Vielfältiger Beruf: Hebammen begleiten den Start ins Leben

Oberaigner Petra MSc Hebamme Geburten 120Hebammen nehmen in der Gesundheitsvorsorge und -versorgung der Bevölkerung eine zentrale Rolle ein – bei werdenden Müttern, aber auch für die Familie und ihr Umfeld. Ihre Tätigkeit umfasst viele Bereiche, etwa bereits die Familienplanung, die Betreuung der Mutter vor, während und nach der Geburt, die Unterstützung der Eltern bei der Pflege und Ernährung ihres Babys oder die Rückbildungstherapie.

„Das Herzstück der Hebammenarbeit ist sicher die Betreuung der Frau während der Geburt. Die Überwachung des Geburtsverlaufs, das Erkennen von Regelwidrigkeiten bei Mutter und Kind machen oft ein rasches Handeln, manchmal auch ein ärztliches Eingreifen notwendig“, erklärt Petra Oberaigner, Hebamme am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Trotzdem gibt es nichts Befriedigenderes, als nach einer anstrengenden Geburt ein gesundes Mutter-Kind-Paar auf die Station zu transferieren.“ Mit 2.600 Geburten jährlich zählt das Klinikum Wels-Grieskirchen zu den favorisierten Geburtskliniken Österreichs. An beiden Standorten des Klinikum Wels-Grieskirchen können schwangere Frauen auf optimale Unterstützung und Beratung vertrauen. Von der Geburtsvorbereitung bis zur Nachbetreuung betreuen engagierte Hebammen, Pflegepersonen und Ärzte die werdenden Mütter, um ihnen ein harmonisches Geburtserlebnis unter größtmöglichen Sicherheitsbedingungen zu ermöglichen.

Hebammen sind vielseitig

Der Tätigkeitsbereich der Hebammen ist genauso vielfältig wie ihr Einsatzgebiet: Hebammenberatungsgespräche in der Freipraxis, in Krankenhäusern und Geburtskliniken arbeiten sie etwa im Kreißzimmer, auf der Geburtenstation oder in der Schwangerenambulanz. Sie begleiten auch Hausgeburten und übernehmen die Nachsorge von Mutter und Kind zuhause, geben ihr Wissen in Vorbereitungskursen für werdende Eltern oder in fachlichen Workshops an angehende Kolleginnen weiter.

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Hebammen heißen den Nachwuchs Willkommen auf dieser Welt – und unterstützen dabei die ganze Familie bei vielfältigen Frage‐ und Problemstellungen rund um Pflege, Ernährung und Entwicklung des Babys. © Klinikum Wels‐Grieskirchen

Allein unter Frauen

Obwohl in vielen europäischen Ländern üblich, arbeiten in Österreich 2018 noch nicht einmal eine Handvoll männliche Hebammen. Der Weg zur Hebammenausbildung steht allerdings nicht nur Frauen offen: „Wer über die allgemeine Universitätsreife, Berufsreifeprüfung oder relevante einschlägige berufliche Qualifikationen verfügt, kann sich für das sechssemestrige Bachelorstudium bewerben – zum Beispiel in Linz“, erklärt Oberaigner. Die Klinikum-Hebamme ist Mitglied des Lehr- und Forschungspersonals im Rahmen des Bachelor-Studienganges „Hebamme“ an der FH Gesundheitsberufe OÖ in Linz und der FH Krems. „Die Absolventen schließen den Studiengang mit einem Bachelor of Science in Health Studies ab. Es stehen ihnen vielfältige Berufsmöglichkeiten und auch ein weiterführendes Masterstudium offen.“

Gut zu wissen

Gute Nachrichten für werdende Eltern: Im Rahmen des Mutter-Kind Passes ist ein Hebammenberatungsgespräch zwischen der 18. und der 22. Schwangerschaftswoche vorgesehen, zusätzlich stehen allen Frauen Hausbesuche einer Hebamme nach der Geburt als Leistung der Krankenkasse zu, unabhängig vom Entlassungstag aus der Klinik. Gute Nachrichten für Berufsanwärter: Dadurch steigt der Bedarf an Hebammen im extramuralen Bereich.

Weiterführende Informationen:

Die Studienschwerpunkte in der Hebammenausbildung an derzeit sieben Fachhochschulen in Österreich ermöglichen es den Studierenden, alle für dieses Berufsbild notwendigen fachlich-methodischen, sozial-kommunikativen, und wissenschaftlichen Kompetenzen zu erwerben. Die Theorie wird anschließend in den verschiedenen Berufspraktika vertieft und praktisch verankert.

Foto Teaser: Petra Oberaigner, MSc, Hebamme, Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Klinikum Wels‐Grieskirchen. © Klinikum Wels‐Grieskirchen