Hildegard von Bingen inspiriert Vatikan-Pavillon bei Venedig-Biennale

Der Pavillon des Vatikans auf der diesjährigen Biennale in Venedig ist der mittelalterlichen Benediktinerin und Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen gewidmet. (c) ÖOK/km
Der Pavillon trägt den Titel „Das Ohr ist das Auge der Seele“. Seine Ausstellungsstücke nehmen demnach die Form eines „Klanggebetes“ an und rufen zu einem kontemplativen Hören auf. Ausgewählt wurden dafür 24 Werke. Eines steuern die Benediktinerinnen der Abtei St. Hildegard im deutschen Rüdesheim mit einer „Klangliturgie“ bei. Weitere Künstler mit einem Beitrag zum Vatikan-Pavillon sind international bekannte Namen wie die Musiker Brian Eno und Patti Smith sowie der Filmemacher Jim Jarmusch. Auch das letzte Werk des kürzlich verstorbenen deutschen Filmemachers Alexander Kluge wird zu sehen sein.
Zwei Standorte
Der Vatikan-Pavillon ist auf zwei Standorte aufgeteilt. Im antiken „Giardino Mistico“, einer versteckten Grünanlage innerhalb eines Klosters aus dem 17. Jahrhundert, werden Klangwerke gezeigt, die Gesänge, Schriften und visionäre Bilder Hildegards verarbeiten. Im „Complesso di Santa Maria Ausiliatrice“ im Stadtteil Castello steht das letzte Werk Alexander Kluges (1932-2026), eine monumentale Installation aus Filmen und Bildern, im Zentrum. Auf Kluge geht auch der Titel des Vatikan-Pavillons zurück.
Die Kunst-Biennale findet vom 9. Mai bis 22. November 2026 statt. Das Motto lautet „In Minor Keys“ und spielt auf das Tongeschlecht Moll an. Mit seiner erneuten Teilnahme setzt der Heilige Stuhl die Bemühungen fort, seine Präsenz im internationalen Kunstbetrieb zu stärken. Bei der bislang letzten Kunst-Biennale 2024 war der Vatikan mit einem Kunstrundgang durch Venedigs Frauengefängnis beteiligt.
Quelle: kathpress