25 Jahre Berufsgemeinschaft der KrankenhausseelsorgerInnen

„Am Puls der Zeit“ – Unter diesem Titel feierte die Berufsgemeinschaft der KrankenhausseelsorgerInnen der Diözese Linz am 5. Februar 2020 ihr 25-jähriges Bestehen im Bildungshaus Schloss Puchberg in Wels. 

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„Als Seelsorgerin, als Seelsorger gibt man Raum für Hoffnung", so Bischof Manfred Scheuer. (c) Diözese Linz / Waselmayr

In den 21 Krankenhäusern Oberösterreichs, von denen sich neun in kirchlicher Trägerschaft befinden, arbeiten derzeit 61 hauptamtliche KrankenhausseelsorgerInnen - darunter auch viele Ordensleute, Priester und Pastoralassistentinnen. Ihre Aufgaben sind: 

Zuhören, da sein, begleiten – bei Krankheit ist nicht nur medizinisch-pflegerische Betreuung notwendig, sondern auch Seelsorge. Dabei „Am Puls der Zeit“ zu sein ist der Berufsgemeinschaft der KrankenhausseelsorgerInnen der Diözese Linz ein besonderes Anliegen. Dass Krankenhausseelsorge von Rahmenbedingungen geprägt und stets neu herausgefordert wird, zeigten die Ausführungen der ExpertInnen beim Studientag. Die ReferentInnen Mag. Raimund Kaplinger (Geschäftsführer am Ordensklinikum Linz Elisabethinen), Dr. Christian Metz (Programmleiter für die Bereiche Hospiz/Palliative Care/Demenz im Kardinal-König-Haus), Univ.-Prof. Dr. Andreas Heller (Abteilung für Palliative Care und Organisationsethik am Institut für Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie der Fakultät für Katholische Theologie an der Karl-Franzens-Universität Graz) und Mag.a Magdalena Modler-El Abdaoui (Referentin für Interreligiösen und Interkulturellen Dialog in der Diözese Innsbruck) gaben wertvolle Impulse aus ihren Bereichen. Die Themen reichten von Spiritual Care über multireligiös geprägte Arbeitsfelder bis hin zu aktuellen Herausforderungen an das Gesundheitssystem.

Den Höhepunkt des Tages bildete der anschließende Feier.Abend. Mit dabei waren unter anderem Bischof Dr. Manfred Scheuer, der Leiter der Abteilung Priester und Diakone Dr. Martin Füreder, die Referentin für Krankenhauspastoral Mag.a Christiane Roser, der Personalreferent von Pastorale Berufe Mag. Alois Mayer sowie Gründungsmitglieder der Berufsgemeinschaft.

Als SeelsorgerIn Raum geben für Hoffnung, für Angst, für die Frage nach Gott

Dass die Krankenhausseelsorge einen wichtigen Beitrag für die Genesung von PatientInnen leistet, betonte Bischof Dr. Manfred Scheuer in seiner Festrede. In Krankenhäusern sei die ganze Bandbreite des Lebens präsent: „Gesundheitszustand und Zivilisationskrankheiten spiegeln soziale Nöte und Bedürfnisse wie Abschied, Trennung und Scheitern, wie Alleinsein oder Kontaktbedürfnis, Probleme mit Arbeit bzw. Arbeitslosigkeit, finanzielle Schwierigkeiten oder berufliche Überforderung“, so Scheuer. Das alles sei verbunden mit ethischen Fragen wie Lebensanfang und Lebensende, nach Möglichkeiten und Grenzen der medizinischen Forschung. „Wissenschaftliche und spirituell-religiöse Weltdeutungen müssen langfristig in ein Verhältnis gebracht werden, wo sie einander nicht bekämpfen bzw. auf das Verschwinden der jeweils anderen hoffen, sondern trotz aller Verschiedenheit positiv ergänzen. Die Medizin muss sich bewusst sein, dass es dort, wo sie an ihre Grenzen stößt, grundsätzlich andere Formen der Krankheits- und Leidbewältigung braucht“, erklärte der Bischof. „Als Seelsorgerin, als Seelsorger gibt man Raum für Hoffnung, für Gespräch, für Vertrautheit. Man gibt auch Raum für Tränen, für Wut, für Angst, für offene Fragen, für die Frage nach Gott. Danke jeder und jedem Einzelnen für den Dienst an den Menschen, den Sie im Auftrag der Kirche so großartig erfüllen“, würdigte Scheuer den Dienst der KrankenhausseelsorgerInnen.

Krankenhausseelsorge in der Diözese Linz

Die katholische Krankenhausseelsorge in Oberösterreich erfolgt in Kooperation zwischen Pastorale Berufe der Diözese Linz (Personalreferent Mag. Alois Mayer) und dem Referat Krankenhauspastoral im Pastoralamt (Leiterin Mag.a Christiane Roser). In der Evangelischen Kirche H. B. in Oberösterreich ist Pfarrer Mag. Herbert Rolle Diözesanbeauftragter und Ansprechpartner für Krankenhausseelsorge. Die ökumenische Zusammenarbeit ist unverzichtbar und wird in den Krankenhäusern sehr geschätzt.

In den 21 Krankenhäusern Oberösterreichs, von denen sich neun in kirchlicher Trägerschaft befinden, arbeiten derzeit 61 hauptamtliche KrankenhausseelsorgerInnen. Die Zahl umfasst Priester, Ordensfrauen und PastoralassistentInnen. Zusätzlich unterstützen 75 Frauen und Männer die KrankenhausseelsorgerInnen ehrenamtlich. Um die Tätigkeit ausführen zu können, gilt eine adäquate Ausbildung als Voraussetzung: Für hauptamtliche KrankenhausseelsorgerInnen werden österreichweit jährlich zwei Kurse zur Klinischen Seelsorgeausbildung (KSA) angeboten. Diese dauern jeweils sechs Wochen und werden von allen hauptamtlichen SeelsorgerInnen in den ersten drei Arbeitsjahren absolviert. Den ökumenisch geleiteten Ausbildungslehrgang für ehrenamtliche SeelsorgerInnen besuchen aktuell 31 Personen.

Krankenhausseelsorge erfährt die Notwendigkeit, in das Gespräch mit anderen Religionen zu treten. Pflegende in den Krankenhäusern und Krankenhaushausleitungen erwarten von der Seelsorge eine hilfreiche Verständigung mit den Mitgliedern verschiedener Religionen bzw. mit Menschen ohne Bekenntnis. 

Mehr zur Krankenhausseelsorge finden Sie unter:

https://www.dioezese-linz.at/krankenhauspastoral/krankenhausseelsorge