Geschichte des kirchlichen Lebens

Die achtbändige „Geschichte des kirchlichen Lebens“ von Erwin Gatz ist ein unentbehrliches Standardwerk, das in keiner gutsortierten Ordensbibliothek fehlen sollte. Auch der siebente Band über Klöster und Ordensgemeinschaften, an dem Marcel Albert OSB und Gisela Fleckenstein OFS maßgeblich mitgewirkt haben, ist eine gut geschriebene und klar gegliederte Einführung in die ordenshistorische Entwicklung von 1775 bis in die jüngste Zeit.  Diese zeitliche Klammer macht für die Ordensgeschichte der deutschsprachigen Länder Sinn, setzt sie doch bei den Zeugen barocker Klosterfrömmigkeit und den radikalen Maßnahmen der Säkularisation in den deutschen Fürstentümern bzw. beim österreichischen Josephinismus ein. Die Ausführungen zu einzelnen Orden und Klöstern sind eingebettet in eine allgemeine Kirchengeschichte, die den Hintergrund der besonders reichhaltigen Ordensgeschichte im 19. Jahrhundert ausleuchtet. Die Schwerpunkte in der Darstellung der Geschichte des 20. Jahrhunderts bilden die einschneidenden Veränderungen zur Zeit des Nationalsozialismus und seine Überwindung sowie die Reformbewegung vor, während und nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Die österreichische Ordenslandschaft kommt in den Ausführungen leider manchmal zu kurz, und im Vergleich zu deutschen Entwicklungen wird die historisch gewachsene Situation der österreichischen Orden dadurch nochmals besonders deutlich. Wer ein interessantes, wissenschaftlich profundes und dennoch allgemein verständliches Einführungswerk zur Ordensgeschichte sucht, wird hier gut bedient.

Geschichte des kirchlichen Lebens in den deutschsprachigen Ländern seit dem Ende des 18. Jahrhunderts, Band 7: Klöster und Ordensgemeinschaften, hrsg. von Erwin Gatz (Freiburg im Breisgau-Wien 2006), 472 S., ISBN 978-3-451-23669-3, Preis: € 45.