Kultur & Dokumentation

H. Gregor Schauber (1937 – 2012)

Am 10. Mai 2012 ist Herr Dr. Gregor Schauber, langjähriger Archivar und Bibliothekar des Augustiner Chorherrenstiftes Reichersberg, im 75. Lebensjahr von uns gegangen. Gregor (Wilhelm) Schauber wurde 1937 in Linz geboren und besuchte das Gymnasium der Herz-Jesu-Missionare in Salzburg-Liefering. Schon früh hatte er den Wunsch, Priester zu werden und bereits bei seinem ersten Besuch des Stiftes Reichersberg 1959 bat er um Aufnahme in das Noviziat. Nach seinen theologischen Studien an der Hauslehranstalt des Stiftes Klosterneuburg legte er 1963 die Profess ab und empfing zwei Jahre später die Priesterweihe. Seine ersten Jahre im Konvent verbrachte er als Kaplan in Bromberg, bevor er verschiedenste Aufgaben im Stift übernahm. Herr Gregor war Hauptschullehrer, langjähriger Novizenmeister, Stiftsdechant und Archivar sowie Bibliothekar des Stiftes. Ein besonderes Anliegen waren ihm die Stiftsführungen und nach seinem Studium in Graz (Doktorrat 1979) bemühte er sich in zahlreichen Artikeln und Beiträgen um die Aufarbeitung der Geschichte des Stiftes und des Ordens. Zu nennen sind hier die unzähligen Beiträge im Ordensjahrbuch und seine Arbeiten anlässlich des 900 Jahr-Jubiläums von Reichersberg im Jahr 1984. Am 18. Mai geleiteten ihn seine Brüder und viele Trauernde auf den Reichersberger Ortsfriedhof.

Jahrestagung der Ordensarchive 2012

Die Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ordensarchive (AGOA) und die ARGE Ordensarchive Österreichs veranstalteten von 16. – 18. April 2012 ihre zweite gemeinsame Jahrestagung in Freising. Im Rahmen der Tagung erfolgte auch die Neuwahl des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Ordensarchive, dazu mehr hier.

Das Tagungsprogramm bot folgende Vorträge:
Margit Ksoll-Marcon,  Generaldirektorin der Staatlichen Archive Bayerns: „Das Archivwesen in Bayern – Herausforderungen und Zukunftsperspektiven.""
Helga Penz, Referat für die Kulturgüter der Orden: „Internationale Erschließungsstandards“.
Heinz Dopsch, emeritierter Professor für Vergleichende Landesgeschichte der Universität Salzburg: „Salzburg als Metropole der Kirchenprovinz Bayern.“
Annemarie Fenzl, Diözesanarchiv Wien: „Die Konzilsakten von Kardinal Franz König.“
Guido Treffler, Erzbischöfliches Archiv München: „Die Konzilsakten von Kardinal Julius Döpfner.“
Peter Pfister, Archiv und Bibliothek des Erzbistums Freising und München: „Schimmelschock in der Freisinger Dombibliothek.“
Gerhard Fürmetz, Referat Bestandserhaltung im Bayerisches Hauptstaatsarchiv: „Schadensbilder im Archiv: Erkennen, Bewerten, Maßnahmen.“
Einen ausführlichen Bericht über die Tagung finden Sie auf der Website der AGOA.
Den Vortrag von Helga Penz können Sie hier herunterladen.

Lexikon für kirchliches Kunstgut

Das „Lexikon für kirchliches Kunstgut“ ist ein kompaktes Nachschlagewerk, das dem Leser in über 570 Stichworten von „Abendmahlsengel“ bis „Zunftstange“ Auskunft über die Bedeutung und die Funktion der Kulturgüter der katholischen wie der evangelischen Kirche gibt. Besonders die Gegenstände des liturgischen Gebrauchs werden ausführlich behandelt.
In Geschichte und Gegenwart gehören zum christlichen Kult eine Fülle von kostbaren Gefäßen, Textilien und Kunstwerken wie auch eine Vielzahl von schlichten Utensilien, Gerätschaften und Mobiliar. Nicht wenige dieser Dinge sind heute nicht mehr im Gebrauch und das Wissen um ihre ursprüngliche Funktion ist zu Expertenwissen geworden. Dennoch stellen sie wertvolle Kulturzeugnisse dar, die nicht nur materiell zu bewahren sind. Auch das Verständnis für ihre Bedeutung in der religiösen Praxis soll erhalten bleiben. Die Päpstliche Kommission für die Kulturgüter der Kirche hat darum bereits in einem Schreiben vom 8. Dezember 1999 auf die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Inventarisierung und Katalogisierung hingewiesen. Seitdem wurde in den Diözesen mit der Aufnahme der kirchlichen Denkmäler und Kunstgüter begonnen.
Der deutsche Arbeitskreis für Inventarisation und Pflege des kirchlichen Kunstguts, der dieses Lexikon herausgegeben hat, versorgt damit die Diözesankonservatoren und Kunsthistoriker ebenso wie die Kirchenpfleger, Kustoden und Sakristeiverantwortlichen mit einem handlichen Reallexikon, das nicht nur gut verständliches historisches und theologisches Grund wissen bietet. Es unterstützt auch das Identifizieren und Benennen von vielen heute nicht mehr gebräuchlichen Kultgegenständen und Gerätschaften von „Ablutionskelch“ bis „Subcinctorium“. Österreichische Besonderheiten wie das Beffchen der Augustiner-Chorherren von St. Florian oder der josephinische Klappsarg sind berücksichtigt. Zahlreiche allgemeine Stichworte wie etwa „Kopfbedeckung“, die auf besondere Bezeichnungen wie „Birett“, „Mitra“ oder „Pileolus“ verweisen, erleichtern die Objektbestimmung. Andererseits kann ein derart kompaktes Lexikon keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, und es fehlen daher auch Stichworte wie et wa „Prager Kindl“, „Petrinerkreuz“ oder „Stundenbuch“. Umfangreichere wissenschaftliche Nachschlagewerke der Kunstgeschichte und Theologie kann und will das vorliegende Handbuch daher nicht ersetzen.
Insgesamt ist das „Lexikon für kirchliches Kunstgut “ eine sehr gelungene und nützliche Handreichung für alle, die mit der Bewahrung des künstlerischen und kulturellen Erbes der Kirchen und Klöster betraut sind, und sollte daher auch in einer Ordensbibliothek nicht fehlen.

