Kultur & Dokumentation

Ansichtskartensammlungen

Von 22. bis 24. April 2013 findet in Graz ein Kurs zum Thema „Identifizierung und Datierung von illustrierten Postkarten“ statt. Die TeilnehmerInnen lernen, die Ansichtskarten in ihrem Archiv historisch einzuordnen, indem sie Kenntnisse über technische Reproduktionsverfahren, graphische Gestaltungen sowie Bildformen und –inhalte solcher historischer Karten erwerben. Auch Schrift, Vordrucke und Postwertzeichen lernt man zeitlich richtig einzuordnen.

Der Kurs findet im Rahmen des Projekts Archiv und Fotografie des Steiermärkischen Landesarchivs statt. Begleitend zur Erschließung der Bildsammlungen im Landesarchiv geht von dem Projekt mit einer Reihe von Kursen, die gemeinsam mit dem Verband Österreichischer Archivarinnen und Archivare angeboten werden, ein wichtiger Impuls zur Professionalisierung der Fotoarchivpflege aus.
Anmeldeschluss für den Workshop ist der 18. März. Die Kursgebühr beträgt € 430,-, für VÖA-Mitglieder  € 400,-. Den Informationsfolder können Sie hier herunterladen:

Herbsttagung 2012

Zur Tagung des Referats für die Kulturgüter der Orden am 19. November 2012 waren rund 40 TeilnehmerInnen gekommen. Das Treffen fand im Rahmen der jährlichen Herbsttagung der österreichischen Ordensgemeinschaften im Kardinal König-Haus in Wien statt.

50 Jahre II. Vaticanum: Das Konzil und die Orden

Der Vormittag war dem Jubiläum zur Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren gewidmet. Prof. Dr. Joachim Schmiedl von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar und Leiter des Arbeitskreises „Ordensgeschichte 19./20. Jahrhundert“ stellte in einem spannenden Re-Reading des Konzilsdekrets über die Erneuerung des Ordenslebens Perfectae caritatis die Frage nach den Möglichkeiten und Herausforderungen des Dekrets für ein Aggiornamento der Orden in der Gegenwart. Bischof Maximilian Aichern berichtete aus eigenen Erfahrungen und Erlebnissen bei der Umsetzung der Konzilsbeschlüsse in Österreich. Er betonte, dass gerade die Eigenart der Orden – ihre Vielfalt, die Kollegialität ihrer Leitungsorgane, ihre Charismen und Apostolate – einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der Kirche leisten. Beide Referate werden in der nächsten Ausgabe der Ordensnachrichten gedruckt erscheinen.

Praxis der Kulturgutpflege

Der Nachmittag widmete sich praktischen Themen. Der Lehrer und Archivar des Benediktinerstifts Lambach Dr. Christoph Stöttinger referierte über Grundsätze und Modelle einer Archivpädagogik im Kloster, wie er sie selbst für Lambach entwickelt hat, und plädierte dafür, archiv-, museums- und kirchenpädagogische Bemühungen zu einer eigenen „Klosterpädagogik“ weiterzuentwickeln.

Auf die Bedeutung der Musikarchive in den Ordensgemeinschaften verwiesen Dr. Karl Mitterschiffthaler vom Musikarchiv Vorau und Univ. Doz. Dr. Hildegard Hermann-Schneider vom Internationalen Quellenlexikon der Musik RISM, Landesleitung Tirol-Südtirol, die unter anderem an der Katalogisierung der Musikarchive des Stiftes Stams und der Österreichischen Franziskanerprovinz „Austria“ arbeitet.  Die beiden Referenten setzten sich engagiert für eine Erhaltung von Musikhandschriften und –drucken in den Ordensgemeinschaften ein, und zwar auch jener einfachen Liederbücher, die Einblick in die Gestaltung der Liturgie im Zeitenwandel geben.

Eine Anleitung für gezieltes Recherchieren im Internet, insbesondere für ArchivarInnen, BibliothekarInnen und SammlungskustodInnen, gab zum Abschluss der Tagung HR Mag. Hubert Schlieber, Leiter der Bibliothek der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft.

