70 Prozent der Venen-OPs erfolgen tageschirurgisch

Tagesklinik Aufnahme 120Immer öfter lassen sich operative Eingriffe ambulant durchführen. Bereits jede zweite Operation im Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt erfolgt in der „Tagesklinik Sankt Elisabeth“. Deutlich zugenommen hat die Anzahl der ambulanten Veneneingriffe. Sieben von zehn Varizen-Patienten können das Krankenhaus am selben Tag verlassen. Aber auch Gallenblasen-Entfernungen erfolgen vermehrt auf diese Weise. Für das Ordensspital bringt die Tagesklinik auch eine Entflechtung der Strukturen: Tagesklinische und stationäre Aufenthalte werden getrennt, und damit entstehen freie Kapazitäten für Patienten mit erhöhtem Pflegebedarf nach schweren Eingriffen.

Deutlich mehr ambulante Eingriffe

Die Tagesklinik Sankt Elisabeth am Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt bildet eine gute Ergänzung zum wochenklinischen Angebot des Krankenhauses und steht bei den Patienten hoch im Kurs. Die Hälfte aller Eingriffe erfolgt in der Tagesklinik. Rund 2.000 solcher Operationen hat das Elisabethinen-Krankenhaus seit der Eröffnung dieser Einrichtung vor knapp zwei Jahren durchgeführt. Medizinisch liegen die Schwerpunkte dabei in der Chirurgie und orthopädischen Chirurgie. Einen besonders hohen Anteil an tagesklinischen Eingriffen gibt es bei Venenleiden. „70 Prozent der Operationen von Krampfadern erfolgen tageschirurgisch. Noch 2015 wurden gerade einmal 1,3 Prozent dieser Eingriffe ambulant durchgeführt“, so die Erste Oberärztin der Abteilung für Chirurgie, Dr. Christiane Dreschl, MBA.

Starker Anstieg bei Venen-OPs

Unangefochten nachgefragt sind vor allem die Venen-Operationen in der Tagesklinik Sankt Elisabeth. Bereits seit mehr als 20 Jahren ist die chirurgische Abteilung des Elisabethinen-Krankenhauses Klagenfurt (EKH) anerkanntes Zentrum für Venenleiden. Ein besonderes Augenmerk bei der Venenbehandlung legen die Chirurgen auf die Diagnostik, um die verschiedenen Stadien der Varikose klassifizieren und optimal therapieren zu können. Am EKH werden Veneneingriffe so oft wie möglich tageschirurgisch durchgeführt.

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Gründliche Voruntersuchung: Vor der ambulanten Venen-Operation in der „Tagesklinik Sankt Elisabeth“ wird die Patientin untersucht. Fotocredit: © StudioHorst

Modernste Behandlungsmethoden

Vor der Operation klärt der Experte mittels Ultraschalluntersuchung ab, welche OP-Methode sich am besten eignet. Die modernen Behandlungsmethoden sind minimal-invasiv und liefern auch kosmetisch beste Ergebnisse. Bei störenden Besenreisern wird häufig die Verödungstherapie angewandt. Dabei bekommt der Patient ein Mittel in die Vene injiziert, das die Vene verklebt und damit verschließt. Bei großen Krampfadern sind die Mini-Phlebektomie und das sogenannte Stripping die erste Wahl. Bei der Mini-Phlebektomie werden nach einer lokalen Betäubung ein bis drei Millimeter kleine Hautstiche gesetzt und die Krampfader entfernt. Unter Stripping versteht man die operative, schonende Entfernung der gesamten Stammvene.

Katheter lässt Venen schrumpfen

Eine weitere minimal-invasive Therapieform ist die RFP Radiofrequenzobliteration (=endoluminale Verödungstherapie. Bei dieser modernen Methode wird durch das Einführen eines Katheters die Vene - wie am Beispiel des Strohhalms - aufgefädelt. Beim Zurückziehen desselben wird an der Katheterspitze Hochfrequenzenergie erzeugt und an die Venenwand abgegeben. Dies führt zu einer Schädigung der innersten Venenwandschichte, zum Schrumpfen der Venenwand und zum Verkleben bzw. Verschluss der Vene. Diese Therapieform benötigt keinenLeistenschnitt. Das Auftreten von postoperativen Hämatomen (=Blutergüssen) ist deutlich reduziert und das kosmetische Ergebnis ist exzellent..