Lexikon für kirchliches Kunstgut Lexikon für kirchliches Kunstgut. Hrsg. v. Arbeitskreis für Inventarisation und Pflege des kirchlichen Kunstgutes, Schriftleitung: Friedrich Fuchs, Hermann Reidel. Regensburg: Verlag Schnell & Steiner 2010 , 312 Seiten, 16 Farbtafeln, gebunden. ISBN 978-3-7954-2419-0 Preis: € 25,60

Digitale Langzeitarchivierung

Der Computer ist von unseren Arbeitsplätzen nicht mehr wegzudenken. Aber werden unsere elektronischen Unterlagen und Briefe auch in einigen Jahren noch zu öffnen und zu lesen sein?
Wenn die Archive warten, bis sie veraltete Disketten und Dokumente, für die es kein Textverarbeitungssystem am PC mehr gibt, zur Archivierung erhalten, dann werden sich diese Befürchtungen bewahrheiten. Darum müssen Archive schon heute die Speicherung und Archivierung digitaler Daten planen. Denn die Anschaffung einer großen Festplatte reicht dazu bei weitem nicht aus. Welche Schritte notwendig sind, um eine digitale Langzeitarchivierung durchzuführen, darüber hielt die Fachgruppe der Archive der Kirchen und Religionsgemeinschaften im Verband Österreichischer Archivarinnen und Archivare am 4. Mai 2012 in Salzburg ein Seminar unter der Leitung von Martin Stürzlinger von Archiversum ab. Einen ausführlichen Bericht können Sie untenstehend herunterladen. Im Rahmen des Seminars wurde deutlich, dass die Aufgabe digitaler Langzeitarchivierung von einem Archiv eines Ordens, einer Diözese oder von einer Verwaltung einer Religionsgemeinschaft allein nicht bewältigt werden kann. Die Fachgruppe wird dieses Thema daher gemeinsam weiter behandeln. Weitere Informationen und Einladungen ergehen an alle Mitglieder des Verbands Österreichischer Archivarinnen und Archivare, die ein Archiv einer Kirche oder Religionsgemeinschaft betreuen. Der Mitgliedsbeitrag beträgt jährlich 20 EUR. Beitrittsansuchen erhalten Sie hier.

Neuer Vorstand der ARGE Ordensarchive 2012

Am 18. April 2012 erfolgte im Rahmen der Jahrestagung der Ordensarchive in Freising die Neuwahl des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Ordensarchive. Diesem gehören nunmehr als gewählte Mitglieder an:  P. Dr. Peter van Meijl (Provinzarchiv der Salvatorianer, Wien), Sr. Illuminata Blümelhuber (Provinzarchiv der Kreuzschwestern, Wels), Dr. Christoph Stöttinger (Stiftsarchiv Lambach), Dr. Gerald Hirtner (Archiv der Erzabtei St. Peter). Zur Kooptierung bereit erklärt hat sich erneut Frau Dr. Christine Schneider, Historikerin.

Nach zwei Amtsperioden im Vorstand verabschieden wir uns von Sr. Dr. Christine Öhlinger (Provinzarchiv des Sacré Coeur, Bregenz), der wir ein unermüdliches Mitwirken zu verdanken haben, das uns Achtung und Respekt abgerungen hat, ein immer wieder neues Nachgehen und Vorantreiben, dem wir viele Fortschritte in der Teamarbeit schulden, und eine große und tiefe Begeisterung für das Anliegen der Ordensarchive, die uns inspiriert hat. Liebe Sr. Christl – ein herzliches Dankeschön!

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