Die Handouts der Referenten können Sie hier herunterladen:

P. Jordan und die Salvatorianer

P. Peter van Meijl SDS, Provinzarchivar der Salvatorianer und ausgewiesener Ordenshistoriker, hat seinen Mitbrüdern ein Geschenk gemacht: Zur 120-Jahr-Feier der Errichtung der ersten Niederlassung der Gesellschaft des Göttlichen Heilands in Österreich schenkt er ihnen eine sorgfältig recherchierte Darstellung ihres Gründers P. Franziskus Maria vom Kreuze Jordan. Zum ersten Jahrestag der Anerkennung der heroischen Tugenden des Dieners Gottes P. Jordan stellt P. Peter dessen vielfältige Beziehungen zu Familie und Freunden, Priestern und Laien, geistlichen Begleitern und kirchlichen Behörden dar und belegt sie mit Zitaten teilweise bislang unbekannter Quellen. Sr. Ulrike Musick SDS hat es übernommen, P. Jordans Einbeziehung der Frauen in das Gründungsanliegen zu beleuchten.
Den beiden ist ein echtes „Familienbuch“ für den Orden gelungen. Wie beim Blättern in einem Familienalbum entsteht bei der Lektüre des reich mit Fotografien ausgestatteten Bandes nicht bloß ein Bild von P. Jordan, wie es sich aus seinen Schriften und in den Aussagen in seinem Seligsprechungsprozess darstellt. Es entsteht mit diesem Bild auch eine Beziehung zur salvatorianischen Gründungsidee. P. Peter lässt seinen Ordensgründer nicht in der Vergangenheit ruhen, sondern setzt sich mit ihm auseinander und spricht dabei auch die aktuelle Situation der Salvatorianer an. So gewährt dieses Buch nicht nur Einblick in das persönliche Schicksal eines bemerkenswerten Priesters, der mitten in der Zeit des Kulturkampfes um eine Erneuerung kirchlichen Lebens rang, sondern auch in das Bemühen, eine historisch bedingte Gründungsidee für die Erneuerung des Apostolats in Gegenwart und Zukunft wirksam zu machen.

Peter van Meijl, Pater Jordan (1848–1918), Gründer der Salvatorianer und Salvatorianerinnen, als Beziehungsmensch (Wien: The Best-Kunstverlag 2012), ISBN 978-3-902809-21-6, EUR 15,- (Erhältlich bei den Salvatorianern).

Österreichs Archive in Europa

Vom 17. bis 19. Oktober 2012 fand zu diesem Thema eine Tagung im Österreichischen Staatsarchiv statt. Der erste Teil der Tagung war dem Thema „Gemeinsame archivalische Quellen in Österreich und in der Slowakei“ gewidmet. Hintergrund ist ein vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziertes Projekt, das die Digitalisierung von Archivalien in niederösterreichischen, Wiener und slowakischen Archiven und deren Präsentation im Internet beinhaltet. Für weitere Informationen siehe die Projektseite von CrACR (Crossborder Archives), weiters die Website des Wiener Stadt- und Landesarchivs sowie die Liste der Begünstigten des Projekts auf der Website des EFRE-Programms Österreich/Slowakei.

Der zweite Teil der Tagung beschäftigte sich mit dem Europäischen Archivportal. Näheres über das Projekt eines gemeinsamen europäischen Archivportals, seine Planung und den Stand der Vorarbeiten ist auf der Website des Projekts APEx zu finden.

Kerstin Muff vom EU-Projekt ICARUS stellte das Europäische Archivportal als den „freien und  ungehinderten Zugang zur Schatzkammer Europas“ vor, der einen „demokratischen Zugang zur europäischen Geschichte“ darstelle, da die Quellen rund um die Uhr kostenlos und überall zur Verfügung gestellt würden.
Danach referierte Daniel Jeller, gleichfalls von ICARUS, über die technischen Tools und Rahmenbedingungen des Europäischen Archivportals. Grundsätzlich wäre, so Jeller, zu bewältigen, dass europäische Archive mit unterschiedlichen Datenformaten arbeiten. Im Europäischen Archivportal werden Metadaten in XML verarbeitet. Lokale Archivdatenbanken müssen Exportformate in  XML generieren, wozu Tools zur Verfügung gestellt werden. Der Upload funktioniert entweder über HTTP/FTP oder über ein Metadaten-Harvesting mit OAI-PMH.

Inhaltlich gibt es drei verschiedene Ebenen zur Standardisierung der Metadaten: EAG - Encoded Archival Guide (Beschreibung der Europäischen Archivlandschaft) sowie die EAD - Encoded Archival Description für Beständeübersichten und für Findbücher. Für das Europäische Archivportal wurde die EAD in die etwas breiter angelegte apeEAD adaptiert, in die das Mapping der lokalen Dateien stattfindet. Siehe dazu auch den Bericht über die Mapping-Konferenz 2011.

In der Beständeübersicht sollen die Daten mit der Beschreibung der Herkunftsstellen verbunden werden, hier wird der Standard EAC-CPF (Encoded Archival Context – Corporate Bodies, Persons, Families) verwendet. Erschließungsdaten, die Links zu Digitalisaten von Archivalien beinhalten, können auch in die EUROPEANA exportiert werden.

