Heilige Corona - Schutzpatronin gegen Seuchen?

Tatsächlich gibt es diese Heilige, doch sie ist nicht primär die Schutzpatronin gegen Seuchen, sondern in erster Linie die Schutzpatronin des Geldes, der Fleischer und der Schatzsucher. Dennoch wird sie auch in Seuchenzeiten angerufen.

Die heilige Corona wird auch heilige Stephana genannt. Die Legenden über ihre Lebensgeschichte weichen stark voneinander ab. Ihre Lebensdaten werden mit den Geburtsjahren 161 oder 287 und den Sterbejahren 177 oder 303 angegeben. Ihr Sterbeort ist nicht belegt, es könnte Damaskus in Syrien, Antiochia (heute Antakya) in der Türkei, Alexandria in Ägypten, Sizilien in Italien oder Marseille in Frankreich gewesen sein. Corona wird als Frau des Märtyrers Victor genannt und soll bereits im Alter von erst 16 Jahren gestorben sein. Sie selbst erlitt ihren grausamen Tod indem sie mit zwei gebeugten Palmen beim Emporschnellen zerrissen wurde.

corona stephanaFresko von den Heiligen in der Kirche Santi Vittore und Corona in Feltre (c) Ökumenisches Heiligenlexikon / Joachim Schäfer

 

Die Heiligenverehrung ist in Nord- und Mittelitalien im 6. Jahrhundert belegt. Ihre Reliquien kamen von Ägypten über Zypern und Sizilien nach Norditalien. Besonders verehrt wird die heilige Corona in Deutschland, Österreich, Italien und Tschechien. Bekannt sind in Österreich St. Corona am Schöpfl im Wienerwald und St. Corona am Wechsel in Niederösterreich. Ihren Gedenktag feiert die katholische Kirche am 14. Mai.

Schrein der heiligen Corona wird für Ausstellung vorbereitet

Kaiser Otto III. soll die heilige Corona so verehrt haben, dass er im Jahr 997 Überreste von ihr nach Aachen brachte. Die Grabplatten sind bis heute im Aachener Dom zu sehen. Der ursprüngliche Bleisarg, der in der Nähe des Altars bestattet worden war, wurde Anfang des 20. Jh. durch einen goldenen Reliquienschrein ersetzt. Das Reliquiar wird seither in der Domschatzkammer aufbewahrt.
 

Hl. CoronaDetail des Cor­o­na-Schreins aus der Aa­che­ner Dom­schatz­kam­mer (c) Dom­kapi­tel Aa­chen / Andreas Steindl

Im Sommer soll das Reliquiar in einer geplanten Ausstellung über die Aachener Goldschmiedekunst des Historismus gezeigt werden. Die Domschatzkammer hat den Schrein nun aus dem Depot geholt. Er wird zur Zeit einer Konservierung unterzogen. 25 Jahre war er nicht öffentlich zugänglich. Das Kunstwerk ist ca. 100 cm hoch, 100 kg schwer und hat die Form einer byzantinischen Kirche. Es ist reich verziert wurde im Jahr 1912 von Aachener Goldschmieden fertiggestellt. 
 
Die heilige Corona ist übrigens nicht die Namensgeberin des "Corona-Virus". Corona (lat.) bedeutet Krone bzw. „Die Gekrönte“. Die neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2-Viren bekamen diese Bezeichnung, weil sie unter einem Elektronenmikroskop wie Kronen aussehen.
 
 Quellen: domradio.de, restauro.de, zeit.de
 

[Karin Mayer]