Jahrestagung der ARGE Ordensarchive 2026: Zwischen Spiritualität und Schriftgut

Archive sind mehr als Orte der Aufbewahrung – sie sind Gedächtnisräume gelebter Spiritualität und wertvolle Brücken zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. © Stift Göttweig / Bernhard Rameder
Archive als spirituelle und kommunikative Orte
Im Mittelpunkt der Tagung stehen die Aufgaben und Chancen von Ordensarchiven im 21. Jahrhundert sowie ihr Potenzial als spirituelle und kommunikative Orte. Vorträge, Workshops und Gesprächsrunden bieten Raum für Reflexion über den Umgang mit geistlichen Quellen, ihre Erschließung und Bewertung – ebenso wie das Kennenlernen neuer Ideen zur Vermittlung von Archivmaterial.
Die Tagung richtet sich an alle Personen, die für Ordensarchive Verantwortung tragen oder in Ordensarchiven tätig sind.
Vom historischen Selbstverständnis bis zur Digitalisierung
Der Auftakt am Montag steht im Zeichen des Wandels des Berufsbildes – von der Rolle des traditionellen Ordensarchivars bis zu den heutigen Anforderungen an Professionalität, Vernetzung und strategische Archivarbeit. Dabei werden sowohl historische Entwicklungen als auch aktuelle Herausforderungen beleuchtet.
Ein Schwerpunkt am Dienstag liegt auf dem sensiblen Umgang mit geistlichen Quellen. Unter dem Titel „Spiritualität im Archiv“ wird diskutiert, wie persönliche Zeugnisse, spirituelle Schriften und Verwaltungsdokumente bewertet und erschlossen werden können – stets im Spannungsfeld zwischen Verwaltung, Geschichte und gelebtem Glauben.
In Workshops vertiefen die Teilnehmenden Fragen der Bewertung, Erschließung und Vermittlung. Besonders im Fokus steht dabei das Ordensarchiv als spiritueller Ort: Welche Methoden eignen sich, um Archivmaterial zeitgemäß zu kommunizieren? Wie kann Archivarbeit Brücken zwischen Orden und Öffentlichkeit schlagen?
Ein weiterer Programmpunkt stellt ein neues Ausbildungsangebot für Ordensarchivar:innen vor – ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung und nachhaltigen Sicherung kirchlicher Überlieferung.
Eintauchen in eine besondere Welt: Die Tagung bietet die Möglichkeit, an den gemeinsamen Gebetszeiten teilzunehmen und einen gemeinsamen Spaziergang rund um das Stift zu unternehmen. © Stift Göttweig /Fr. Andreas Remler OSB
Historische Bestände im digitalen Kontext
Am Mittwoch richtet sich der Blick auf frühneuzeitliche Quellen und ihre Bedeutung im digitalen Zeitalter. Das Projekt SALVEMED der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zeigt exemplarisch, wie Wallfahrtsgeschichte „zwischen Archiv und Digitalisierung“ neu erschlossen werden kann.
Ein besonderer Höhepunkt ist die Führung durch die Sonderausstellung „Schreiben aus dem Glauben. Das Göttweiger Skriptorium und seine Handschriften“ und die Sebastiani-Bibliothek. Hier wird sichtbar, wie eng Spiritualität, Schriftkultur und klösterliche Identität miteinander verbunden sind.
Gebet, Gemeinschaft und Austausch
Die Tagung ist bewusst in den klösterlichen Tagesrhythmus eingebettet. Gemeinsame Gebetszeiten – von Vigil und Laudes bis zur Konventmesse – strukturieren die Tage und unterstreichen den geistlichen Charakter der Veranstaltung.
Auch informelle Begegnungen kommen nicht zu kurz: Gesprächsrunden, ein gemeinsamer Spaziergang rund um das Stift sowie ein gemütlicher Ausklang im Gästehaus tragen dazu bei, den kollegialen Austausch zu fördern.
Die Anmeldung zur Jahrestagung ARGE Ordensarchive ist bis 13.4.2026 möglich.
Tagungsprogramm mit allen Details