Wieder klar sehen: Innovative Hornhauttransplantation

Bei Hornhauttransplantationen werden vernarbte Schichten der eigenen Hornhaut durch gesundes Spendergewebe ersetzt. Bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind diese Eingriffe etabliert, die OP-Techniken entwickeln sich kontinuierlich weiter. Die Hornhautchirurgie am Klinikum Wels-Grieskirchen hat sich dabei als eines der wenigen Zentren in Österreich einen Namen gemacht. Das Expertenteam setzt auf die neuesten schonenden Methoden. Die Vorteile für die Patienten: kurze Eingriffsdauer, schnellere Rehabilitation und bessere Sehleistung.

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Die neuen Operationsmethoden sind kurz, schonend und mit nur geringen postoperativen Komplikationen verbunden. Foto: KWG_Hornhauttransplant_Dirisamer

Seit 2017 wird am Klinikum Wels-Grieskirchen ein besonderer Schwerpunkt auf die Hornhautchirurgie gelegt. Als Teil des Teams ist der Vorreiter auf diesem Gebiet, Martin Dirisamer, maßgeblich daran beteiligt. „Eine Transplantation ist vor allem für jene Patienten wichtig, deren Hornhaut nicht mehr durchsichtig ist, zum Beispiel aufgrund von Verformungen oder Narben“, erklärt Augenchirurg Martin Dirisamer. „Dies kann unterschiedliche Ursachen haben, zum Beispiel angeborene Hornhauterkrankungen, Verletzungen des Auges oder eine Infektion der Hornhaut mit anschließender Narbenbildung.“ Aber auch mit dem Alter oder nach Augenoperationen kann es zu Veränderungen der Hornhaut kommen, welche eine Transplantation erfordern.

Hornhautkompetenz am Klinikum Wels-Grieskirchen

Schwerpunkte in der Hornhautchirurgie am Klinikum Wels-Grieskirchen sind die modernen lamellierenden Operationsmethoden DMEK (Descemet Membrane Endotheliala Keratoplasty) und DALK (Deep Anterior Lamellar Keratoplasty). „Hierbei werden nur die betroffenen Strukturen der Hornhaut ersetzt, die Verfahren unterscheiden sich in der Gewebetiefe: Bei der DMEK wird die innere Zellschicht und bei der DALK die vorderen Zellschichten der Hornhaut transplantiert“, so Dirisamer. „Durch den verstärkten Einsatz dieser Methoden nimmt die Anzahl der vollständigen Hornhauttransplantationen, der perforierenden Keratoplastiken (pKP), stetig ab.“ Die Vorteile für die Patienten überzeugen: Die neuen Operationsmethoden sind kurz, schonend und mit nur geringen postoperativen Komplikationen verbunden. In der Regel sind sie sogar unter örtlicher Betäubung des Auges durchführbar. Durch den Femto-Sekundenlaser ist es am Klinikum Wels-Grieskirchen möglich, Schnitte in der Hornhaut so präzise und fein wie möglich zu setzen. Die innovativen Transplantationsmethoden erfordern eine spezielle Kompetenz und eine hohe Expertise des Anwenders. Das Welser Hornhautteam hat eine große Anzahl an Eingriffen absolviert, um die modernen Techniken der Hornhauttransplantation sicher anzuwenden.

Hornhauttransplantation – Wann ist sie notwendig?

In der Hornhautambulanz am Klinikum Wels-Grieskirchen werden monatlich rund 100 Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern der Hornhaut betreut. Typische Ursachen für akute Schädigungen der Hornhaut sind Astverletzungen, Verätzungen oder zum Beispiel Unfälle. Zu den Erkrankungen, welche die Hornhaut langfristig schädigen, zählen Keratokonus und die Fuchs-Endotheldystrophie. „Durch die neuen Methoden der Hornhauttransplantation kann man diese Augenerkrankungen heute gut therapieren“, erklärt Thomas Stockinger, Leiter der Hornhaut-Ambulanz am Klinikum Wels-Grieskirchen. „Keratokonus ist eine angeborene Augenerkrankung, welche im Verhältnis 1:2000 in der Bevölkerung auftritt. Dabei wird die Hornhaut dünner und es kommt zu einer irregulären Vorwölbung der Hornhaut.“ Bei stabilen Befund lässt sich die Erkankung durch Brille und formstabile Kontaktlinsen ausgleichen. Liegt jedoch ein Fortschreiten der Erkrankung vor, ist eine spezielle Behandlung notwendig. Das chirurgische Verfahren Crosslinking stärkt die Hornhaut durch eine Kollagenvernetzung mit Riboflavin und UV-A-Licht, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verzögern bzw. aufzuhalten. „Bevor eine Transplantation angezeigt ist, kann ein Ring mittels Femto-Sekundenlaser in die Hornhaut implantiert werden und zur Stabilisierung und Verbesserung der Sehleistung beitragen.“
In der Behandlung der Fuchs-Endotheldystrophie, bei welcher die Hornhaut trüb wird, kommt etwa die minimalinvasive Transplantations-Methode DMEK zum Einsatz, um die Hornhaut wieder transparent zu machen. „Heute kann eine Operation mittels der modernen schonenden Verfahren und den damit einhergehenden besseren Sehergebnissen bei weniger Nebenwirkungen früh und rechtzeitig erfolgen“, so Stockinger.