Rückblick auf die Tagung des Arbeitskreises Ordensgeschichte in Vallendar (D)

Am Wochenende des Freitags 7. Februar bis Sonntag, 9. Februar 2020 trafen sich zum 20. Mal wiederum etwa 40 Leute für eine wissenschaftliche Fachtagung zur Erforschung des Ordenslebens des 19. und 20. Jahrhunderts.

Ort der Begegnung war die philosophisch-theologische Hochschule Vallendar, eine kirchliche und staatlich anerkannte Wissenschaftliche Hochschule in freier Trägerschaft. Prof. Dr. Joachim Schmiedl, Lehrstuhl für Mittlere und Neue Kirchengeschichte in Vallendar, und Dr. Gisela Fleckenstein, Archivarin am Landesarchiv Speyer, leiteten die Tagung. In der ersten Runde stellten jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin sich und ihre Forschungsthemen vor. Der Jesuitenhistoriker Pater Klaus Schatz referierte über die Ordensreform in den Planungen des Ersten Vaticanums. Joachim Werz aus Frankfurt sprach über die pastorale Strategie im Kulturkampf des Limburger Bischofs Dominicus Willi und die Seelsorge, und Frau Maria Rottler aus Wien erklärte uns die digitale Edition von P. Roman Zirngibl. Besonders interessant stellte Thomas Richter aus Aachen die „Missionskartei“ Franz Baeumkers bei mikado Aachen als Quellenbestand für die Missiongeschichte vor. Aus dieser Datei dürfen sich die Forscher der Missionsgeschichte noch etwas erwarten!

vallendar 2 klAbb.: Dr. Thomas Richter am Pult; Im Hintergrund Joachim Schmiedl und Gisela Fleckenstein

Am letzten Tag erzählte Erik Sengers aus Amsterdam über vier Norbertiner der Abtei Berne (NL) und die katholische Sozialfrage 1890-1940. Nach jeder Präsentation gab es immer genügend Zeit für Fragen und eigene Impulse, die dann in den Pausen lebhaft weiter diskutiert wurden. Die neueste Literatur über Themen des Ordenslebens wird jedes Jahr zur Kenntnisnahme vorgestellt.
Dass sich nun schon zum 20. Mal so viele Teilnehmer Jahr für Jahr für diese Fachtagung treffen ist ein Zeichen dafür, wie attraktiv die Geschichte der Ordensgemeinschaften im 19. und 20. Jahrhundert ist. Die freie Wahl der Themen, die Kürze der Präsentationen, das ausführliche Gespräch und die abendlichen Begegnungen sind ideal für eine weite Vernetzung des Ordenslebens. Man kann aber auch im Laufe der letzten 20 Jahre feststellen, dass die Geschichte des Ordenslebens immer weniger von Ordensleuten betrieben wird. Dieses Jahr waren in Vallendar sogar zum ersten Mal überhaupt keine Ordensschwestern mehr anwesend, was jeder natürlich bedauerte. Jedoch ist die Geschichte des Ordenslebens ein Phänomen, dass die neue Generation neugierig macht. Ich wünsche mir, dass auch in Österreich eine ähnliche Fachtagung ins Leben gerufen werden kann.

[Text und Fotos: P. Peter van Meijl SDS]