Kultur & Dokumentation

Hüterin der Schätze des Ordenscharismas

„Ich habe das Glück, gleichzeitig Chronistin und Archivarin zu sein!“ meint Nicole Jaufer über ihre Tätigkeiten für die Kongregation der Dienerinnen des hlst. Herzens Jesu im dritten Wiener Gemeindebezirk.

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Nicole Jaufer bei Ihrer Tätigkeit im Archiv © Nicole Jaufer

„Ich habe Einblick in das wertvolle Gedächtnis des Ordens und kann meinen Beitrag leisten, dieses Gut lebendig zu halten und gleichzeitig zur Identitätsstärkung beitragen.“
Nicole Jaufer hat ein von Schwesternhand liebevoll zusammengetragenes und geordnetes Archiv vorgefunden, das das Gedächtnis der ursprünglich 1866 in Paris gegründeten Kongregation in Beständen von handschriftlichen Chroniken, Jahrbüchern und Aufzeichnungen der ehemals zahlreichen Niederlassungen und Häuser in Österreich und Deutschland enthält. Nicole Jaufer, die selbst auch in Paris zur Welt gekommen ist und gerne ihre Sprachkenntnisse einsetzt, kann bei den Herz Jesu Schwestern auch sprachlich „aus dem Vollen“ schöpfen. Die Kongregation hat sich im Laufe der Zeit in Frankreich, England und Österreich in drei selbständige Institute entwickelt und pflegt in einer Föderation einen regelmäßigen Austausch.

Der neuen Archivarin ist es ein spezielles Anliegen, das Wirken der Ordensfrauen, insbesondere in der Krankenpflege, mehr in das gesellschaftliche Bewusstsein zu bringen. Es begann im deutsch-französischen Krieg mit der aufopfernden Pflege der Verwundeten im Rahmen des Rot-Kreuz Einsatzes in den Feldlazaretten. Dort wurden die Schwestern von dem Wiener Stabsarzt und Malteser Freiherr Jaromir von Mundy, dem späteren Gründer der Wiener Rettungsgesellschaft, in ihrer Arbeit geschätzt und später dem Direktor der k. k. Rudolfstiftung, Sanitätsrat Dr. Böhm empfohlen. So kamen die ersten 13 Schwestern an einem Herz-Jesu Freitag im Mai 1873 in Wien an. Die Zahl der Schwestern stieg rasch an und in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts wirkten im Durchschnitt 650 Herz-Jesu Schwestern in öffentlichen Spitälern im Krankendienst. Sie haben die Pflegelandschaft bedeutend mitgeprägt. Nachdem die Schwestern heute nicht mehr in der Krankenpflege wirken und auch das Klostereigene Herz Jesu Krankenhaus 2007 an die Vinzenz Gruppe übergeben wurde, hilft das Archiv bei einer würdigen Rückschau auf diese Leistungen.

Die Auseinandersetzung mit der Ankunft der Schwestern 1873 in Wien, die sich nächstes Jahr zum 150. Mal jährt, gibt Gelegenheit, noch einmal tief in Kontakt mit dem Ordensgründer Abbé Victor Braun sowie den ersten Schwestern zu treten und einen Beitrag zur Lebendigkeit des Ordenscharismas zu leisten. An ihrem Leitsatz „Ehre, Liebe, Dank und Sühne dem heiligsten Herzen Jesu“ halten die Herz-Jesu Schwestern bis heute fest.

[Text und Foto: Nicole Jaufer]

Kontakt:

www.herzjesu.wien
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