Einfach leben meint „dem Leben Raum geben". In den Tagen der Coronakrise bekommen diese Worte eine neue Bedeutung. Ich erlebe es paradox: Die Komplexität des Lebens wird mir neu (bedrohlich) bewusst, die vielfachen Vernetzungen eröffnen gleichzeitig kostbare Möglichkeiten der Kommunikation. Obwohl gar nichts einfach ist, wird unser Leben per Verordnung in vielen Bereichen reduziert und auf ein gar nicht so einfaches Leben konzentriert. Das Gelübde der Armut in einem einfachen Leben zum Ausdruck zu bringen erfordert, das wirklich Notwendige zu entdecken und es in vielfacher Weise zu teilen: das rücksichtsvolle Miteinander, die selbstverständliche Hilfe, das gute Wort, das Gebet, der Glaube an die heilsame Gegenwart Gottes auch jetzt und heute. Ich lebe einfach im Vertrauen auf Gott! Das ist mein Übungsfeld des Glaubens und der Liebe in der Coronakrise.

Täglich neu einfach leben lernen ist in der jetzigen Situation besonders gefragt!

Sr. Sonja Dolesch| Vorstandsmitglied der Österreichischen Ordenskonferenz