St. Veiter Krankenhaus als erstes „Viszeralonkologisches Zentrum“ ausgezeichnet

Zertifizierung Gruppenfoto 120Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan wurde von der Deutschen Krebsgesellschaft als eines der einzigen zwei Zentren in Österreich für Behandlungen von Tumorerkrankungen der Bauchspeicheldrüse und des Darms zertifiziert. Das „Viszeralonkolgische Zentrum des Krankenhauses“ der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher Fachabteilungen des Krankenhauses, niedergelassener Ärzte und weiterer Kooperationspartner zur Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen von Darm und Bauchspeicheldrüse.

Erstes Viszeralonkologisches Zentrum in Kärnten

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit hat die Zertifizierung als „Viszeralonkologisches Zentrum“ erhalten. Damit ist das Ordenskrankenhaus das erste Viszeralonkologische Zentrum in Kärnten und das zweite dieser Art in Österreich.

Krebserkrankungen der Verdauungsorgane

Viszeralonkologie ist ein für Laien unbekannter Begriff. Es handelt sich dabei um ein medizinisches Spezialgebiet, das sich mit Krebserkrankungen der Verdauungsorgane befasst und Tumore des Magens- und Darmtraktes (Kolonkarzinom und Rektumkarzinom) sowie der Leber und Bauspeicheldrüse umfasst. Einen besonderen Schwerpunkt in St. Veit/Glan stellt die Behandlung von Darmkrebserkrankung dar. „Die ganzheitliche Betreuung der Betroffenen steht im Mittelpunkt unserer Arbeit. Mit viel Empathie und Expertise kümmern wir uns um unsere Patienten. Dass wir die Deutsche Krebsgesellschaft erneut von unserer Qualität und entsprechender Behandlungshäufigkeit überzeugen konnten, freut uns sehr“, betont der Ärztliche Direktor und Vorstand der Chirurgie Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Tschmelitsch, FACS. Tumorerkrankungen im Bauchraum stellen rund ein Viertel aller Krebsneuerkrankungen dar, wobei Darmkrebs mit rund 300 Neuerkrankungen jährlich am häufigsten vorkommt. Dabei ist Darmkrebs die einzige Krebsart, die – früh genug entdeckt – bei den meisten Menschen zu 100 Prozent heilbar ist.

Chirurgen mit hohen Fallzahlen

Zu den Zertifizierungskriterien der Deutschen Krebsgesellschaft gehört deshalb auch die Fallzahl. Am Ordenskrankenhaus werden jährlich etwa 200 Patienten mit Darmkrebs, 70 mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und 70 mit Magenkrebs behandelt.

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Glückwünsche zur Zertifizierung des Krankenhauses St.Veit als „Viszeralonkologisches Zentrum“ überbrachten LHStv.in und Gesundheitsreferentin Dr.in Beate Prettner sowie St. Veits Bürgermeister Gerhard Mock und Vizebürgermeister Martin Kulmer im Rahmen eines Betriebsbesuches. © KH St. Veit

Expertise aus Gastroenterologie, Onkologie und Viszeralchirurgie

Der entscheidende Vorteil des Zentrums ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit von erfahrenen Spezialisten. Denn die Heilungschancen hängen neben einer möglichst frühzeitigen Diagnose auch von einem optimal abgestimmten Therapiekonzept ab. „Unser gemeinsames Ziel ist es, Patienten mit dieser schweren Erkrankung bestmöglich und ganzheitlich zu behandeln“, fasst Prim. Dr. Franz Siebert, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin das Anliegen des gesamten Teams zusammen. „Das gelingt am besten, wenn wir die Strukturen des Zentrums nutzen, Hand in Hand zusammenarbeiten, uns an den aktuellen Therapieempfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften orientieren und gleichzeitig die Bedürfnisse des einzelnen Patienten berücksichtigen.“ Davon profitieren die Betroffenen im hohen Maße. Chirurgen, Strahlen- und Nuklearmediziner, Onkologen, Gastroenterologen, Pathologen und andere Disziplinen arbeiten im Zentrum fachübergreifend zusammen. Eingebunden sind auch niedergelassene Ärzte und Pflegedienste.

Spezialisten besprechen Behandlungsoptionen

Herzstück des Viszeralonkologischen Zentrums ist die Tumorkonferenz. Jeder Patient mit einer Krebserkrankung wird in einem wöchentlich stattfindenden, speziellen Tumorboard besprochen und die optimale Therapie wird von Spezialisten verschiedener Fachdisziplinen gemeinsam festgelegt. Für den Patienten sei dies ein klarer Vorteil. Durch diese Vernetzung aller am Behandlungsprozess Beteiligten erhalten die Patienten eine auf und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierte Diagnostik und Behandlung. „Der Patient kann sicher sein, dass es nicht vom Zufall abhängt, was mit ihm passiert."

Höhere Heilungsraten und Prognosen

Die Heilungschancen für viele Krebsarten haben sich in den vergangenen 30 Jahren enorm verbessert. Die Vorsorge und die möglichst frühe Behandlung sind die wichtigsten Waffen im Kampf gegen die lebensbedrohliche Krankheit. „Vor zehn Jahren war es noch so, dass mit der Diagnose Krebs alles gesagt war. Das "Karzinom" wurde diagnostiziert und fertig. Heute jedoch kann die Pathologie wesentlich mehr sehen. Mittlerweile gehen die Untersuchungen wesentlich tiefer. Dabei spielen die unterschiedlichen Strukturen des Tumors eine große Rolle. Um was für einen Krebs handelt es sich? Ist er "nur ein bisschen böse" oder "hochaggressiv"?, beschreibt der Ärztliche Direktor und erfahrene Chirurg Prim. Univ.-Prof. Dr. Jörg Tschmelitsch, FACS. Selbst in fortgeschrittenen Tumorstadien kann die Behandlung durch neue Medikamente und moderne Therapieverfahren entscheidend verbessert werden.

Hohe Qualitätsstandards

Die Diagnose Krebs verändert das Leben. Umso wichtiger ist es, dass Krebspatienten in jeder Phase ihrer Erkrankung nach den neuesten Standards behandelt und betreut werden. Um gute Behandlungsqualität auf den ersten Blick erkennbar zu machen, zertifiziert die Deutsche Krebsgesellschaft sogenannte „Zentren“. Grundlage für die Zertifizierung des Viszeralonkologischen Zentrums des Krankenhauses in St. Veit durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) waren leitlinienbasierte Kataloge, die sämtliche prüfungsrelevanten Anforderungen beinhalteten sowie ein finales Audit vor Ort. Als besonders positiv beurteilten die Prüfer beispielsweise die gelebte Interdisziplinarität mit einem hohen Engagement aller Beteiligten – gerade auch in der Pflege –, die vorbildliche Durchführung der Tumorkonferenzen sowie die zahlreich angebotenen Studien. Unabhängige Prüfer von der Deutschen Krebsgesellschaft überprüfen auch künftig jedes Jahr, ob die Kriterien für das Siegel „Viszeralonkologisches Zentrum“ erfüllt sind.