Kultur & Dokumentation

Augustiner-Chorherrenstift Stainz

Schlossplatz 5

A-8510 Stainz

Gründer/Stifter
Leutold von Wildon (†1249)
 
Geschichte

Um das Jahr 1229 gründete der steierische Ministeriale Leutold von Wildon an einer älteren Katharinenkirche in Stainz ein Augustiner-Chorherrenkloster, dessen erste Konventualen aus dem Stift Seckau berufen wurden. Die Neugründung gehörte zu den kleineren steierischen Stiften und hatte in der Reformationsstift mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Eine Konsolidierung der Verhältnisse und eine Erneuerung des Klosterlebens erfolgte unter Propst Jakob Rosolenz (1596-1629), ein exponierter Vertreter der Gegenreformation in der Steiermark, der die Grazer Jesuitenuniversität und die Errichtung eines Kapuzinerklosters in Bad Radkersburg förderte. Die Barockisierung der Klosteranlage begann unter Propst Georg Seyfried Freiherr Jöchlinger (1666‒1684). Die neue Stiftskirche wurde Anfang des 18. Jahrhunderts geweiht. Das Stift wurde 1785 unter Kaiser Joseph II. aufgehoben. Die Kirche verblieb Pfarrkirche des Marktes Stainz. Das Klostergebäude wurde zunächst vom Religionsfond verwaltet und diente als Kaserne und Lazarett. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Herrschaft samt Kloster an privat verkauft. 1840 erwarb Erzherzog Johann das Gut, seither ist Schloss Stainz in Besitz seiner Nachkommen, der Grafen von Meran, deren Forst- und Jagdverwaltung hier ihren Sitz hat. Ab 1968 ruft die Steiermärkische Landesregierung ein Museum mit den Schwerpunkten Wirtschaft, Arbeit und Nahrung ins Leben. Zunächst wird es 1974 als Außenstelle des Steirischen Volkskundemuseums eröffnet, ab den späten 1980er Jahren wird es in das Universalmusem Johaneum eingegliedert. 2003 übersiedelt die Jagdsammlung von Eggenberg ins Schloß Stainz. 

Literatur
  • Hannes P. Naschenweng, Stainz, in: Die ehemaligen Stifte der Augustiner-Chorherren in Österreich und Südtirol, hg. von Floridus Röhrig (Klosterneuburg 2005) 565‒607.
  • Hans Wilfinger, 800 Jahre Stainz 1177‒1977 (Neues Stainzer Heimatbuch, Stainz 1979).
  • Josef Grüblinger, Jakob Rosolenz, Propst von Stainz (1596‒1629). Ein Lebensbild aus der steierischen Gegenreformation (Diss. Univ. Graz 1954).
  • Franz Weissofner, Die letzten Chorherren des im Jahr 1785 aufgehobenen Stiftes Stainz. Unter besonderer Berücksichtigung ihrer nachmaligen Verwendung in der Seelsorge (Diss. Univ. Graz 1978).
Archiv

Die Bücher und Handschriften der Bibliothek, die Reste des Archivs sowie die mathematischen Instrumente wurden 1803 der k.k. öffentlichen Bibliothek in Graz übergeben. Die Archivalien befinden sich heute im Steiermärkischen Landesarchiv. Die Urkunden sind in der Allgemeinen Urkundenreihe, die Akten umfassen 25 Kartons.

Bibliothek

Bücher aus der Stainzer Stiftsbibliothek sowie fünf mittelalterliche Handschriften aus Stainz befinden sich heute in der Universitätsbibliothek Graz.

Orden: Augustiner Chorherren (Ordo Canonicorum Regularium Sancti Augustini CanReg.)
Ordensfamilie: Augustinerchorherren und -frauen, Regularkanoniker
Kirchenrechtliche Einordnung: Institut des geweihten Lebens, päpstlichen Rechts
Diözese: Diözese Graz-Seckau

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