Österreichischer Archivtag in Innsbruck

Von 20. Bis 21. Oktober 2021 fand in Innsbruck der 41. Österreichische Archivtag statt. Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Keine Ahnung ist auch keine Lösung. Aus- und Weiterbildung im Archiv“.

Passend zum Titel boten die VeranstalterInnen wiederum Fortbildungsmöglichkeiten im Rahmen von vier wahlweisen Workshops. Mit „Digitale Archivierung“, „Records Management“ und „Die DSGVO und der Umgang mit PatientInnenakten“ wurden drei große technische, organisatorische bzw. rechtliche Herausforderungen der gegenwärtigen Archivarbeit thematisiert. Für die einzelnen Workshops waren die TeilnehmerInnenzahlen beschränkt, alternativ wurden Stadtführungen angeboten.

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In der anschließenden Fachgruppensitzung der anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften führte Lukas Winder vom CEU Provinzarchiv Sacré Coeur in Wien den Vorsitz. Im Rahmen der Sitzung berichtete Christine Gigler, Archivarin im Archiv der Erzdiözese Salzburg, über den neuen Rahmen-Aktenplan für die Pfarren der Erzdiözese Salzburg, der mit 1. Jänner 2022 rechtswirksam wird. Der neue Rahmen-Aktenplan bietet eine vereinheitlichte Ablage, Fristenregelung und prospektive Bewertung für alle Pfarren der Erzdiözese Salzburg. Diese wichtige Grundlage im vorarchivischen Bereich ist nicht zuletzt für eine zukünftige digitale Archivierung eine unumgängliche Maßnahme. Der vorgelegte Rahmen-Aktenplan für die Pfarren der Erzdiözese Salzburg wurde bereits testweise in der Praxis erprobt und kann als Vorbild für andere kirchliche Einrichtungen gelten.

Bei der Generalversammlung des VÖA wurde Kassier Maximilian Trofaier vom Stiftsarchiv des Schottenstifts nicht nur entlastet, sondern erntete ausdrückliches Lob für seine vorbildliche Kassenführung und wurde in der Neuwahl des Vorstandes in seiner Funktion bestätigt.
Nach der abendlichen Festveranstaltung mit mehreren Grußworten und einem Festvortrag des Historikers Jörg Schwarz von der Universität Innsbruck lud das Land Tirol zu einem Empfang, bei dem die Anwesenden die Möglichkeit zum persönlichen und fachlichen Austausch besonders schätzten.

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Der zweite Tag der Veranstaltung brachte Vorträge von VertreterInnen verschiedener archivfachlicher Ausbildungsstandorte im In- und Ausland. Die Spanne reichte vom traditionsreichen Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Wien bis zur Fachhochschule Potsdam, die in ihrem Ausbildungsangebot verstärkt kirchenarchivische Inhalte anbieten möchte.
An der Veranstaltung nahmen zahlreiche VertreterInnen aus Ordensarchiven teil, unter anderem von der Österreichischen Ordenskonferenz, vom CEU Provinzarchiv Sacré Coeur in Wien, vom Archiv OFS Österreich, vom Benediktiner-Stift Seitenstetten, von der Benediktiner-Erzabtei St. Peter und vom Prämonstratenser-Stift Wilten.
Ein ausführlicher Tagungsbericht und die Vorträge werden in der nächsten Ausgabe der Fachzeitschrift Scrinium druckgelegt werden. Der nächste Österreichische Archivtag wird 2024 in Klagenfurt stattfinden.

Der Verband Österreichischer Archivarinnen und Archivare wurde 1967 gegründet und besteht heute aus rund 500 Mitgliedern. Eine Fachgruppe der Archive und anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften im Rahmen des VÖA wurde 2006 eingerichtet und ist für den alljährlichen Studientag in Salzburg mitverantwortlich.

[Text und Bilder: Gerald Hirtner]