Hermann Geißler: Sie diente der Kirche

In einer neuen Biografie gibt P. Hermann Geißler FSO einen umfassenden Einblick in den Lebensweg von Julia Verhaeghe (1910-1997), der Gründerin der geistlichen Familie „Das Werk“

20200608 AnselmGrün was gutes Leben ist

Das 288 Seiten umfassende, leicht lesbare Buch informiert auch ausführlich über die Entfaltung dieser geistlichen Familie, die zu den sogenannten „neuen Formen“ des geweihten Lebens gehört, und untrennbar mit der Person von Mutter Julia verbunden ist.

Im Vorwort erzählt Kardinal Mario Zenari, Apostolischer Nuntius in Syrien, von einer persönlichen Begegnung mit Julia Verhaeghe am 15. Juli 1994. Er beschreibt sie als eine Person, „die nichts anderes als Zeugin von Gottes Gnadenwirken, Tochter der Kirche und Dienerin der Einheit in der Liebe und in der Wahrheit sein wollte“.

Das Buch zeigt, wie Mutter Julia mit den ihr geschenkten Gaben und Gnaden der Kirche diente. Sie besaß keine besondere Ausbildung, keine gute Gesundheit und keine materiellen Mittel. Aber in ihrem Herzen brannte das Feuer der Liebe zum Herrn, dem sie mit unerschütterlichem Glauben nachfolgte: „Das ist das Werk Gottes, dass ihr glaubt…“ (Joh 6,29). Dieses Wort, das im Namen „Das Werk“ widerhallt, prägte ihr Denken, Reden und Tun: „Ich habe immer im Glauben getan, wozu ich von mir aus nicht fähig war.“

Der erste Teil des Buches beschreibt das Aufblühen der Gemeinschaft in Belgien, wo die Schwestern vor allem im Dienst der Familien- und Jugendpastoral standen. Auch der durchdringende Blick Mutter Julias auf die sich ausbreitenden neuen Geistesströmungen, der Weg zur ersten kirchlichen Anerkennung des „Werkes“ in der Diözese Tournai sowie ihr inneres Ringen um den weiteren Weg der jungen Gemeinschaft werden dargelegt (1950-1960).

Im zweiten Teil geht es um die internationale Ausbreitung des „Werkes“: zuerst nach Österreich und Deutschland, dann nach Rom in das Zentrum der katholischen Kirche, weiter nach Ungarn, das damals hinter dem Eisernen Vorhang lag, auch in die Mission nach Afrika und schließlich – durch eine innere Begegnung Mutter Julias mit dem inzwischen heiliggesprochenen Kardinal John Henry Newman – in die englischsprachige Welt (1960-1975).

Der dritte Teil zeigt die innere Entfaltung des Charismas des „Werkes“ durch einige weitere Eingriffe Gottes in das Leben von Mutter Julia, die zu einem vertieften Blick auf die Heilige Familie führten, das Vertrauen auf die heilende Kraft der Gnade stärkten und die Liebe zur eucharistischen Anbetung mehrten (1970-1986).

Der vierte Teil erzählt vom Einsatz der Gemeinschaft in der Neuevangelisierung und von der Hingabe Mutter Julias für die Menschen. Weiter ist die Rede von ihrem prophetischen Blick auf Kirche und Welt, von ihrem Engagement bei den Vorbereitungen auf die päpstliche Anerkennung, von ihrer Krankheit und ihrer mystischen Verbundenheit mit Christus in seinem Leiden und in seiner Verherrlichung und schließlich von ihrem Heimgang in Gottes Vaterhaus am 29. August 1997 in Bregenz (1980-1997).

Abschließend wird von der päpstlichen Anerkennung der Gemeinschaft durch Johannes Paul II. als „Familie des geweihten Lebens“ am 29. August 2001 berichtet. 


Hermann Geißler: Sie diente der Kirche. Mutter Julia Verhaeghe und die Entfaltung der geistlichen Familie „Das Werk“
288 Seiten, fe-Verlag | 12,80 € | Bestellen