Erklärung der Ordenskonferenzen Wien-Eisenstadt zur Flüchtlingssituation in Wien und Burgenland

120 IMG 2375Bei der Herbstkonferenz der Frauenorden und Männerorden, sowie der Säkularinstitute in der Erzdiözese Wien und Diözese Eisenstadt am 15. September 2015 war die aktuelle Flüchtlingssituation ein vorrangiges Thema. Mit der nachstehenden Erklärung wenden sich die Ordensgemeinschaften der Erzdiözese Wien und der Diözese Eisenstadt an die Öffentlichkeit.

 

1. Wir danken allen Beteiligten und allen Institutionen, sowie den vielen tausend ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz für die Flüchtlinge, die in unser Land kommen. Unser Boot ist nicht voll. Viele unserer Gemeinschaften handeln schon seit vielen Monaten konkret vor Ort.

2. Wir fordern eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der Europäischen Union, welche auch eine „Solidaritätsunion“ sein sollte. Die Kirchen und Orden in der EU sind bereit zu helfen.

3. Weit über 1500 Notquartierplätze werden derzeit von den Ordensgemeinschaften und ihren Einrichtungen und Pfarrgemeinden in den beiden Diözesen zur Verfügung gestellt. Dieses Angebot ist steigend. Viele ehrenamtliche Helfer und Helferinnen helfen in der Versorgung mit. Mehrere kleinere Gemeinschaften haben allerdings aufgrund eigener räumlicher Grenzen nicht die Möglichkeit Notquartiere zur Verfügung zu stellen.

4. Zwei Drittel der Ordensgemeinschaften haben daneben bereits Wohnraum für Flüchtlinge organisiert bzw. planen für den nächsten Wochen und Monaten diese zu organisieren. Das ist oft auch mit Adaptierungsaufwand verbunden. Viele Orden helfen eher im Verborgenen und haben ihre Aktivitäten bisher nicht in die große Öffentlichkeit gebracht. Der Aufruf von Papst Franziskus in Bezug von Flüchtlingshilfe in Klöstern und Gemeinden nehmen wir voll inhaltlich als unseren Auftrag an und versuchen diesen umzusetzen.

5. Die Integration der Flüchtlinge und die Begleitung auf verschiedenen Ebenen bilden gerade jetzt einen aktuellen Schwerpunkt vieler Ordensgemeinschaften. Wir wollen die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen – insbesondere mit der Caritas – verstärken und intensivieren.
In der Erzdiözese Wien und der Diözese Eisenstadt leben und wirken knapp 850 Ordensmänner in über 50 Gemeinschaften und 1600 Ordensfrauen in knapp 70 Gemeinschaften.

(Sr. Maria Judith Tappeiner CS, Vorsitzende der Regionalkonferenz der Frauenorden Wien-Eisenstadt und Pater Lorenz Voith CSsR, Vorsitzender der Männeroden Wien-Eisenstadt)

[fk]