Freiwilligendienst - was heißt das?

 

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(c) Steyler Freiwilligendienst

Ein Freiwilligendienst ist kein „Abenteuerurlaub“, sondern eine intensive Lernerfahrung. Du verbringst 1 Jahr in einem (Sozial-)Projekt außerhalb Österreichs und unterstützt die Arbeit der Menschen vor Ort. Dabei lebst du in Gemeinschaft mit anderen Freiwilligen oder bei einer Ordensgemeinschaft und teilst das Leben mit anderen Menschen.

Die ausführliche Vorbereitung mit mehreren gemeinsamen Wochen(enden) in der Gruppe gehört ebenso dazu, wie eine Begleitung während eures Einsatzes und eine Nachbereitung, wenn ihr wieder zurück seid. Das bedeutet, dass du ungefähr 9-12 Monate, bevor du ausreisen möchtest, Kontakt mit uns aufnehmen solltest. Die Ausreise (und Aussendung) ist meistens im Sommer.  

Du solltest offen sein für neue Erfahrungen, dich fragend auf den Weg machen wollen und bereit sein für Veränderungen. Denn als Freiwillige_r wirst vor allem du selbst sehr vieles Neues lernen, und das hat viel mit der Bereitschaft des Zuhörens zu tun.

Die sozialen, pastoralen, pädagogischen und Gesundheits-Projekte, die von den jeweiligen Ordensgemeinschaften im Ausland unterstützt werden, sind in ganz unterschiedlichen Regionen: In Osteuropa, verschiedenen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas und auch in den USA. Da ein Freiwilligendienst kein Urlaub ist, solltest du nicht bereits auf ein bestimmtes Land oder eine spezielle Region fokussiert sein, da wir keine speziellen Einsatzorte versprechen können und wollen. Im Vordergrund steht deine Bereitschaft, dich für 1 Jahr auf einen Dienst einzulassen.

Die internationalen Freiwilligendienste von ausserordentlich werden von drei verschiedenen Trägern organisiert, jedoch teilen wir eine spezifische Grundausrichtung, die sich anhand der Leitwörter „einfach. kritisch. solidarisch.“ beschreiben lässt:

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(c) Michael Anranter 2017

  • Unsere Freiwilligen sind ausserordentlich einfach:

Das bedeutet, dass du als Freiwillige_r für 1 Jahr nicht im Überfluss lebst, wie wir es sonst oftmals in Österreich gewohnt sind, sondern dass du bewusst mit den Dingen auskommst, die wesentlich und notwendig sind. Einfachheit bedeutet auch eine gewisse Bescheidenheit und Demut im Zusammenleben mit den Menschen, die nicht eine frei gewählte Einfachheit leben, sondern aufgrund der ökonomischen und sozialen Verhältnisse Not und Perspektivlosigkeit erfahren.

  • Unsere Freiwilligen sind ausserordentlich kritisch:

Das bedeutet, dass wir viel Wert legen auf eine kritische Auseinandersetzung mit der Welt. Kritisch sein, heißt zuhören zu können, aber dann auch aktiv zu werden, wenn z.B. Menschen, die leiden, ausgegrenzt und marginalisiert werden. Kritisch sein heißt auch, sich mit den (globalen) Zusammenhängen von Armut und Reichtum zu beschäftigen und sich über die Geschehnisse in Österreich und der Welt zu informieren; es bedeutet, im Alltag aufmerksam und wach für die Not der Anderen zu sein.

  • Unsere Freiwilligen sind ausserordentlich solidarisch:

Das bedeutet, dass für uns Solidarität keine unrealistische Träumerei ist, sondern ein Wert, der konkret gelebt werden kann. Wir wollen solidarisch sein mit den Menschen, die weniger Privilegien genießen als wir, die Not leiden oder perspektivlos sind. Solidarisch sein bedeutet sich von der Not anderer berühren zu lassen, um dann aktiv zu werden; dabei möchten wir benachteiligte Menschen in ihren Kampf für ein Leben in Würde unterstützen und an ihrer Seite sein, auch wenn das für uns selbst Verzicht bedeuten kann. 

Finanzierung:

Bei allen Programmen wird ein Teil der Kosten wie z.B. für Unterkunft und Verpflegung übernommen; du solltest jedoch auch einen Beitrag leisten, wie z.B. Flug, Visum oder Kosten für Impfungen.

Außerdem gibt es darüber hinaus noch die Möglichkeit für Förderungen, z.B. durch eure Diözesen, Pfarren oder auch den „Weltwegweiser“ (www.weltwegweiser.at)