Für mich bedeutet „einfach“ eine Konzentration auf das Wesentliche und einen bewussten Verzicht auf unnötiges Beiwerk. Die alltäglichen Dinge „einfach“ zu halten spart Energie und gibt den Blick frei auf die wichtigen Dinge im Leben. Als Historikerin und Archivarin sieht man manches in einer längeren Perspektive: Auf Zeiten großen Überflusses folgen Zeiten, in denen die „Einfachheit“ wieder mehr geschätzt wird. Das sieht man etwa an der Architektur oder in der Kunst. Aber auch im Jahresverlauf folgt auf das Faschingstreiben die Fastenzeit, eine Zeit der Einkehr und Besinnung. Als Mutter einer quirligen Dreijährigen haben für mich sowieso die einfachsten Dinge einen hohen Stellenwert: etwa eine Tasse Tee zu trinken, solang er noch heiß ist.

Irene Kubiska-Scharl | Referentin für Ordensarchive und -bibliotheken