Sr. Tarcisia Valtingoier erhält den OÖ. Menschenrechtspreis

Schwester Tarci­sia Valtingoier setzt sich seit Jahren für Obdachlose ein. 2020 wird ihr dafür gemeinsam mit der Volkschuldirektorin i. R. Maria Atteneder und dem Projekt #guteNachbarschaft des Evangelischen Diakoniewerks Gallneukirchen der OÖ. Menschenrechtspreis 2020 verliehen. 

Gewinnerin des oö menschenrechtspreis

Unermüdlicher Einsatz: Sr. Tarcisia Valtingoier erhalt den OÖ. Menschenrechtspreis. (c) Barmherzige Schwestern

Das Land Oberösterreich verleiht seit 1996 den Menschenrechtspreis an Persönlichkeiten und Einrichtungen, die humanitäres Engagement zeigen und vor allem auch leben. Dieses Jahr ist auch eine Ordensfrau unter den Preisträgerinnen: Die Barmherzige Schwester Tarcisia Valtingoier, die für ihr unermüdliches Engagement in der Obdachlosenhilfe gewürdigt wird.

Vinzenzstüberl

"Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung. Und ich habe gar nicht damit gerechnet, weil ich seit einem Jahr nicht mehr in Oberösterreich bin", lacht sie. Die späte Anerkennung für ihren fast zwanzigjährigen Einsatz für Obdachlose und sozial schwache Menschen ehrt die heute 71-jährige Ordensfrau, die 1973 bei der Barmherzigen Schwestern in Wien, Gumpendorf eingetreten ist.

Bekannt ist sie vor allem durch ihre Arbeit im "Vinzenzstüberl", eine Einrichtung für wohnungslose und sozialbedürftige Menschen, die von den Barmherzigen Schwestern (heute Ordensklinikum Linz) geführt wird. 1999 kam Sr. Tarcisia nach Linz, um ihrer Mitschwester bei der Arbeit im "Vinzenzstüberl" zu helfen, von 2011 bis 2018 leitete sie es. 

"Help-Mobil" und Obdachlosenseelsorge

Die Würde und das Wohlergehen von sozial schwächeren Menschen waren der rüstigen Schwester immer ein Anliegen. So ist auch das Linzer "Help-Mobil" auf ihre Initiative hin entstanden: Ein Bus, der zweimal die Woche an unterschiedlichen Stationen in Linz Halt macht und Menschen, die es brauchen, medizinische Versorgung anbietet. Die Caritas habe diese Idee begeistert mitgetragen.

Ein weiteres Herzensprojekt für Sr. Tarcisia war die Obdachlosenseelsorge. Ihrer Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass die Diözese Linz als erste einen Obdachlosenseelsorger bekam. "Die Begräbnisse von Obdachlosen waren immer ein kleines Trauerspiel, selten waren mehr als zwei bis drei Menschen da", erinnert sie sich. Das hat sich jetzt durch den Obdachlosenseelsorger entscheidend geändert. 

Auch wenn Sr. Tarcisia im Herbst 2019 wieder nach Wien zurückkehrte, im Ruhestand ist sie deswegen noch lange nicht. Im "VinzenzGwölb" in Wien Gumpendorf kümmert sie sich weiterhin unermüdlich um Obdachlose und bleibt ihrem Grundsatz treu, dass jeder Mensch eine Würde hat, auch "diese" Menschen am Rande der Gesellschaft.

 
[elisabeth mayr]