Kultur & Dokumentation

Weihnachtssondermarke 2022 mit Motiv aus Psalterium Stiftsbibliothek Melk

Die Weihnachtssondermarke 2022 mit dem Nennwert von 1,20 Euro ziert das Motiv „Die Anbetung der Könige“ aus dem Psalterium der Melker Stiftsbibliothek - im Marmorsaal des Stiftes Melk wurde sie nun erstmals feierlich präsentiert.

Für Abt Georg Wilfinger ist die Sonderbriefmarke Botschafterin, die das Stift Melk jetzt vor Weihnachten mit jedem Brief und jedem Päckchen in die Welt trägt. Karl Moser, zweiter Landtagspräsident, kam in Vertretung der NÖ Landeshauptfrau. Er  betonte: „Es ist wunderbar, dass gerade diese sakrale Darstellung nicht nur im Archiv verborgen bleibt, sondern so -  als eine der Schätze der Stiftsbibliothek - den Menschen nähergebracht wird.“ Auch P. Ludwig Wenzl freute sich sehr über diese besondere Marke, die von Wilhelm Remes, Obmann des Philatelistenvereins St. Gabriel und in Anwesenheit von Martina Prinz, Verkaufsleiterin der Österreichischen Post AG, Grafikerin Kirsten Lubach und Mag. Martin Grüneis, Abteilung Kunst und Kultur Land NÖ vorgestellt wurde.

Wissenswertes zum Motiv kam von Mag.a Bernadette Kalteis und Dr. Johannes Deibl vom Team der Stiftsbibliothek Melk. Sie gaben Aufschluss über den Codex 1903, eine der beeindruckendsten und wertvollsten Handschriften der Bibliothek des Benediktinerstiftes Melk, aus dem das christliche Motiv stammt. Es zeigt die Anbetung Jesu durch die Heiligen Drei Könige. In satten Farben wird die Geschenkübergabe durch den ältesten der Weisen abgebildet, während das Jesuskind auf dem Schoß der Gottesmutter sitzt und eine Hand zum Segen hebt. Umrahmt wird die Szene von Ornamentbändern, die Mäandermuster und Flechtwerk aufweisen.

Laut dem Neuen Testament (Mt 2) waren es Sterndeuter, die den neugeborenen Erlöser anbeteten, erst später wurden sie als "Könige" tituliert. Auch der Legende entstammt ihre Dreizahl, die gern mit den drei damals bekannten Erdteilen in Zusammenhang gebracht wird - die Könige stehen damit für die gesamte Bevölkerung. Ferner lässt sich aus dem Motiv der herzlichen Aufnahme des Neugeborenen die christliche Tugend der Gastfreundschaft ablesen, denn "man soll Gäste aufnehmen wie Christus", zitierte Deibl eine Inschrift aus dem Marmorsaal (Regula Benedicti, Kapitel 53)

Folio 8r des Codex 1903 zeigt das ganzseitige Motiv der Anbetung der Könige, besonders bemerkenswert sind die strahlenden Farben des Bildes. Die prachtvoll illustrierte Psalter-Handschrift wurde wohl zwischen 1255 ­und 1260 in Würzburg hergestellt. Als Erstbesitzer wird eine wichtige Persönlichkeit aus den Diözesen Bamberg oder Eichstätt vermutet. Wie diese Zimelie in den Besitz der Melker Stiftsbibliothek gekommen ist, bleibt ungeklärt. Das eindrucksvolle Psalterium scheint ab dem 19. Jahrhundert in den Bestandsverzeichnissen auf.

StiftMelk Sonderpostmarke c Stift MelkBildtext: v. l. n. r.: P. Ludwig Wenzl, Wilhelm Remes, Kirsten Lubach, Johannes Deibl, Abt Georg Wilfinger, Martina Prinz, Bernadette Kalteis und Karl Moser. Foto: (c) Brigitte Kobler-Pimiskern/Stift Melk

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