Neue Software zur Hochpräzisions-Bestrahlung multipler Hirnmetastasen ermöglicht effektivere Therapie

Der Einsatz der Radiotherapie ist fixer Bestandteil der kurativen und palliativen Behandlung vieler Krebserkrankungen. An der Abteilung für Radioonkologie am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern ist die neue Bestrahlungs-planungssoftware „Multiple Brain Mets“ für Patientinnen und Patienten mit multiplen Hirnmetastasen im Einsatz. Sie ermöglicht eine hochpräzise und effektivere Strahlentherapie von bis zu 10 Hirnmetastasen in nur einer Sitzung. Dieses neue System der Firma „Brainlab“ wurde österreichweit erstmals vor ca. einem Jahr in Linz zu Behandlung eingesetzt.

Prim Geinitz mit Patient 8

Prim. Univ.-Prof. Dr. Hans Geinitz, Vorstand der Radioonkologischen Abteilung am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, mit seinem Patienten Thomas Pichler aus Sarleinsbach, der erfolgreich mit der Hochpräzisions-Bestrahlung behandelt wurde. (c) Ordensklinikum Linz

„Mit dieser neuen Art der Hochpräzisionsstrahlentherapie können wir bei bestimmten Patienten mit mehreren Hirnmetastasen die gezielte Behandlung der einzelnen Herde schnell planen und durchführen, ohne zwischendurch den Bestrahlungstisch verfahren und alles neu justieren zu müssen“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Hans Geinitz, Leiter der Radioonkologischen Abteilung am Ordensklinikum Linz Barmherzige Schwestern, die neue Software. Konnten bislang nur maximal drei Hirnmetastasen gleichzeitig bestrahlt werden, ist es mit der neuen Methode möglich, bis zu zehn Metastasen in einer Sitzung hochdosiert zu behandeln.

Weniger Nebenwirkungen und geringere Toxizität

„Während früher bei mehr als drei Hirnmetastasen als gängige Weise das gesamte Gehirngewebe bestrahlt wurde, können heute bis zu zehn Herde einzeln bestrahlt werden, was eine geringere Toxizität bedeutet“, sagt Prim. Univ.-Prof. Dr. Geinitz. Mit Hilfe einer röntgengeschützten Bildgebung vor jeder Bestrahlung ist eine millimetergenaue Behandlung möglich. „Die Software ermöglicht die gezielte Abgabe hoher Dosen innerhalb der einzelnen Metastasen in kurzer Zeit. Dadurch erhöht sich die lokale Wirkung. Das Risiko eines Wiederauftretens oder Wachstums der bestrahlten Herde wird verringert“, so Prim. Univ.-Prof. Dr. Hans Geinitz weiter. Darüber hinaus können die Patienten mit nur einer Sitzung behandelt werden und weisen auch weniger Nebenwirkungen, etwa kognitive Einschränkungen oder Haarverlust auf, als bei der herkömmlichen zweiwöchigen Ganzhirnbestrahlung.

Seit einem Jahr ist das neuartige Bestrahlungsplanungssystem am Ordensklinikum Linz nun im Einsatz. Ein interdisziplinäres Team aus Radioonkologen und Physikern hat das System innerhalb dieses Zeitraumes optimiert. „Die Qualitätsmessung des neuen Systems ist sehr anspruchsvoll, aber gut implementiert, wodurch sich zahlreiche Vorteile für die Patienten ergeben“, zeigt sich Prim. Univ.-Prof. Dr. Geinitz er-freut. Die Software „Multiple Brain Mets“ ist die einzige dieser Art, die derzeit in Ös-terreich im Einsatz ist.

[martin gsellmann]