Sakralisierung der Landschaft

Inbesitznahme, Gestaltung und Verwendung im Zeichen der Gegenreformation in Mitteleuropa

Sakralbauten fügten sich nun nicht mehr nur einfach in die Landschaft, nein, sie machten sich diese zu einer Art Bühne, auf der jedes Element inszeniert und auf seine liturgische Funktion abgestimmt wurde. Wir sprechen daher von einem Prozess der „Sakralisierung".

Noch heute wird das Aussehen zahlreicher Landschaften Mitteleuropas maßgeblich von Sakralbauten, seien es größere oder kleinere Kirchen, Klöster oder verschiedene Kleindenkmäler, geprägt. Es ist dies das überaus reiche Erbe einer Zeit, in der im Zuge der Gegenreformation die konfessionellen Grundlagen für die folgenden Jahrhunderte gelegt wurden, in der aber auch wesentliche politische Weichenstellungen zu Gunsten des Aufstiegs des Hauses Habsburg zur europäischen Großmacht erfolgten.

Diese Vorgänge bzw. den Zusammenhang zwischen der Landschaft einerseits und den inhaltlichen Kodierungen" durch Architektur, Skulptur und Malerei andererseits näher zu untersuchen war Ziel einer von 11. bis 13. Oktober 2017 im Stift Seitenstetten in Niederösterreich durchgeführten Tagung. Vierzig Expertinnen und Experten aus ganz Mitteleuropa kamen zusammen, um über verschiedene Aspekte dieses regional und zeitlich weiten Tagungsthemas zu referieren und zu diskutieren, wovon nun 25 Beiträge gedruckt in diesem Band vorliegen. 

sakralisierung

Hg. von Werner Telesko und Thomas Aigner. Beiträge zur Kirchengeschichte Niederösterreichs Band 21 (2019), 358 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 24,90 EUR. Bestellung im Diözesanarchiv St. Pölten www.dasp.at