Thomas Just, Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs, referierte über die Beteiligung österreichischer Archive im Europäischen Archivportal. Er hat, so Just, die Funktion des Country Managers für die österreichischen Archive im Portal übernommen, d.h. das Staatarchiv hat die Aufgabe, die Bereitstellung der Erschließungsdaten aus den einzelnen Archiven für die Aufnahme in das Europäische Archivportal abzuklären, gleichsam ein Österreichisches Archivportal innerhalb des Europäischen aufzubauen. Just erklärte, dass dies noch einer breiteren Debatte in Österreich bedürfe. Auf Nachfrage, ob nicht das Österreichische Archivregister sozusagen als Einstieg zur Präsenz des Österreichischen Archivwesens im Europäischen Portal dienen könne, meinte Just, dass es dazu einer Präzisierung der Formierung des Archivregisters bedürfe. Zur Frage der Nachhaltigkeit des Europäischen Archivportals, das derzeit innerhalb eines EU-finanzierten Projekts, das 2015 ausläuft, entwickelt wird, wurde die Auskunft gegeben, dass die Gründung einer Stiftung angedacht sei, aber noch nichts Konkretes vorhanden ist.

Kerstin Arnold vom APEx-Projekt demonstrierte am letzten Tag im Rahmen eines Workshops sehr anschaulich und kompetent die Aufarbeitung und Verarbeitung archivischer Erschließungsdaten und den Upload in das Europäische Archivportal.  Was sie allerdings nicht beantworten konnte, waren die Anfragen der österreichischen TeilnehmerInnen nach der inhaltlichen Struktur des Europäischen Archivportals, welches in seiner strikten Trennung zwischen einer Beständeübersicht einerseits und den Findbüchern (mit Erschließungsdaten auf Aktenebene) anderseits als  auch in der Ausklammerung einzelner Erschließungsdaten nach ISAD (International Standard Archival Description) in apeEAD wie etwa das Pflichtfeld „Verzeichnungsstufe“ sehr viel mehr den deutschen als den internationalen Erschließungsstandards zu entsprechen scheint.

Als Resümee hält die Berichterstatterin fest, dass das Europäische Archivportal, welches eigentlich ein virtueller Archivverbund ist, seine Vorteile dort hat, wo die Vorteile  aller online zur Verfügung stehenden Archivinformationssysteme liegen: In der Möglichkeit, quer durch die Bestände (im Europäischen Archivportal quer durch die Archive) nach entlegenen archivalischen Quellen zu suchen, die ein bestimmtes Stichwort enthalten und in der Möglichkeit, ein Findmittel bereits vor dem Archivbesuch konsultieren zu können. Da Erschließungsdaten in Archivinformationssystemen stets in Datenbanken strukturiert sind, ist die Abbildung älterer Findbehelfe, insbesondere handgeschriebener Repertorien oder maschinschriftlicher Findbücher, schwierig. Wissenschaftlich forschenden BenützerInnen wäre, gerade was die österreichischen Kloster- und Ordensarchive betrifft, bisweilen besser gedient, wenn ihnen die alten analogen Findmittel als Digitalisat oder pdf-Datei zur Verfügung gestellt würden. Der Kontext der Erschließungsdaten bleibt so viel besser gewahrt.

Helga Penz

Kirchliche Kunstpreise

Zwei kirchliche Preise für zeitgenössische Kunst, der Msgr. Otto Mauer Preis und der St. Leopold Friedenspreis, wurden im November 2012 verliehen.

Msgr. Otto Mauer Preis

Am 29. 11. 2012 wird um 19.30 Uhr im JesuitenFoyer in Wien die Ausstellung des diesjährigen Preisträgers, des burgenländischen Künstlers Ralo Mayer, eröffnet. Grundlage von Mayers prozessorientierter Arbeit ist eine Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Diskursen und der Formensprache der Science Fiction. Kuratiert wird die Ausstellung vom Wiener Künstlerseelsorger und Rektor der Jesuitenkirche Gustav Schörghofer SJ.
Der Preis wird seit 1981 vom Otto Mauer Fonds, einer Stiftung der Erzdiözese Wien, vergeben und ist mit € 11.000 dotiert. Der Preis führt das Anliegen von Msgr. Otto Mauer (1907–1973) weiter, der sich besonders um eine Auseinandersetzung und den Dialog zwischen katholischer Kirche und Kunst bemühte.


St. Leopold Friedenspreis

Am 6. 11. 2012 verlieh Abtprimas Propst Bernhard Backovsky im Stift Klosterneuburg zum fünften Mal den mit € 12.000 dotierten internationalen Preis für humanitäres Engagement in der Kunst. Thema der diesjährigen Ausschreibung war „Menschenwürde contra Zynismus“. Ausgezeichnet wurden die Kunstinstallation „lost children“ der Schweizer Künstlerin Marion Linke und die Fotoserie „Srebrenica“ der aus Heidelberg stammenden Fotografin Claudia Henzler.

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