Ein Bibliotheksprogramm für viele? Projektstart für „KOBi“ – Katalog der Ordensbibliotheken

Projektstart für ein gemeinsames Bibliotheksprogramm für Ordensbibliotheken: „KOBi“ – Katalog der Ordensbibliotheken

Die Situation ist bekannt: Es gibt eine Bibliothek in unserem Kloster, aber wie verzeichne ich die Bücher in einer passenden und zeitgemäßen Form? Anbieter von Bibliotheksprogrammen gibt es viele und die Lösungen in den anderen Ordensgemeinschaften sind auch recht unterschiedlich.

Vonseiten der Ordensgemeinschaften Österreichs (Bereich Kultur und Dokumentation, ARGE Ordensbibliotheken) und der Zentralbibliothek der Minoriten in Wien gibt es nun sehr konkrete Überlegungen, ein gemeinsames Bibliotheksprogramm zu ermöglichen, an dem sich prinzipiell jeder interessierte Orden beteiligen kann. So wäre es möglich, einen kleinen, für alle Ordensbibliotheken offenstehenden Verbund zu schaffen. Der Titel könnte „KOBi“ lauten – Katalog der Ordensbibliotheken.

Screenshot KOBi Koha fertigAbb. 1: So in etwa könnte die Startseite des Ordensbibliotheken-Verbundes aussehen. Das Design (Farben, Logos) kann noch geändert und angepasst werden.

Die Vorteile eines Bibliotheken-Verbundes für die Orden

Die Teilnahme an bestehenden Lösungen, wie dem „Österreichischen Bibliothekenverbund“ der OBVSG ist für viele Ordensbibliotheken aufgrund beschränkter personeller und finanzieller Ressourcen nicht machbar. Der Vorteil eines kirchlichen Bibliothekenverbunds wäre es, dass eine kostenfreie Software genutzt werden kann und daher nur Installations- und Wartungskosten anfallen.

Kostenfreie Software, geringe Anforderungen an EDV-Infrastruktur

Bei dem geplanten Programm handelt es sich um ein Open Source Projekt namens Koha. Koha ist ein Bibliotheksprogramm, das ursprünglich in Neuseeland entwickelt wurde, aber mittlerweile weltweit verbreitet ist. Auch in Österreich wird es bereits in zahlreichen Forschungsinstituten und Museen verwendet. Der Vorteil ist, dass es (grundsätzlich) kostenlos ist; die Serverumgebung und ein EDV-Techniker, der sich um die Installation und ggf. Aktualisierungen kümmert, sind zu bezahlen. Das Programm wird auf den hauseigenen Servern der Ordensgemeinschaften in Wien installiert, während in den jeweiligen Orden zur Nutzung des Bibliotheksprogramms nur ein internetfähiger Computer und ein Webbrowser (z. B. Firefox, Chrome, Edge, ...) benötigt werden. Der Nachteil ist, es gibt keine Firma, an die man sich bei Problemen wenden kann; dafür gibt es aber private Anbieter, die mit Koha viel Erfahrung haben und technischen Support geben können, sowie eine sehr gute Community (Gemeinschaft), die gerne bereit ist, bei Problemen weiterzuhelfen.

Das integrierte Bibliotheksprogramm Koha bietet alles, was moderne Bibliotheksprogramme auch bieten: Es können Bücher verzeichnet, Normdaten eingetragen, Medien über einen OPAC durchsucht werden, ja es wäre sogar möglich, Benutzerinnen und Benutzer zu verzeichnen, Erwerbungen über das Programm zu verwalten, usw. Die Möglichkeit, bereits bestehende Katalogisierungsdaten zu nutzen, besteht grundsätzlich, die technische Umsetzung muss aber noch genauer geprüft werden. Man kann also selbst bestimmen, in welchem Umfang man das Bibliotheksprogramm einsetzen möchte.

Da nun angedacht ist, das Programm gleichzeitig von mehreren Einrichtungen zu nutzen, handelt es sich um einen kleinen Verbund. Wenn also jemand in diesem Verbund bereits die Stammdaten eines Buches eingetragen hat, kann das eigene Exemplar einfach „angehängt“ werden. Es wird bis dahin wohl noch ein wenig dauern, weil wir ja zunächst mit einer leeren Datenbank starten (zumindest bis bereits bestehende Katalogisierungsdaten migriert sind), aber je mehr sich an der Katalogisierung beteiligen, desto schneller wird es auch viele Bücher in diesem Verbundkatalog geben.

Projekt im Planungsstadium

Derzeit befindet sich das Projekt noch im (etwas fortgeschrittenen) Planungsstadium. Das heißt, es sind noch viele Fragen offen und manche Dinge auszuprobieren. Es gibt jedoch schon eine Installation und erste Testläufe mit Koha in der Zentralbibliothek der Minoriten in Wien, die sehr vielversprechend sind.

In diesem Stadium brauchen wir jetzt v. a. die Information, welche Ordensgemeinschaften ein grundsätzliches Interesse an einem solchen Bibliothekenverbund bzw. Bibliotheksprogramm haben. Daher bitten wir um Kontaktaufnahme mit den Mitarbeiterinnen im Bereich Kultur und Dokumentation. Diese Meldung ist nicht verbindlich, hilft uns aber, den Bedarf an einem Bibliotheksprogramm besser abschätzen zu können. Weiters wird es für die Interessierten weitere Informationen und auch eine Informationsveranstaltung im Büro der Ordensgemeinschaften geben.

Wir freuen uns auf Ihr Interesse!

 

Stefan Dorninger, Zentralbibliothek und Archiv der Minoriten, Wien und Mitglied der ARGE Ordensbibliotheken. Kontakt:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Irene Kubiska-Scharl, Koordinatorin der ARGE Ordensbibliotheken, Ordensgemeinschaften Österreich, Bereich Kultur und Dokumentation. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!