rektor der Universität Salzburg, sprach in einem Vortrag über den Franziskanerpater Julius Gremblich. (c) Bettina Tóth

 

Mit spürbarem Herzblut wob Rektor Fügenschuh das Lebensbild des Tiroler Ordensmannes in die Wissenschaftsgeschichte ein. Er zeigte eindrucksvoll, wie sich Theologie und Geologie in einer Seele vereinen lassen und welche historischen „Kleinodien“ in unserer Region noch zu heben sind.

 

Der „steinreiche“ Pater Julius zog einst streng nach dem franziskanischen Armutsideal zu Fuß über die Jöcher, speiste im „Hotel Sonne“ unter freiem Himmel und schleppte bis zu 70 kg schwere Steinplatten im Rucksack ins Tal, um eine der bedeutendsten naturwissenschaftlichen Sammlungen Tirols aufzubauen. Sein Credo lautete: Per creata ad creatorem – „Durch die Schöpfung zum Schöpfer!“

 

Vom Schicksalsschlag zur Feldforschung: Gestern und heute

Besonders eindrucksvoll wurden jene biografischen Schlüsselerlebnisse herausgearbeitet, die Gremblichs wissenschaftlichen Lebensweg prägten – darunter das Aufwachsen neben einem Güterbahnhof, ein einschneidendes Bergwerksunglück oder der geschlossene Eintritt einer halben Schulklasse in den Franziskanerorden. Mithilfe moderner Google-Maps-Visualisierungen der historischen Routen machte Rektor Fügenschuh die unglaublichen körperlichen Strapazen und die immense Motivation des Ordensmannes für das Publikum greifbar.

 

Gleichzeitig unterstrich der Vortrag die zeitlose Bedeutung solcher frühen Citizen Science-Projekte und spannte den Bogen zur Gegenwart: Er zeigte den enormen Erkenntnisfortschritt seit der Zeit von Pater Julius auf und verdeutlichte, wie unerlässlich die klassische Feldforschung nach wie vor ist – und wie scharf der Blick heutiger Geologinnen und Geologen geschult sein muss.

 

Quelle: Universität Salzburg

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Weiterlesen:

Website der Universitätsbibliothek Salzburg

Website der Universität Salzburg

 

[teresa bruckner]


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