Kultur & Dokumentation

Der neue Katalog der Ordensbibliotheken „KOBi“ ist online

Am 1. Juni 2021 wurde im Rahmen der Jahrestagung der ARGE Ordensbibliotheken das neue Katalog-Projekt namens KOBi (= Katalog der Ordensbibliotheken) präsentiert.

logo KOBi jpgDas KOBi-Logo.

Bei KOBi handelt es sich um ein Verbundprojekt, das vom Bereich „Kultur und Dokumentation“ der Österreichischen Ordenskonferenz in enger Zusammenarbeit mit der Erzabtei St. Peter angeboten wird. Es steht ab nun allen interessierten Ordensbibliotheken zur Teilnahme offen. Unter https://kobi.ordensgemeinschaften.at/ sind die bisher erfassten Bestände einsehbar und recherchierbar. Somit gibt es nun die Möglichkeit für Ordensbibliotheken, an einer professionellen, technisch „schlanken“ und gleichzeitig kostengünstigen Lösung teilzunehmen.

kobi screenshotEin Screenshot der Startseite von kobi.ordensgemeinschaften.at.

 Bibliothek der Erzabtei St. Peter ist erste Teilnehmerbibliothek

Die erste Bibliothek, die mit ihren Beständen in KOBi vertreten ist, ist die der Erzabtei St. Peter. Seit Anfang des Jahres 2021 wurden knapp 166.000 Datensätze nach KOBi migriert (Stand Anfang Juni 2021) und es kommen täglich neue Datensätze hinzu. St. Peter ist eine Ordensbibliothek mit besonders bedeutenden Beständen, schließlich umfasst sie Drucke aus dem Jahr 1501 bis zu Neuerscheinungen des 21. Jahrhunderts in mehr als 30 Sprachen und enthält neben den zu erwartenden theologischen Titeln auch Literatur zu vielen Fachbereichen und so manche außergewöhnliche Schrift, wie einen Kirchenführer von Mondsee auf Koreanisch oder Georg Galgemairs Underricht und Gebrauch Deß Circkels. Bei einigen Exemplaren handelt es sich bis dato um den einzigen Nachweis in Österreich. Leiterin der Bibliothek der Erzabtei St. Peter ist Frau Mag. Sonja Führer. Sie ist am Aufbau von KOBi seit Projektbeginn federführend beteiligt und hat nun als erste den Aktivbetrieb mit KOBi gestartet. In KOBi werden nun die verschiedenen Bestände, die sich unter dem Dach von St. Peter befinden, laufend verzeichnet: die Stiftsbibliothek, das Musikalienarchiv, die Handbibliothek des Österreichischen Liturgischen Institutes und das Zeitschriftenarchiv der Orden.

st. peter 1Ein Einblick in die Bibliothek der Erzabtei St. Peter in Salzburg.

Ziel: zeitgemäße Erfassung der Bestände und Diebstahlschutz

Ziel des neuen Verbundkataloges ist es, das bisher schwer zugängliche Büchererbe österreichischer Klöster und Ordensgemeinschaften als Dokument eines jahrhundertelangen seelsorglichen, aber auch kultur- und geistesgeschichtlichen Wirkens mit Hilfe eines, den modernen Standards entsprechenden Bibliothekssystems, zu erschließen, sichtbar und wissenschaftlich nutzbar zu machen. Damit besteht die Chance, die alten Zettelkataloge abzulösen und ein umfassendes Wissen um die vorhandenen Schätze zu gewinnen. Schließlich besitzen Ordensbibliotheken oft viel Altbestand und teils wertvolle Einzelstücke. Während diese für die eigene Gemeinschaft vor allem einen ideellen Wert haben, kommt ihnen oft auch ein finanzieller Wert zu. Eine zeitgemäße Verzeichnung des Bestandes ist daher ein zentraler Beitrag zur Bestandssicherung und zum Diebstahlschutz, denn im Fall eines Diebstahls kann ein zweifelsfreier Besitznachweis über den Bibliothekskatalog die Ermittlungen und gegebenenfalls eine Rückgabe erheblich erleichtern.

Technische Informationen, Kosten und Nutzen

KOBi basiert technisch auf der Bibliotheks-Software Koha. Koha ist eine international bereits gut etablierte und an sich kostenfreie Open Source-Software. Sie erfreut sich auch in der österreichischen Bibliothekswelt einer wachsenden Beliebtheit. In KOBi gibt es die Möglichkeit, Fremddaten aus anderen Verbünden zu nutzen. Damit wird die Erschließungsarbeit am eigenen Bestand erleichtert. Da es sich bei KOBi um eine Verbundlösung handelt, gibt es auch den Mehrwert durch die gemeinsame Datennutzung. Dennoch ist eine Suche getrennt nach den einzelnen Institutionen jederzeit möglich.

Teilnehmende Bibliotheken benötigen für eine Nutzung von KOBi keinen eigenen Server und müssen das Programm auch nicht installieren. Sie benötigen lediglich einen Zugang über einen Webbrowser. KOBi liegt auf einem Server des Büros der Ordensgemeinschaften Österreich/der Österreichischen Ordenskonferenz, wo es zentral gewartet wird und wo auch die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Voraussetzung für eine Teilnahme ist die Absolvierung einer praxisorientierten Einschulung in das System, nach der die Erschließungsarbeit in KOBi gestartet werden kann und ein Teilnahmebeitrag. Die Höhe dieser jährlichen Beiträge orientiert sich an der Größe der Institution bzw. der Zahl ihrer Datensätze und soll die Kosten, die den Ordensgemeinschaften Österreich/der Österreichischen Ordenskonferenz für die technische Wartung durch einen qualifizierten Systemadministrator entstehen, abdecken. Aus diesem Grund ist das Programm im Vergleich zu anderen, am Bibliotheksmarkt angebotenen Produkten günstig und somit auch für kleinere Ordensbibliotheken attraktiv.

Kontakt für Rückfragen zu KOBi:

Mag. Irene Kubiska-Scharl
Ordensgemeinschaften Österreich | Bereich Kultur und Dokumentation, T: 01/535 12 87 46
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