Warum sich nicht einfach
ganz und gar unverstellt
mit hörendem Herzen
dem Augenblick öffnen,
der zu uns spricht,
immerwährend,
klar und deutlich –
Gottessprache –
und gehend ganz Ohr bleiben und Herz,
damit es gut werden kann,
das Leben,
das eigene und das andere.

Mehr braucht‘s nicht.
Dann wird alles einfach.
Aber eben doch nicht ganz,
denn wir misstrauen dem Einfachen,
dem Naheliegenden,
weil es nix hermacht.
Stimmt‘s?
So einfach kann das doch nicht sein!

Einst wollte ich mit vielen Verrenkungen ein alternatives Leben führen. „Du host es in dir, oba du traust di oafoch ned!“, meinte ein Freund vor über 30 Jahren. Jetzt bin ich seit fast vier Jahren im Kloster. Daran habe ich damals nicht gedacht. Der Freund wohl gar nicht. Gott schon. Er kann warten. So einfach ist das! Und doch nicht ganz.

Sr. Erika Radner OCD | Novizin im Karmel von Maria Jeutendorf