Vielfalt und Buntheit mit hoher Qualität gemeinsam gestalten

IMG 9324 Ahb Petronilla 120Die Katholischen Kindertageseinrichtungen in Wien haben mit der Transferkonferenz am 4. 4. 2013 in Wien im laufenden Qualitätsprozess einen wesentlichen Schritt gesetzt. Die vorhandene Vielfalt wird als besonderer Reichtum gesehen. Die christlichen Werthaltungen und die Ordenscharismen werden auch in Zukunft eine verstärkte Rolle spielen.

„Der ganze Mensch steht bei uns im Mittelpunkt und die Beziehung zur Transzendenz, zu Gott natürlich gehört für uns selbstverständlich dazu“, erläutert Sr. Petronilla Herl als Vorsitzende von den Katholischen Kindertageseinrichtungen verschiedener Ordensgemeinschaften in Wien bei der Transferkonferenz, an der etwa achtzig Leiterinnen und Erhalter und Erhalterinnen teilgenommen haben: „Mit diesem Qualitätsprozess und der heutigen Transferkonferenz wollen wir die qualitätsvolle Arbeit weiter stärken. Das unmittelbare Umfeld wird noch herausfordernder und so braucht es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die fest verwurzelt sind, und bei uns gehört das Verwurzelt-Sein in Gott wesentlich dazu.“

Sr. Petronilla angesichts der aufkeimenden atheistischen Strömungen in der Gesellschaft: „Das ist spannend. Auch die Eltern sind heute oft sehr weit weg und trotzdem wollen die Eltern eine religiöse Bildung für ihre Kinder, weil sie das Gefühl haben, das es den Kindern gut tut. Sie können ihnen das aber selber nicht mehr geben und so sind unsere Einrichtungen schon sehr gefragt. Eltern können es selber oft nicht mehr, wollen aber eine religiöse Erziehung.“ Sr. Petronilla kennt jene gesellschaftlichen Kräfte, die sagen, wozu das Ganze: „Bei uns geht es um die ganzheitlich gläubige Persönlichkeit. Das findet hohen Zuspruch.“ Die Vorsitzende hebt die Vielfalt der Ordensgemeinschaften hervor, die hinter den Kindertageseinrichtungen stehen, und den damit verbundenen „Reichtum“: „Ich schätze das Bild von der Einheit in der Vielfalt, weil es der Realität am besten entspricht.“ Es wird daher auch in Zukunft das Charisma jedes Ordens in der Bildung eine besondere Rolle spielen. „Wir bündeln jetzt vieles, aber bei uns wird das kein Einheitsbrei, sondern eine vielfältige Geschichte“, betont die Vorsitzende und blickt in die vielfältige Schar der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz.Begrüßung

Qualität von unten

„Qualität kann eigentlich nur von der Basis ausgehen und deshalb haben wir bei der Erarbeitung der Ziele, der Qualitätsfelder und der fünf zentralen Leitsätze auf breite Beteiligung gesetzt“, erläutert Mag. Maria Habersack als Projektleiterin die Methodik: „Die Rückmeldungen haben uns gezeigt, dass alle Beteiligten direkt qualitätshungrig sind. Das Interesse an Qualität zu arbeiten ist sehr groß und es wurde wirklich engagiert gearbeitet. Es läuft bereits jetzt unglaublich viel mit hoher Qualität. Es ist eine Bestätigung des Weges und eine Ermutigung, das eine oder andere neu anzugehen.“  Mit Blick auf andere Häuser sieht Habersack einen besonderen Vorteil von konfessionellen kirchlichen Einrichtungen darin, „dass wir uns nicht erst auf eine Ideologie verständigen müssen, sondern von einem offenen christlichen Menschenbild, dem Glauben ausgehen können. Wir begegnen unseren Kindern aus einer bestimmten Grund- und Werthaltung und das erleichtert und ermöglicht sehr viel.“Mitglieder des Qualitätszirkel

Als die fünf zentralen Leitsätze wurden bei der Transferkonferenz festgehalten:

Getragen von der christlichen Nächstenliebe gestalten wir gemeinsam – Kinder, Jugendliche, MitarbeiterInnen, Eltern, ErhalterInnen – eine Gemeinschaft, die die individuelle Entwicklung von allen ermöglicht.

In einer offenen und toleranten Atmonsphäre begegnen wir jedem Menschen als Ebenbild Gottes und respektieren dabei die persönliche Würde des Einzelnen.

Christliche Werte prägen unser pädagogisches Wirken ebenso wie aktuelle erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse und Erfordernisse und ermöglichen uns eine konstruktive Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen.

.In der Vorbildwirkung unserer christlich motivierten MitarbeiterInnen und der Bewahrung von Traditionen einerseits und der Sensibilisierung für Buntheit und Vielfalt andererseits, wird der Geist des Evangeliums in unserer Arbeit sichtbar.

Wir bewahren die Schöpfung, in dem wir sorgsam mit Ressourcen umgehen. Durch nachhaltiges Wirtschaften übernehmen wir ökonomische Verantwortung.Rudolf Luftensteiner, Maria Habersack, Sr. Petronilla Herl, Christa Bruns

Link zu den Katholischen Kindertageseinrichtungen

Pressefoto (Maria Habersack, Sr. Petronilla Herl)