"Vinzenz Gruppe" präsentiert Zukunftstrends der Krankenhäuser

Für mehr Selbstbestimmung von PatientInnen, Mut zu Innovation und Digitalisierung hat sich der Geschäftsführer der "Vinzenz Gruppe", Michael Heinisch, in der heutigen Präsentation der PatientInnenbefragung in Wien ausgesprochen. Zudem genießen die Ordensspitäler ein hohes Ansehen. 

csm Arzt Patientin Fotocredit Alek Kawka a7d7aaaa9a

Patientinnen und Patienten sind offen für digitale Innovationen im Gesundheitswesen. (c) Vinzenz Gruppe

PatientInnen haben ganz konkrete Wünsche und Bedürfnisse an die "Krankenhäuser der Zukunft", wie mehr Informationen über Behandlungsschritte, mehr digitale Unterstützung und Personal mit Sozialkompetenz, so das Ergebnis der Umfrage namens "Erwartungen an die Gesundheitsversorgung und Krankenhäuser der Zukunft", durchgeführt vom Wiener Meinungsforschungsinstitut IFES.

Als eine der größten Aufgaben des Gesundheitssystems nannte Heinisch die Stärkung der PatientInnen-Selbstbestimmung. Diese würde sich auch positiv auf die Gesellschaft sowie auf die Krankenhäuser auswirken, betonte auch IFES-Geschäftsführer Reinhard Raml. Zudem wünschen sich bereits jetzt 65 Prozent der Befragten über Behandlungsoptionen und -schritte informiert zu werden und bei Entscheidungen mitsprechen zu können. Die Ergebnisse der Umfrage stellten für Heinisch einen Auftrag für die Ordensspitäler dar, die "ihr Ohr nah beim Patienten haben wollen, um wirklich auf seine Bedürfnisse eingehen zu können".

Hohes Vertrauen in Ordenskrankenhäuser

Angesicht der aktuell grassierenden Corona-Pandemie genießen die Ordenskrankenhäuser wie auch das gesamte österreichische Gesundheitssystem ein sehr hohes Vertrauen, so die Ergebnisse der Studie. Für die befragten PatientInnen leisten die Krankenhäuser einen wesentlichen Beitrag zur Bewältigung der Corona-Krise. Zudem gebe es ein hohes Verständnis für die verschärften Hygiene-Regeln, die jetzt in Krankenhäusern gelten, und sogar für die Verschiebung von geplanten Operationen, so Raml. Kaum Verständnis hingegen gebe es für Einsparungen im Gesundheitssystem, das als "tragende Säule" während der Corona-Krise gesehen werde.

Positive Auswirkungen zeige die Corona-Pandemie auch punkto Innovationen im Gesundheitswesen. So seien im Zuge der Krise geplante Digitalisierungsprojekte beschleunigt worden, erklärte Heinisch. Die Covid-19-Pandemie habe zudem bei vielen Befragten eine Aufgeschlossenheit für neue Technologien im Zusammenhang mit Angeboten in Krankenhäusern geweckt, wie die "kontaktlose Verschreibung von Arzneimittel" oder Online-Ambulanzen, bestätigte Raml.

Online-Ambulanzen würden etwa die Gefahr von Ansteckungen vermeiden, seien eine Erleichterung für chronisch Erkrankte und würden eine Patientenversorgung und - beratung auch in schlechter aufgeschlossenen Gebieten ermöglichen. Die Umfrage zeige damit, "dass Patienten keine Angst vor Innovationen haben, sondern sich diese sogar ausdrücklich wünschen", so das Fazit von Heinisch.

Trotz Digitalisierung oder die Unterstützung durch Robotik müsse die "Beziehung von Mensch zu Mensch intakt bleiben", betonte Heinisch. Zudem gebe es auch Patienten, die Digitalisierung ablehnen oder diese wegen mangelnder Infrastruktur gar nicht nutzen könnten. Auch diese Gruppe dürfe nicht vergessen werden, so der Geschäftsführer der "Vinzenz Gruppe" unisono mit dem Sprecher der österreichischen Patientenanwälte, Gerald Bachinger.

"Das Krankenhaus der nahen Zukunft wird mit ganz neuen Bedürfnissen der Patienten konfrontiert sein", zeigte sich Bachinger überzeugt. Gerade Beispiele wie die Online-Ambulanzen zeigten, dass es oft nur geringfügige Umstellungen brauche, um maximalen Nutzen für die Patienten herauszuziehen, die er als "Koproduzenten ihrer Gesundheit" bezeichnete.

25 Jahre Vinzenz Gruppe

Die "Vinzenz Gruppe" begeht aktuell ihr 25-jähriges Jubiläum. Der 1995 gegründete Zusammenschluss von Ordensspitälern ist mittlerweile einer der größten privaten Träger von gemeinnützigen Gesundheitseinrichtungen in Österreich und beschäftigt mehr als 8.400 Mitarbeiter. Die "Vinzenz Gruppe" habe seit ihrer Gründung das Gesundheitssystem "aktiv mitgestaltet", nun gelte es sich verstärkt den Bedürfnissen der Patienten zu widmen und sich für die Zukunft zu rüsten, so Heinisch.

Im Jahr 2019 betrug der Umsatz der Vinzenz Gruppe 819 Millionen Euro. Im Jahr 2019 wurden in den Krankenhäusern 171.802 Patientinnen und Patienten stationär aufgenommen, weitere 477.489 Fälle wurden ambulant behandelt.

 Quelle: Kathpress

[elisabeth mayr]