„Wir unterstützen Patienten dabei, dass sie wieder auf die Beine kommen“

Die Station für Akutgeriatrie und Remobilisation im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien wurde im Dezember 2002 eröffnet und verfügt über 24 Betten, aufgeteilt auf zwölf Zweibett-Zimmer.

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Foto: © Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien/L. Schedl

Ziel der interdisziplinären Bettenstation ist es, Patienten nach schweren Erkrankungen oder Operationen dabei zu unterstützen, dass sie wieder „auf die Beine kommen“, um zuhause oder in Pflegeeinrichtungen ein soweit wie möglich selbstbestimmtes Leben führen zu können. Was darunter zu verstehen ist, erklärt Stationsleitung DGKP Gabriele Eder: „Wir übernehmen vor allem Patienten von anderen Stationen des Krankenhauses, wobei eines sehr wichtig ist: Wir sind keine reine Pflegestation, sondern bei uns geht es darum, Menschen dabei zu helfen, Belastungen, die durch eine schwere Erkrankung entstanden sind, zu bewältigen.“
Mit einem Beispiel erklärt die Diplomkrankenpflegerin diesen Ansatz: “Ein bisher gesunder Mensch hatte einen Schlaganfall. Die Akuttherapie ist gut verlaufen, die meisten Symptome haben sich wieder zurückgebildet. Geblieben sind Probleme beim Gehen, beim Greifen und Sprachprobleme. Bei uns auf der Station gibt es für diesen Patienten weitere Behandlungen. Physikalische- und Ergotherapie sowie Sprachtherapie mit logopädischer Betreuung. Gemeinsam mit dem Patienten wird nun daran gearbeitet, die bestehenden Probleme zu lösen, damit er wieder in sein bisheriges Leben und zu seiner Familie zurückkehren kann.“
Oberärztin Dr. Agnes Lischka-Lindner, Neurologin, ergänzt: „Da wir Patienten aller Fachrichtungen auf dieser Station behandeln, gibt es einen ständigen Austausch mit den Kollegen anderer medizinischer Disziplinen. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit Kollegen aus dem niedergelassenen Bereich. Man arbeitet zum Wohle der Patienten zusammen - das ist schön und spannend zugleich.“

Die Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Station für Akutgeriatrie ist der Neurologischen Abteilung (Vorstand: Prim. Univ.-Prof. Dr. Wilfried Lang) zugeordnet, wobei Patienten von allen anderen hausinternen Stationen übernommen werden. Bei freien Kapazitäten werden auch Patienten von externen Ärzten oder anderen Krankenhäusern aufgenommen, wobei die vorhandenen Betten primär durch interne Zuweisungen belegt werden. Leitender Oberarzt der Station ist Dr. Thomas Kimla.
Der zeitliche Ablauf mit Essenszeiten und Visiten ist ähnlich wie auf anderen Stationen. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit zwischen allen Berufsgruppen. Dazu gehören die therapeutischen Teams der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Diätologie, Psychologie und Sozialarbeit. Auch Kunst- und Musiktherapie sowie ein Therapiehund gehören zum Angebot.
Dazu Stationsleitung DGKP Eder: „Gerade diese enge Zusammenarbeit mit den therapeutischen Berufsgruppen ist für die Patienten ein großer Mehrwert. Auch die Angehörigen profitieren sehr stark davon, denn wir geben ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Bei einer akuten Erkrankung geht es natürlich in erster Linie um den Betroffenen. Ihm zu helfen und seine Genesung positiv zu unterstützen, ist unser primäres Ziel. Dennoch darf man die Angehörigen nie vergessen. Auch sie müssen mit einer veränderten Situation klarkommen. Sie müssen möglicherweise für zuhause Hilfsmittel anschaffen oder Unterstützung bei der Pflege oder finanzielle Unterstützung beantragen. Dabei hilft unsere Sozialarbeit und sorgt so für einen guten Start zuhause.“

Einmal in der Woche gibt es eine interdisziplinäre Teambesprechung - Pflegepersonen, Mediziner und Vertreter aller therapeutischen Teams besprechen jeden einzelnen Patienten. Jede Verbesserung und jede Verschlechterung wird wahrgenommen. „Die Patienten bleiben mindestens zwei bis drei Wochen bei uns auf der Station, wodurch man sie auch besser kennenlernt. Man baut eine Verbindung zueinander auf. Man lacht miteinander, man scherzt miteinander und vor allem freut man sich miteinander, wenn Patienten soweit sind, dass sie unsere Unterstützung und Versorgung nicht mehr brauchen und sie unsere Station wieder verlassen und in ihren Alltag zurückkehren können,“ so Stationsleitung DGKP Eder abschließend.