Gründliche Voruntersuchung

Ob eine Venen-OP stationär im Krankenhaus oder ambulant beispielsweise in einer Tagesklinik durchgeführtwird, entscheidet der Operateur zusammen mit dem Anästhesisten. „Man verschafft sich im Aufklärungsgespräch mit eingehender Untersuchung einen Eindruck davon, ob der Patient frei von schwerwiegenden Nebenerkrankungen beispielsweise anHerz oder Lunge ist und ob eine häusliche Betreuung in den ersten Stunden nach der Operation gewährleistet ist“, so Venenexpertin Dr. Dreschl.

Ambulant vor stationär

Das Echo sei mehr als nur positiv, freut sich der Medizinische Direktor und Vorstand der Abteilung für Orthopädie und orthopädische Chirurgie Prim. Dr. Manfred Kuschnig: „Wir haben zahlreiche Anfragen. Unsere Patienten schätzen nicht nur den familiären Verbund, sondern auch den Umstand, dass man als Patient im Vorfeld im Idealfall nur einmal Kontakt mit dem Spital hat: bei der Fixierung des Termins und der gründlichen Voruntersuchung.“ Der Patient kommt morgens in die Tagesklinik des Elisabethinen-Krankenhauses, erhält den notwendigen Eingriff, wird überwacht und nachbetreut und geht bereits nachmittags wieder nach Hause.

Hände, Füße und Gelenke stehen im Mittelpunkt

Auf dem Operationsplan der Tagesklinik Sankt Elisabeth stehen vor allem planbare Eingriffe aus der Allgemeinchirurgie beziehungsweise orthopädischen Chirurgie wie Hernienoperationen (Bruchoperationen), am Enddarm (Hämorrhoiden/Fisteln/Fissuren), Verweilkatheter-Implantationen und Gallenblasen-Entfernungen. Zudem eignen sich Arthroskopien (Gelenksspiegelungen), operative Eingriffe an den Füßen (Hammerzehe, Hallux valgus, Spreizfuß) und an den Händen (Karpaltunnelsyndrom, Ganglion etc.) sowie einfache Metallentfernungen gut für eine tagesklinische Abwicklung.

Auch Gallenblasen werden tagesklinisch entfernt

Gefragt sind auch Gallenblasen-Entfernungen, schildert EOA Dr. Christiane Dreschl, MBA. Möglich macht dies neben der minimal-invasiven OP-Methode die große Erfahrung des Elisabethinen-Krankenhauses mit tagesklinischen Operationen sowie lokalen Anästhesieverfahren. „Das hat nicht nur kosmetische Vorteile. Die Patienten haben deutlich geringere Wundschmerzen und erholen sich schneller von dem Eingriff“, schildert Dreschl. „Die Entscheidung, ob die Gallenblase tagesklinisch operiert werden kann, trifft für jeden einzelnen Patienten das behandelnde Ärzteteam“, ergänzt Prim. Univ.-Doz. Dr. Michael Zink, Leiter der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Elisabethinen-KrankenhausKlagenfurt.

Ideale Ergänzung zur Wochenklinik

Mit den Abteilungen Innere Medizin, Orthopädie und orthopädische Chirurgie, Allgemeine Chirurgie, Änesthesiologie- und Intensivmedizin sowie Radiologie deckt das Elisabethinen-Krankenhaus Klagenfurt ein breites medizinisches Spektrum ab. Mit der 2016 eröffneten Tagesklinik trägt das EKH dem Anspruch der modernen Patientenbehandlung Rechnung. Dabei halten sich die Mediziner des Elisabethinen-Krankenhauses im Bereich des ambulanten Operierens durch Qualifikation und Fortbildung in der Entwicklung der minimal-invasiven Chirurgie auf dem neuesten Stand.

Höchste Patientenzufriedenheit

Ingesamt haben sich bisher 2.000 Patienten in der Tagesklinik operieren lassen. Täglich werden bis zu acht Operationen (im Schnitt fünf) – chirurgischer undorthopädischer Natur – tagesklinisch durchgeführt. Vier Betten stehen für die postoperative Pflege zur Verfügung. Das hohe Niveau der Behandlung und Versorgung danken die Patienten den Ärzten und der Pflege in der Tageschirurgie: In den Auswertungen der Patientenfragebögen finden sich zahlreiche positive Kommentare. „Wir haben eine Weiterempfehlungsrate von 100 Prozent. Dieses Feedback freut uns und motiviert natürlich – wir haben Spaß an der Arbeit, ohne dabei die professionelle Patientenbehandlung aus den Augen zu verlieren“, so die Profis am Elisabethinen-Krankenhaus.