Dominikanerkirche St. Maria Rotunda geschlossen

Nach intensiver Vorbereitung wurde die Dominikanerkirche Anfang Juni 2020 für Renovierungsarbeiten geschlossen. Nun konnte mit den Arbeiten begonnen werden.

Der Wiener Dominikanerkonvent ist das zweit älteste durchgehend besetzte Kloster der Stadt. Auch im Orden gehört dieses Haus zu den ältesten Konventen, die nie aufgehoben waren. Der jüngste Teil dieses Klosters ist die Kirche. Auch sie, erbaut in den Jahren 1631–1634, ist eine Besonderheit: Sie ist die erste frühbarocke Kirche Wiens.
Nun ist diese Kirche in die Jahre gekommen. Die letzte wirkliche Renovierung des Innenraumes hat 1846 stattgefunden. Nach dem Krieg wurden zwar einige Arbeiten durchgeführt. Diese waren aber eher Reparaturen und Erneuerungen der Zeit entsprechend.
So lagerte sich im Lauf der Jahrzehnte auf dem Stuck schwarzer, fetter Ruß ab, der den Bestand schädigte. Statische Probleme, verursacht durch Bombentreffer in der Straße neben der Kirche in der Kriegszeit, haben Risse im Mauerwerk sowie in der Kuppel hervorgerufen. Der Holzwurm leistete ganze Arbeit in vielen Bereichen.

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Es war also dringend nötig, eine Restaurierung des gesamten Innenraumes zu beginnen. Die Proben waren schon im Jahr 2014 geschehen. Doch erst jetzt konnte der aus verschiedensten Gründen verzögerte Baubeginn stattfinden.


Bemerkenswerte Funde
Schon zu Beginn der Arbeiten kam es zu bemerkenswerten Funden. Die negativen: Die Schäden am Holz waren größer als befürchtet. Unter den Bänken war nur Sand und Schutt zu finden. Der Boden in der Kapelle des hl. Vinzenz Ferrer war durch Versalzung schwer beschädigt.
Doch auch positive Überraschungen gab es. So wurde etwa eine Gruft der Familie Traun geöffnet, die sicher seit Joseph II., seit der Schließung aller Innenstadtgrüfte, nicht mehr geöffnet war. Man konnte die Reste der Särge und der darin Bestatteten finden. Auch eine Gruft mit den sterblichen Resten von Brüdern wurde geöffnet. Und das Epitaph der Kaiserin Claudia Felicitas wurde wieder freigelegt.
Was soll alles restauriert werden? Alles! Bilder, Fresken, Altäre, Boden, Bänke, Elektrik, Verstärkeranlage, Bankheizung …

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Und wie lange wird die Kirche zugesperrt bleiben? Wir rechnen mit 2022. Bis dahin finden alle Gottesdienste in einem dafür adaptierten Flügel des Kreuzganges statt. Und die Kosten? Bisher geschätzte 6 Millionen Euro! Und wer bezahlt das? Die Erzdiözese Wien trägt einen Teil bei sowie das Bundesdenkmalamt und die Stadt Wien. Den größten Teil aber wir, der Konvent. Spenden für die Renovierungsarbeiten werden gerne entgegen genommen.

Text und Bilder: Prior P. Günter Reitzi, Dominikaner in Wien und Pfarrer der Kirche St. Maria Rotunda.