Taizé-Treffen 2020 findet per Live-Stream statt

Die Corona-Krise macht auch vor dem traditionsreichen Silvestertreffen der Taizé-Gemeinschaft nicht halt: Wären um diese Zeit normalerweise bis zu 15.000 Jugendliche in Turin anzutreffen, um gemeinsam zu beten und zu feiern, so musste dieses persönliche Zusammentreffen aufgrund der Pandemie erstmals abgesagt werden. "Wir nutzen die digitalen Möglichkeiten", sagt Frère David, der Ökonom und Medienbeauftragte der Gemeinschaft.

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Das Foto zeigt ein Mittagsgebet in Taizé und wurde vor der Corona-Pandemie im Jahr 2018 aufgenommen. (c) Christian Pulfrich - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Es sei die Botschaft von Papst Franziskus gewesen, der sie ermutigt habe, das Beste aus der gegenwärtigen Zeit zu machenen, erzählt Frère David im Gespräch mit Vatican News. Deshalb sei man auf die Idee gekommen, das traditionelle Jahresendtreffen, das 2020 in Turin hätte stattfinden sollen, nur online per Live-Stream abzuhalten und so die Verbindung mit den Gruppen auf der ganzen Welt aufrechtzuerhalten. „Schon im März, zu Beginn der Pandemie, als wir den Empfang in Taizé schließen mussten, haben wir uns gesagt, dass es wichtig ist, das Gebet so vieler Menschen, die der Gemeinschaft nahe stehen, zu unterstützen“, berichtet Frère David.

Das Programm mit allen Aktivitäten wird per Links (und in der Folge als Live-Stream) auf der Website www.taize.fr veröffentlicht. Es werde biblische Einführungen in Englisch mit Untertiteln in Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch und Polnisch geben, versichert Bruder David. Die Workshops würden in englischer Sprache abgehalten, wobei für jeden Workshop eine Simultanübersetzung in drei oder vier weitere Sprachen angeboten würden.

Die Gemeinschaft von Taizé

ist ein internationaler ökumenischer Männerorden, der vor allem durch die ökumenischen Jugendtreffen bekannt ist, zu denen jährlich bis zu 100.000 Besucher aus der ganzen Welt kommen. Die Treffen, bei denen alle Konfessionen vertreten sind, werden in Taizé und verschiedenen anderen Orten ausgerichtet. Roger Schutz gründete die Gemeinschaft 1942. Bis zu seiner Ermordung im Jahr 2005 war Schutz Prior der Gemeinschaft, nun ist es der deutsche Katholik Frère Alois Löser. Die „Gesänge aus Taizé“ werden in vielen Gottesdiensten weltweit gesungen.

[robert sonnleitner]