Geschichte und Entwicklung der Ordensspitäler

 

Geschichte

"Heilt die Kranken und verkündet das Evangelium!" Dieser Auftrag Jesu (Lukasevangelium, Kapitel 10) steht am Anfang der Geschichte des christlichen Krankenhauses. Seit den Tagen der Apostel und der ersten Gemeinden gehört die Sorge um die Kranken und Leidenden zu den Aufgaben der Kirche. Das Konzil von Nizäa (325 n. Chr.) zählt sie zu den Pflichten des Bischofs. Auch im Mittelalter lag die Krankenpflege in Spitälern und Hospizen fast ausschließlich in den Händen von Orden, Bruderschaften und kirchlichen Stiftungen. Das erste Spital Österreichs wurde 1203 vom Deutschen Orden in Friesach gegründet. Seit der Aufklärung beansprucht auch der Staat eine Zuständigkeit, wobei allerdings im 19. Jahrhundert durch die Neugründung von katholischen Krankenpflegeorden noch einmal ein starker Aufschwung des konfessionellen Krankenhauswesens erfolgte. Eine besondere Herausforderung heute liegt in der Begleitung von Schwerstkranken und Sterbenden. In der Errichtung von Hospizen haben die Ordensspitäler in Österreich ein Vorreiterrolle übernommen.

Aktuelle Situation

Die konfessionellen Krankenanstalten sind insgesamt der größte gemeinnützig-private (nicht-staatliche) Anbieter stationärer Krankenbehandlung in Österreich. Bundesweit steht jedes fünfte Spitalsbett in einem Ordenskrankenhaus. Mancherorts wäre die medizinische Versorgung ohne Ordensspitäler überhaupt undenkbar, etwa in Oberösterreich, wo fast die Hälfte der Patienten in einem Ordenskrankenhaus versorgt werden. Oder im Burgenland, wo es 30 Prozent sind. Die acht Wiener Ordensspitäler tragen zu 15 Prozent zur medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung der Bundeshauptstadt und Umgebung bei. Darüber hinaus werden zum Beispiel in der Armenambulanz der Barmherzigen Brüder jährlich rund 65.000 Patienten kostenlos behandelt.

Rückläufiger Ordensnachwuchs sowie rasant steigende Kosten für die technische Ausstattung und das medizinische Personal sind heute für die Ordenskrankenhäuser die besondere Herausfordernung – trotz vergleichbar wirtschaftlicher Betriebsführung. In Österreich kommt eine anhaltende Benachteiligung der konfessionellen Spitäler durch die öffentliche Hand hinzu: Sie müssen den Betriebsabgang zu einem Teil aus den eigenen Rücklagen abdecken und erhalten für dieselbe Leistung weniger Geld als staatliche Krankenhäuser.

Die wirtschaftlichen Probleme, ihre politischen und legistischen Hintergründe und die Auswirkungen auf die Identität des christlichen Krankenhauses haben 1978 zum Zusammenschluß der von den Frauen- und Männerorden geführten Ordensspitäler in der "Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs" geführt. Sie hat ihren Sitz in bei den Ordensgemeinschaften Österreich in der Freyung 6. 

Die Leitung der ARGE liegt in den Generalsekretariaten (P. Erhard Rauch, Leiter der ARGE, Sr. Cordis Feuerstein, Stellvertreterin). 

ARGE Ordensspitäler
Freyung 6/1/2
1010 WIEN